• Johann Carl Fürchtegott Schlegel , Julie Schlegel to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Hannover · Place of Destination: Braunschweig · Date: 13.08.1795
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Johann Carl Fürchtegott Schlegel, Julie Schlegel
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Hannover
  • Place of Destination: Braunschweig
  • Date: 13.08.1795
  • Notations: Empfangsort erschlossen.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-1a-34097
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.23,Nr.74
  • Number of Pages: 4S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 19,4 x 11,4 cm
  • Incipit: „[1] Hannover d. 13 Aug. 1795
    Liebster Wilhelm, die lange erwartete Silberflotte ist endlich angelangt, freilich nicht so reich beladen, als [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
  • Varwig, Olivia
[1] Hannover d. 13 Aug. 1795
Liebster Wilhelm, die lange erwartete Silberflotte ist endlich angelangt, freilich nicht so reich beladen, als wir es erwarteten. Ich gebe mir Mühe, eine reichere Ausbeute davon zu erhalten; doch wenn das nicht gelingt, so bleibt uns immer der Vortheil, nur über wenig hauszuhalten und daher auch weniger Sorgen zu haben. – Du wirst uns beyde als genügsame und haushälterische Leute haben kennen lernen, die aus dem, was ihnen bleibt noch im[2]mer einen Genuß zu ziehen werden wissen. – Freilich hätte ich immer lieber gesehen, daß ich nicht eben genöthigt gewesen, mich einzuschräncken, doch da es nun einmal nicht anders ist, so müßen wir uns damit trösten, daß das Schätzesammlen nun einmal nicht in der Schlegelschen Familie ist.
Deine kurze Reisebeschreibung, die nach der Physignomie des Post[3]wagens freylich nicht viel erwarten ließ, habe ich erhalten; seitdem hast Du meines Wissens nur noch einen Brief an meine Mutter geschrieben, und hoffen wir nun bald etwas ausführlichers von Deinem Aufenthalte in Braunschweig zu hören, wiewohl Du Deine Zeit beßer anzuwenden wissen wirst, und die Briefe meiner Mutter wohl manches enthalten werden, was Dich nicht sehr dazu einlädt.
Wir unterhalten uns noch oft von der angenehmen Zeit Deines hiesigen Aufenthaltes auf unsern Spatziergän[4]gen, und können wir Dich auch wohl als unsern Nachbar ansehen, da für einen Weltbürger eine solche Entfernung nichts ist, die mir freylich in meinem jetzigen Verhältniß weit genung dünckt. Viele Grüße u Coplim[ente], an Crusen, und die mich sonst kennen.
Karl Schlegel

Lieber Bruder,
da mein lieber Mann dis Plätzchen offen gelaßen hat, so will ich es benutzen, um Ihnen selbst Nachricht von meiner Besorgung Ihres Auftrags zu geben. Wilhelmi sagte mir: Daß Männer nie solche Ringe trügen, wie Sie einen zu haben wünschten, weil sie nicht lange hielten. Er machte sie alle, so wie den, den Sie bey der Fr v Pape gesehn haben. Der Preiß ist von 3 Th 18 g. bis 5 Th. Sie sind so gütig und bestimmen mir, so wird ihn Wilhelmi gleich machen.
ich bedaure es sehr, daß Sie so unangenähme Reise Geselschaft gehabt haben. Wenn Sie dis nur nicht b abhält, aus Furcht, daß es Ihnen wieder so gehn möcht[e] uns bald mahl wieder mit Ihrem Besu[ch] zu erfreuen. Wenn Sie uns nicht oft schreiben, so glauben wir, das Sie so viel angenähme Abhaltungen in Braunschweig haben, das es Ihnen nicht möglich ist, uns ein Stündchen zu widmen – . leben Sie wohl.
Julie Schlegel

[1] Eben sehe ich Deinen zweyten Brief an meine Mutter. Hiebey kömmt ein Brief aus Holland. Das PostGeld werde ich von den Briefen die ich an Dich schicken mir bezahlt machen, indem ich sie mit frankire.
[1] Hannover d. 13 Aug. 1795
Liebster Wilhelm, die lange erwartete Silberflotte ist endlich angelangt, freilich nicht so reich beladen, als wir es erwarteten. Ich gebe mir Mühe, eine reichere Ausbeute davon zu erhalten; doch wenn das nicht gelingt, so bleibt uns immer der Vortheil, nur über wenig hauszuhalten und daher auch weniger Sorgen zu haben. – Du wirst uns beyde als genügsame und haushälterische Leute haben kennen lernen, die aus dem, was ihnen bleibt noch im[2]mer einen Genuß zu ziehen werden wissen. – Freilich hätte ich immer lieber gesehen, daß ich nicht eben genöthigt gewesen, mich einzuschräncken, doch da es nun einmal nicht anders ist, so müßen wir uns damit trösten, daß das Schätzesammlen nun einmal nicht in der Schlegelschen Familie ist.
Deine kurze Reisebeschreibung, die nach der Physignomie des Post[3]wagens freylich nicht viel erwarten ließ, habe ich erhalten; seitdem hast Du meines Wissens nur noch einen Brief an meine Mutter geschrieben, und hoffen wir nun bald etwas ausführlichers von Deinem Aufenthalte in Braunschweig zu hören, wiewohl Du Deine Zeit beßer anzuwenden wissen wirst, und die Briefe meiner Mutter wohl manches enthalten werden, was Dich nicht sehr dazu einlädt.
Wir unterhalten uns noch oft von der angenehmen Zeit Deines hiesigen Aufenthaltes auf unsern Spatziergän[4]gen, und können wir Dich auch wohl als unsern Nachbar ansehen, da für einen Weltbürger eine solche Entfernung nichts ist, die mir freylich in meinem jetzigen Verhältniß weit genung dünckt. Viele Grüße u Coplim[ente], an Crusen, und die mich sonst kennen.
Karl Schlegel

Lieber Bruder,
da mein lieber Mann dis Plätzchen offen gelaßen hat, so will ich es benutzen, um Ihnen selbst Nachricht von meiner Besorgung Ihres Auftrags zu geben. Wilhelmi sagte mir: Daß Männer nie solche Ringe trügen, wie Sie einen zu haben wünschten, weil sie nicht lange hielten. Er machte sie alle, so wie den, den Sie bey der Fr v Pape gesehn haben. Der Preiß ist von 3 Th 18 g. bis 5 Th. Sie sind so gütig und bestimmen mir, so wird ihn Wilhelmi gleich machen.
ich bedaure es sehr, daß Sie so unangenähme Reise Geselschaft gehabt haben. Wenn Sie dis nur nicht b abhält, aus Furcht, daß es Ihnen wieder so gehn möcht[e] uns bald mahl wieder mit Ihrem Besu[ch] zu erfreuen. Wenn Sie uns nicht oft schreiben, so glauben wir, das Sie so viel angenähme Abhaltungen in Braunschweig haben, das es Ihnen nicht möglich ist, uns ein Stündchen zu widmen – . leben Sie wohl.
Julie Schlegel

[1] Eben sehe ich Deinen zweyten Brief an meine Mutter. Hiebey kömmt ein Brief aus Holland. Das PostGeld werde ich von den Briefen die ich an Dich schicken mir bezahlt machen, indem ich sie mit frankire.
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