• Charlotte Schlegel to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Harburg, Elbe · Place of Destination: Bonn · Date: 13.02.1840
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Charlotte Schlegel
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Harburg, Elbe
  • Place of Destination: Bonn
  • Date: 13.02.1840
  • Notations: Empfangsort erschlossen.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-1a-34097
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.23,Nr.20
  • Number of Pages: 3S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 20,6 x 12,8 cm
  • Incipit: „[1] Harburg d. 13ten Feb. 1840.
    Teurster Bruder!
    für den übersandten Wechsel sage ich Ihnen gerührt meinen innigsten Dank; ich werde das [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Funk, Gerald
  • Varwig, Olivia
[1] Harburg d. 13ten Feb. 1840.
Teurster Bruder!
für den übersandten Wechsel sage ich Ihnen gerührt meinen innigsten Dank; ich werde das dafür gehobne Geld Ihrem Wunsche gemäß verwenden. Die Kosten des Transports nach Verden, und die Ausgaben die der Auffenthalt in Hamburg verursacht hat, sind noch nicht entrichtet: nur 4 Luisdor habe ich als Trinkgelder für die Wächter und Begleiter biß Verden bezahlt, das übrige hofte ich würde von des Sohnes Gehalt oder abgezogen, oder durch das Schulkolegium entrichtet werden. Sie werden aus den Schreiben des Doctor Mäthäi, daß ich Ihnen in meinen Brief vom 1sten d. überschikt, gesehen haben, wie darüber seine Meinung ist, auch setzt seine Kündigung des Curatels in Verlegenheit. Ich bitte Sie lieber Bruder, mir hierüber Ihr Gutachten mitzutheilen, und den Brief von Mäthäi zurük zu schicken weil ich ihm noch nicht beantwortet habe. Zugleich werde ich ihm alsdann [2] alle ökonomischen Fragen meines Sohnes Angelegenheiten betreffend, deren Beantwortung Sie wünschen vorlegen, den ich glaube daß er am besten Auskunft darüber ertheilen kann. Unterdeß will ich vom dem Gelde richtig machen was ich weiß das zu bezahlen ist, als an die Wirthin in Verden für ruinirte Sachen worüber sie mir das Verzeichniß zuschicken will, hier die 12 Thaler für den Wagen der ihm transportirt hat, auch die Rechnung des hiesigen Gastwirths und die Ausgaben die in Hamburg gemacht gemacht sind. Ich werde Ihnen geliebter Bruder über Alles Rechenschaft ablegen wenn ich nur erst weiß wie viel es beträgt. Ich schrieb diesen Brief nur vorläuffig um Ihnen den richtigen Empfang des Wechsels zu melden. Ach, möchte Gott doch die Mitteln segnen daß der arme Unglükliche so weit wieder hergestellt würde, daß er Ihnen Ihre Güte danken, und meine Sorgen und Kummer um ihn vergüten könte! Der Arzt in Hildesheim giebt ja die beste Hofnung zu seiner [3] Genesung! Nun wir wollen es hoffen und Gott darum bitten.
Meine Minchen empfiehlt sich Ihnen, dankend für die Benutzizung des von ihrer Schwester ihr zugeschickten Geldes. Was sie über meine Amalie sagen hat mich innig gefreut; ich hoffe sie wird sich Ihres Beyfalls immer würdig erhalten, den sie ist ein gutes Kind die mir niemals Kummer gemacht hat. Leben Sie wohl bester Bruder, erhalten Sie mir Ihr unschätzbares Wohlwollen und Ihre Liebe, und seyn Sie von meiner innigsten Werthschätzung versichert, mit der ich bin,
Ihre
treu ergebene Schwester
Ch. Schlegel.
[4] [leer]
[1] Harburg d. 13ten Feb. 1840.
Teurster Bruder!
für den übersandten Wechsel sage ich Ihnen gerührt meinen innigsten Dank; ich werde das dafür gehobne Geld Ihrem Wunsche gemäß verwenden. Die Kosten des Transports nach Verden, und die Ausgaben die der Auffenthalt in Hamburg verursacht hat, sind noch nicht entrichtet: nur 4 Luisdor habe ich als Trinkgelder für die Wächter und Begleiter biß Verden bezahlt, das übrige hofte ich würde von des Sohnes Gehalt oder abgezogen, oder durch das Schulkolegium entrichtet werden. Sie werden aus den Schreiben des Doctor Mäthäi, daß ich Ihnen in meinen Brief vom 1sten d. überschikt, gesehen haben, wie darüber seine Meinung ist, auch setzt seine Kündigung des Curatels in Verlegenheit. Ich bitte Sie lieber Bruder, mir hierüber Ihr Gutachten mitzutheilen, und den Brief von Mäthäi zurük zu schicken weil ich ihm noch nicht beantwortet habe. Zugleich werde ich ihm alsdann [2] alle ökonomischen Fragen meines Sohnes Angelegenheiten betreffend, deren Beantwortung Sie wünschen vorlegen, den ich glaube daß er am besten Auskunft darüber ertheilen kann. Unterdeß will ich vom dem Gelde richtig machen was ich weiß das zu bezahlen ist, als an die Wirthin in Verden für ruinirte Sachen worüber sie mir das Verzeichniß zuschicken will, hier die 12 Thaler für den Wagen der ihm transportirt hat, auch die Rechnung des hiesigen Gastwirths und die Ausgaben die in Hamburg gemacht gemacht sind. Ich werde Ihnen geliebter Bruder über Alles Rechenschaft ablegen wenn ich nur erst weiß wie viel es beträgt. Ich schrieb diesen Brief nur vorläuffig um Ihnen den richtigen Empfang des Wechsels zu melden. Ach, möchte Gott doch die Mitteln segnen daß der arme Unglükliche so weit wieder hergestellt würde, daß er Ihnen Ihre Güte danken, und meine Sorgen und Kummer um ihn vergüten könte! Der Arzt in Hildesheim giebt ja die beste Hofnung zu seiner [3] Genesung! Nun wir wollen es hoffen und Gott darum bitten.
Meine Minchen empfiehlt sich Ihnen, dankend für die Benutzizung des von ihrer Schwester ihr zugeschickten Geldes. Was sie über meine Amalie sagen hat mich innig gefreut; ich hoffe sie wird sich Ihres Beyfalls immer würdig erhalten, den sie ist ein gutes Kind die mir niemals Kummer gemacht hat. Leben Sie wohl bester Bruder, erhalten Sie mir Ihr unschätzbares Wohlwollen und Ihre Liebe, und seyn Sie von meiner innigsten Werthschätzung versichert, mit der ich bin,
Ihre
treu ergebene Schwester
Ch. Schlegel.
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