• Henriette Ernst to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Hannover · Place of Destination: Amsterdam · Date: 29.01.1793
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Henriette Ernst
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Hannover
  • Place of Destination: Amsterdam
  • Date: 29.01.1793
  • Notations: Absende- und Empfangsort erschlossen.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-1a-33449
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.7,Nr.66a
  • Number of Pages: 4S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 18,7 x 11,5 cm
  • Incipit: „[1] 1793 den 29sten Jan
    Du wirst aus beyfolgenden Briefe sehen daß es wenigstens mein Wille gewesen ist, dir erst früher [...]“
  • Editors: Bamberg, Claudia
[1] 1793 den 29sten Jan
Du wirst aus beyfolgenden Briefe sehen daß es wenigstens mein Wille gewesen ist, dir erst früher Nachricht zu geben, aber er blieb ohnversehens einen Postag liegen, und nachher wurde ich unpäßlich und habe beinahe 14 Tage zu Bette gelegen, bin aber nun völlig wieder hergestellt so gar schon wieder aus gewesen. Was mir eigentlich gefehlt weis ich nicht, ich hatte stark Fieber und glaube wohl wenn Wichman nicht so vorsichtig wäre, hätte ich recht krank werden können. Der Vater befindet sich aber itzt wieder recht gut, wenn er nur nicht so über[2]mäßig viel Arbeit hätte, so hoffe ich daß er seine kränkeln für diesen Winter nun abgethan hat.
H. Ernst ist examiniert und wie wir es denn auch nicht anders erwarteten ist es recht sehr gut ausgefallen. Warum dich meine Mutter einmahl gebeten hat wegen Ahrenswaldt, diß ist noch zu frühe, sie wird dich denn schon einmahl wieder daran erinnern. Mit Bialo wird es wohl noch ein bischen dauren ehe er versetzt wird, für itzt ist er interims Superindent geworden in Ronneberg wo der Sup. Lüders gestorben ist; und nachher wenn er dann noch hier ist wird ihn der Vater seine wohl auftragen. Fritz [3] hat sich nun endlich bequemt, und sein Project als Hofmeister einige Jahre zu leben aufgegeben, dein Brief an ihn, wird auch wohl mit dazu geholfen haben; nun geht er zu Ostern wieder nach D. um seine Conexions wieder zu erneuern, und ernstliche Anstalten zu machen. Wir werden ihn nun wohl vor Michael nicht sehen wo er denn wohl ehe er ganz nach D. geht noch einmahl herkommen wird. Dein politischer Brief hat uns alle sehr intereßirt, meine Mutter fürchtet aber demohngeachtet immer noch den Krieg in Amsterdam, alsdann müstest du mit deinen Eleven nach Braunschweig flüchten. A propos einer von den [4] jungen Schindlers wird diese Ostern seine studien da fortsetzen, die Eltern wollten ihn zu Gärtners in der Kost geben, die haben es nicht angenommen. Cruse ist noch immer nicht angesetzt, ich glaube hier wäre er doch vielleicht eher angekommen, wenn er es hätte abwarten wollen. Lottchen verändert zu Ostern ihr Logis, und sie denken sich recht schon in meubles zu setzen, Mahagoni Stühle &. Moritz ist mit seiner Familie wohl aber immer mit der Einnahme noch nicht zufriedener, besonders krittelt es ihm auch daß der Generalsuperindent alle Kinder zur Confirmation kriegt er hat dies Jahr 5 und Förtsch 75. Ich verlange sehr sie einmahl dort zu besuchen, weis aber nicht ob es in diesem Früh[3]jahr endlich einmahl dazu kommen wird. Es ist diesen Winter [2] hier immer sehr veränderliches und stürmisches Wetter, welches nicht gesund ist. In 14 Tagen ohngefehr werden 4 Regimenter [1] von hier abmarschiren, da wehklagt denn manche junge Frau. H. Ernst empfiehlt sich dir bestens, auch Carl und die Eltern
H. Schlegel
[1] 1793 den 29sten Jan
Du wirst aus beyfolgenden Briefe sehen daß es wenigstens mein Wille gewesen ist, dir erst früher Nachricht zu geben, aber er blieb ohnversehens einen Postag liegen, und nachher wurde ich unpäßlich und habe beinahe 14 Tage zu Bette gelegen, bin aber nun völlig wieder hergestellt so gar schon wieder aus gewesen. Was mir eigentlich gefehlt weis ich nicht, ich hatte stark Fieber und glaube wohl wenn Wichman nicht so vorsichtig wäre, hätte ich recht krank werden können. Der Vater befindet sich aber itzt wieder recht gut, wenn er nur nicht so über[2]mäßig viel Arbeit hätte, so hoffe ich daß er seine kränkeln für diesen Winter nun abgethan hat.
H. Ernst ist examiniert und wie wir es denn auch nicht anders erwarteten ist es recht sehr gut ausgefallen. Warum dich meine Mutter einmahl gebeten hat wegen Ahrenswaldt, diß ist noch zu frühe, sie wird dich denn schon einmahl wieder daran erinnern. Mit Bialo wird es wohl noch ein bischen dauren ehe er versetzt wird, für itzt ist er interims Superindent geworden in Ronneberg wo der Sup. Lüders gestorben ist; und nachher wenn er dann noch hier ist wird ihn der Vater seine wohl auftragen. Fritz [3] hat sich nun endlich bequemt, und sein Project als Hofmeister einige Jahre zu leben aufgegeben, dein Brief an ihn, wird auch wohl mit dazu geholfen haben; nun geht er zu Ostern wieder nach D. um seine Conexions wieder zu erneuern, und ernstliche Anstalten zu machen. Wir werden ihn nun wohl vor Michael nicht sehen wo er denn wohl ehe er ganz nach D. geht noch einmahl herkommen wird. Dein politischer Brief hat uns alle sehr intereßirt, meine Mutter fürchtet aber demohngeachtet immer noch den Krieg in Amsterdam, alsdann müstest du mit deinen Eleven nach Braunschweig flüchten. A propos einer von den [4] jungen Schindlers wird diese Ostern seine studien da fortsetzen, die Eltern wollten ihn zu Gärtners in der Kost geben, die haben es nicht angenommen. Cruse ist noch immer nicht angesetzt, ich glaube hier wäre er doch vielleicht eher angekommen, wenn er es hätte abwarten wollen. Lottchen verändert zu Ostern ihr Logis, und sie denken sich recht schon in meubles zu setzen, Mahagoni Stühle &. Moritz ist mit seiner Familie wohl aber immer mit der Einnahme noch nicht zufriedener, besonders krittelt es ihm auch daß der Generalsuperindent alle Kinder zur Confirmation kriegt er hat dies Jahr 5 und Förtsch 75. Ich verlange sehr sie einmahl dort zu besuchen, weis aber nicht ob es in diesem Früh[3]jahr endlich einmahl dazu kommen wird. Es ist diesen Winter [2] hier immer sehr veränderliches und stürmisches Wetter, welches nicht gesund ist. In 14 Tagen ohngefehr werden 4 Regimenter [1] von hier abmarschiren, da wehklagt denn manche junge Frau. H. Ernst empfiehlt sich dir bestens, auch Carl und die Eltern
H. Schlegel
×