• August Wilhelm von Schlegel to Caroline de La Motte-Fouqué

  • Place of Dispatch: Berlin · Place of Destination: Nennhausen · Date: 26.03.1804
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: August Wilhelm von Schlegel
  • Recipient: Caroline de La Motte-Fouqué
  • Place of Dispatch: Berlin
  • Place of Destination: Nennhausen
  • Date: 26.03.1804
  • Notations: Empfangsort erschlossen.
    Manuscript
  • Provider: Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam
  • Classification Number: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep. 37 Gut Jahnsfelde Nr. 160
  • Number of Pages: 4 S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Incipit: „[1] Berlin d. 26sten März
    1804
    Erlauben Sie mir, meine liebenswürdige Baronesse, Ihnen zu allererst einige kleine Schauspiele eines jungen Dichters zuzusenden, [...]“
  • Editors: Bamberg, Claudia · Varwig, Olivia
[1] Berlin d. 26sten März
1804
Erlauben Sie mir, meine liebenswürdige Baronesse, Ihnen zu allererst einige kleine Schauspiele eines jungen Dichters zuzusenden, den ich in die Welt einzuführen stolz bin. Ich schmeichle mir, daß die zierliche Feinheit der Sitten, die zarte Verehrung der Frauen, welche neben dem altritterlichen Ton und dem romantischen Colorit, sich durchgängig in diesen Gedichten zeigt, ihnen Ihren Beyfall gewinnen wird, und sollten Sie diesen Pellegrin, der nicht gekannt seyn will, in Ihrer Nähe entdecken, so hoffe ich, Sie werden ihm den ersten und schönsten Dank für seine lieblichen Gesänge ertheilen. Übernehmen Sie zugleich den meinigen an ihn mit, für die Gelegenheit die er mir durch die Herausgabe gegeben hat, mir einen Schüler zuzueignen, dessen Meister zu seyn ich keine Ansprüche habe.
Ich bin mit Briefen sehr im Rückstande, [2] ich habe meinem Freunde Fouquet nicht einmal auf seinen letzten antworten können, worin er mir Nachricht von der bedeutenden jetzt in Ihrer Familie vorgegangnen Veränderung gab. Entschuldigen Sie mich gütigst, es ist gewiß nicht Mangel an Antheil bey allem was Sie und die Ihrigen betrifft, was mein Schweigen verursacht hat, sondern zuerst überhäufte Arbeiten, in der letzten Zeit Zerstreuungen, was mich abgehalten hat. Meine Schwester war aus Dresden mit Ihrer Familie hier, außer dem Beysammenseyn in unserm Kreise, hat mich dieß veranlaßt, einmal wieder viel in Gesellschaft zu gehen. Dann ist Frau von Stael seit einigen Wochen hier, die mir einen Brief von Goethe mitbrachte, und die ich fast alle Tage sehe, da sie deutsch mit mir zu lesen wünscht. Jetzt haben wir wieder einen neuen Besuch bekommen an der Regierungs-Räthin Vogt aus Weimar, die bey Mad. Bernhardi wohnt. Dabey habe ich immer noch meine Vorlesungen gehabt, mit [3] andern Arbeiten, die ich nach Nennhausen zum Vorlesen mitbringen könnte, als Shakspeare u spanisches Theater bin ich nicht halb so weit gekommen als ich wünschte. H. Schulz hat uns den einladenden Vorschlag gethan, die Osterfeyertage in Nennhausen zuzubringen, ich hoffe dabey zu seyn u verschiebe daher alles auf das vertrauliche Gespräch.
Bitten Sie Fouquet, doch mit dem Druck der dramatischen Spiele zufrieden zu seyn. Ich habe mir alle Mühe gegeben, den Sinn nicht durch Druckfehler entstellen zu lassen. Einige Exemplare werde ich mitbringen, u dann fragen, wie viele er noch verlangt. Ich grüße ihn brüderlich, und bitte Sie, mich Hrn und Frau von Briest und dem übrigen Nennhausenschen Zirkel bestens zu empfehlen. Leben Sie indessen recht wohl, und lassen Sie den Frühling in und um sich aufgehen
[...]
Hr. Schulz hat übernommen über unsern Besuch in Nennhausen das Nähere zu schreib[en]
[4] [leer]
[1] Berlin d. 26sten März
1804
Erlauben Sie mir, meine liebenswürdige Baronesse, Ihnen zu allererst einige kleine Schauspiele eines jungen Dichters zuzusenden, den ich in die Welt einzuführen stolz bin. Ich schmeichle mir, daß die zierliche Feinheit der Sitten, die zarte Verehrung der Frauen, welche neben dem altritterlichen Ton und dem romantischen Colorit, sich durchgängig in diesen Gedichten zeigt, ihnen Ihren Beyfall gewinnen wird, und sollten Sie diesen Pellegrin, der nicht gekannt seyn will, in Ihrer Nähe entdecken, so hoffe ich, Sie werden ihm den ersten und schönsten Dank für seine lieblichen Gesänge ertheilen. Übernehmen Sie zugleich den meinigen an ihn mit, für die Gelegenheit die er mir durch die Herausgabe gegeben hat, mir einen Schüler zuzueignen, dessen Meister zu seyn ich keine Ansprüche habe.
Ich bin mit Briefen sehr im Rückstande, [2] ich habe meinem Freunde Fouquet nicht einmal auf seinen letzten antworten können, worin er mir Nachricht von der bedeutenden jetzt in Ihrer Familie vorgegangnen Veränderung gab. Entschuldigen Sie mich gütigst, es ist gewiß nicht Mangel an Antheil bey allem was Sie und die Ihrigen betrifft, was mein Schweigen verursacht hat, sondern zuerst überhäufte Arbeiten, in der letzten Zeit Zerstreuungen, was mich abgehalten hat. Meine Schwester war aus Dresden mit Ihrer Familie hier, außer dem Beysammenseyn in unserm Kreise, hat mich dieß veranlaßt, einmal wieder viel in Gesellschaft zu gehen. Dann ist Frau von Stael seit einigen Wochen hier, die mir einen Brief von Goethe mitbrachte, und die ich fast alle Tage sehe, da sie deutsch mit mir zu lesen wünscht. Jetzt haben wir wieder einen neuen Besuch bekommen an der Regierungs-Räthin Vogt aus Weimar, die bey Mad. Bernhardi wohnt. Dabey habe ich immer noch meine Vorlesungen gehabt, mit [3] andern Arbeiten, die ich nach Nennhausen zum Vorlesen mitbringen könnte, als Shakspeare u spanisches Theater bin ich nicht halb so weit gekommen als ich wünschte. H. Schulz hat uns den einladenden Vorschlag gethan, die Osterfeyertage in Nennhausen zuzubringen, ich hoffe dabey zu seyn u verschiebe daher alles auf das vertrauliche Gespräch.
Bitten Sie Fouquet, doch mit dem Druck der dramatischen Spiele zufrieden zu seyn. Ich habe mir alle Mühe gegeben, den Sinn nicht durch Druckfehler entstellen zu lassen. Einige Exemplare werde ich mitbringen, u dann fragen, wie viele er noch verlangt. Ich grüße ihn brüderlich, und bitte Sie, mich Hrn und Frau von Briest und dem übrigen Nennhausenschen Zirkel bestens zu empfehlen. Leben Sie indessen recht wohl, und lassen Sie den Frühling in und um sich aufgehen
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Hr. Schulz hat übernommen über unsern Besuch in Nennhausen das Nähere zu schreib[en]
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