• Augusta von Buttlar to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Wien · Place of Destination: Bonn · Date: 01.08.1825
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Augusta von Buttlar
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Wien
  • Place of Destination: Bonn
  • Date: 01.08.1825
  • Notations: Empfangsort erschlossen. – Augusta von Buttlar lässt bei „ch“-Schreibungen gelegentlich das „c“ weg. Hier wurde korrigierend eingegriffen.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-611-38972
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.3,Nr.132
  • Number of Pages: 4 S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 18,9 x 11,7 cm
  • Incipit: „[1] Wien den 1ten August 1825
    Geliebter Onkel!
    Ich sehe im Geist die ernste mismuthige Miene mit der Du diesen Brief erbrichst [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
  • Varwig, Olivia
[1] Wien den 1ten August 1825
Geliebter Onkel!
Ich sehe im Geist die ernste mismuthige Miene mit der Du diesen Brief erbrichst und ihn zu lesen anfängst, ich sehe aber auch wie sich nach und nach deine Züge erheitern, und Du am Ende gern alles vegißt und vergiebst; könnte nur aus jedem Worte mein Herz so sprechen wie es fühlt, jede Zeile Dir sagen wie ich dich liebe und verehre, Du würdest gewiß nicht böse auf mich sein, wenn Du es auch wirklich wärest. Lieber Onkel rechne deine Nichte nicht zu jenen Leichtsinnigen Geschöpfen in deren Herzen liebe und Dankbarkeit keine Wurzel faßt, denke nur immer daß mein ganzes Bestreben darnach geht, dir Ehre zu machen, und ich deshalb weder Kräfte noch Mühe spare um mich Deiner würdig zu machen, und suchen werde Dir meine Liebe mit der That zu beweisen. Auch bin ich überzeugt daß Dir dies am Ende doch lieber ist als viele Briefe und schöne Versprechungen wo nichts dahinter ist, ich will deshalb meine Faulheit im Schreiben gar nicht beschönigen, und verspreche für die Zukunft Beßerung. Mein Erfolg in der Malerey ist hier glänzender als er irgend wo gewesen; den Winter verlebte ich ganz still, ich war nicht bekannt, und hatte, auch keine Gelegenheit es zu werden da Onkel und Tante fast nie ausgehen, und die wenigen Leute die zu uns kommen Freunde sind, und wenig Bekanntschaften haben; ich bekam zwar von einem geistlichen Herrn Bestellungen zu unsern Copien, die mir aber wenig einbrachten, da der gute Mann selber nicht viel hat; es war aber doch eine angenehme Beschäftigung und immer beßer als gar nichts. Im Frühjahr wurde ich aber auf einmal so bekannt, und bekam so viel zu thun, daß ich bis die Herrschaften aufs Land giengen nicht wußte wie ich alles bestreiten sollte, und dies alles [2] hatte ich der Protection der zwei Fürstinen Auersperg zu verdanken wo besonders die junge Fürstin Gabriele sich meiner so thätig annahm daß ich hier bald in den ersten Häusern bekannt wurde; sie selbst mußte ich zweimal zeichnen, und ihren Sohn malen, dann habe ich die Kinder der Fürstin Windisch Grätz geborene Schwarzenberg gezeichnet, eben so die drei Kinder der Fürstin Paul Esterhazy und mehrere andere. Die Gräfin Sophie Zichy, und die Gräfin Fanny Batthyany habe ich auch beide gemalt. Die Composition einer kleinen Madonna von mir, hat hier so gefallen, daß die Fürstin Auersperg, Windischgrätz, der Fürst Liechtenstein und mehrere Große es zu haben wünschten, und es endlich unter sich verloosten, ohne daß ich etwas davon wußte, diese Verloosungs Geschichte war eine Zeitlang das Tagesgespräch in der großen Welt, was mir sehr zu statten kam, denn bey dieser Gelegenheit wurde ich natürlicher Weise sehr bekannt. Die Gräfin batiste Batthyany gewann es und seit der Zeit habe ich es schon wieder copieren müßen, und eine zweite Copie ist auch schon halb und halb bestellt. Die angestrengte Arbeit mogte mich wohl zu sehr angegriffen haben, denn ich wurde sehr Nerven schwach, bekam häufige Ohnmachten und zuletzt ein Wegselfieber, womit ich mich einige Monathe mit herum geschlept habe. Anfangs Sommers reißen aber alle Herrschaften aufs Land, so daß ich wenig mehr zu thun hatte, denn ich konnte nur mit der allergrößten Anstrengung einige Stunden arbeiten, und in den Fieber Tagen gar nicht. Damals erhielt ich deinen lieben Brief, der mir unendlich viel Freude machte den ich aber wirklich nicht im Stande war gleich zu beantworten.
Die Eltern die von meiner Krankheit nichts wußten, waren sehr oft böse daß ich ihnen so wenig schrieb, aber auch dieses Wenige kostete mir viel Anstrengung. Endlich da es nicht beßer werden wollte, so entschloß ich mich die Luft zu verändern, und gieng auf einige Wochen nach Baden; seitdem bin ich beßer, und Gott sey Dank jetzt so wohl wie ich es lange [3] nicht gewesen bin. Seit meiner Zurückunft aus Baden habe ich ein großes Altarbild angefangen, welches bey mir für eine Kirche in Böhmen bestellt ist, es sollte den Heiligen Wenzeslaus vorstellen wie er als Märtirer im himmel aufgenommen wird; übrigens war es mir ganz über laßen wie und auf welche Art ich ihn darstellen will; aus seinem Leben habe ich keine Scene gewählt weil alsdann die Composition sehr complicirt geworden wäre, ich habe ihn aber vorgestellt wie er eben in Begleitung seiner zwey Schutzengel im Himmel aufgenommen wird, und von der Mutter Gottes die Marter Krone erhält; wenn das Bild fertig ist werde ich dir eine Szitze davon machen, und sie dir mit noch einen kleinen Bildchen was ich für dich malen will schicken. Dieses Altar Bild macht mir viel Arbeit und Studien, aber es freut mich unendlich, und dient zur größten Aufmunterung, da besonders Bestellungen dieser Art, hier etwas sehr seltnes sind, denn der ältere Veit hat sich umsonst bemüht eine solche Arbeit hier zu bekommen, und mir ist es so ganz von selbst zugefallen. Geld bringt es mir freilich unmittelbar nicht ein, erspart mir aber eine bedeutende Summe, denn derjenige der es bestellt hat ist unser Artzt und dieser hat für uns beide besonders für meinen Mann so viel gethan, daß wir ihm ein sehr bedeutendes Geschenk hätten machen müßen, denn die Kur meines Mannes die noch keinesweges beendigt ist hat er sich mit der größten Sorgfalt unterzogen, und weil er zugleich Ober Arzt in dem hiesigen großen Hospital ist, so hat mein Mann die künstlichen Bäder, und die meiste Medicin umsonst erhalten, welches sonst sehr viel gekostet haben würde. Nun male ich ihm das Bild als Bezahlung und er fühlt sich überdieß noch sehr verpflichtet wozu er auch volle Ursache hat, denn das Bild ist sehr bedeutend groß es ist 2½ Ellen hoch 1½ Ellen breit d.h. Wiener Ellen die sehr groß ist. Mein guter Mann hat sehr an seiner [4] Gesundheit gelitten, und mit vieler Gedult die strengsten Kuren gebraucht, jetzt ist er seit sechs wochen in Baden, um dort die Bäder zu gebrauchen welche ihm auch zuzusagen scheinen. Mit der Steinzeichnung habe ich immer noch nicht angefangen, denn der einzige Mensch der noch so leidlich abdru[kt] ist leider gestorben, und es ist jetzt hier ein wahrer Jamme[r] mit dem Steindrucke; ich habe deshalb noch gar nicht angefang[en] denn es wäre ja schade wenn man so viel Zeit und Mühe an eine Sache verwendete, die nachher gänzlich verdorben wird. Ich hoffte immer es sollte während meiner Anwesenheit in Wien ein neues drucker Genie aufstehen, aber ehe sich bey den guten Wienern einer so weit versteigt kann man wohl ein halbes Jahrhundert warten, denn die großen Lichter sind hier sehr sparsam. So bald aber die Sache zu stande kommt und gelingt, so nehme ich das gütige Anerbiethen von Herrn Welker ein Comentar dazu zu liefern, mit sehr großen Danke an. Durch die Zögerung bin ich schon von selbst von Böttiger abgekommen, und will er noch als dann etwas darüber schreiben, so mag er es in Gottes namen thun, das beßere bleibt immer das Rechte, u das wird ohne Zweifel Herrn Welckerʼs seyn. –
Onkel Friedrich ist schon seit sechs Wochen von Wien abwesend, jetzt ist er in München. Tante mit der ich jetzt allein hier bin, hat mir sehr viele freundliche Grüße für dich aufgetragen. Nächstens werde ich wieder auf einige Tage nach Baden gehen, um das Portrait einer eleganten hübschen Frau dort zu malen; es sind jetzt sehr viele Bekannte von mir in Baden, unter andern die Frau von Pichler mit der ich sehr befreundet bin; wir wohnen in Wien in ihrem Hause und sehen uns sehr viel. Sie spricht noch mit großen Entzücken von Dir, und hat mir oft erzählt wie du der Liebling der eleganten schönen Damens in Wien gewesen, und wie sie sich alle um Deine Gunst beworben. – Die Beschreibung deines Hauses hat mir viel Freude gewährt, es muß ja fürstlich bey dir sein, denn es war ja wie ich bey Dir war schon prächtig
[1] Nun liebster Onkel ich muß für diesmal schließen, nicht wahr du zürnst mir nicht mehr? Nein thue es nicht und [sey] großmüthig wie du es immer warst!, in Zeit von zwey Monathen bekommst Du gewiß wieder einen Brief [4] von mir, und vielleicht noch etwas dazu, bis dahin möge Dich der liebe Gott in seinen Schutz nehmen. Schreibst Du an die Mutter so sage ihr nur ob, und wie böse du mir noch bist. Mein Mann hat mir die herzlichsten Grüße für Dich aufgetragen. Grüße alle Bekannte in Bonn von mir. Deine Dich treu und zärtlich liebende Nichte
Augusta Buttlar
[1] Wien den 1ten August 1825
Geliebter Onkel!
Ich sehe im Geist die ernste mismuthige Miene mit der Du diesen Brief erbrichst und ihn zu lesen anfängst, ich sehe aber auch wie sich nach und nach deine Züge erheitern, und Du am Ende gern alles vegißt und vergiebst; könnte nur aus jedem Worte mein Herz so sprechen wie es fühlt, jede Zeile Dir sagen wie ich dich liebe und verehre, Du würdest gewiß nicht böse auf mich sein, wenn Du es auch wirklich wärest. Lieber Onkel rechne deine Nichte nicht zu jenen Leichtsinnigen Geschöpfen in deren Herzen liebe und Dankbarkeit keine Wurzel faßt, denke nur immer daß mein ganzes Bestreben darnach geht, dir Ehre zu machen, und ich deshalb weder Kräfte noch Mühe spare um mich Deiner würdig zu machen, und suchen werde Dir meine Liebe mit der That zu beweisen. Auch bin ich überzeugt daß Dir dies am Ende doch lieber ist als viele Briefe und schöne Versprechungen wo nichts dahinter ist, ich will deshalb meine Faulheit im Schreiben gar nicht beschönigen, und verspreche für die Zukunft Beßerung. Mein Erfolg in der Malerey ist hier glänzender als er irgend wo gewesen; den Winter verlebte ich ganz still, ich war nicht bekannt, und hatte, auch keine Gelegenheit es zu werden da Onkel und Tante fast nie ausgehen, und die wenigen Leute die zu uns kommen Freunde sind, und wenig Bekanntschaften haben; ich bekam zwar von einem geistlichen Herrn Bestellungen zu unsern Copien, die mir aber wenig einbrachten, da der gute Mann selber nicht viel hat; es war aber doch eine angenehme Beschäftigung und immer beßer als gar nichts. Im Frühjahr wurde ich aber auf einmal so bekannt, und bekam so viel zu thun, daß ich bis die Herrschaften aufs Land giengen nicht wußte wie ich alles bestreiten sollte, und dies alles [2] hatte ich der Protection der zwei Fürstinen Auersperg zu verdanken wo besonders die junge Fürstin Gabriele sich meiner so thätig annahm daß ich hier bald in den ersten Häusern bekannt wurde; sie selbst mußte ich zweimal zeichnen, und ihren Sohn malen, dann habe ich die Kinder der Fürstin Windisch Grätz geborene Schwarzenberg gezeichnet, eben so die drei Kinder der Fürstin Paul Esterhazy und mehrere andere. Die Gräfin Sophie Zichy, und die Gräfin Fanny Batthyany habe ich auch beide gemalt. Die Composition einer kleinen Madonna von mir, hat hier so gefallen, daß die Fürstin Auersperg, Windischgrätz, der Fürst Liechtenstein und mehrere Große es zu haben wünschten, und es endlich unter sich verloosten, ohne daß ich etwas davon wußte, diese Verloosungs Geschichte war eine Zeitlang das Tagesgespräch in der großen Welt, was mir sehr zu statten kam, denn bey dieser Gelegenheit wurde ich natürlicher Weise sehr bekannt. Die Gräfin batiste Batthyany gewann es und seit der Zeit habe ich es schon wieder copieren müßen, und eine zweite Copie ist auch schon halb und halb bestellt. Die angestrengte Arbeit mogte mich wohl zu sehr angegriffen haben, denn ich wurde sehr Nerven schwach, bekam häufige Ohnmachten und zuletzt ein Wegselfieber, womit ich mich einige Monathe mit herum geschlept habe. Anfangs Sommers reißen aber alle Herrschaften aufs Land, so daß ich wenig mehr zu thun hatte, denn ich konnte nur mit der allergrößten Anstrengung einige Stunden arbeiten, und in den Fieber Tagen gar nicht. Damals erhielt ich deinen lieben Brief, der mir unendlich viel Freude machte den ich aber wirklich nicht im Stande war gleich zu beantworten.
Die Eltern die von meiner Krankheit nichts wußten, waren sehr oft böse daß ich ihnen so wenig schrieb, aber auch dieses Wenige kostete mir viel Anstrengung. Endlich da es nicht beßer werden wollte, so entschloß ich mich die Luft zu verändern, und gieng auf einige Wochen nach Baden; seitdem bin ich beßer, und Gott sey Dank jetzt so wohl wie ich es lange [3] nicht gewesen bin. Seit meiner Zurückunft aus Baden habe ich ein großes Altarbild angefangen, welches bey mir für eine Kirche in Böhmen bestellt ist, es sollte den Heiligen Wenzeslaus vorstellen wie er als Märtirer im himmel aufgenommen wird; übrigens war es mir ganz über laßen wie und auf welche Art ich ihn darstellen will; aus seinem Leben habe ich keine Scene gewählt weil alsdann die Composition sehr complicirt geworden wäre, ich habe ihn aber vorgestellt wie er eben in Begleitung seiner zwey Schutzengel im Himmel aufgenommen wird, und von der Mutter Gottes die Marter Krone erhält; wenn das Bild fertig ist werde ich dir eine Szitze davon machen, und sie dir mit noch einen kleinen Bildchen was ich für dich malen will schicken. Dieses Altar Bild macht mir viel Arbeit und Studien, aber es freut mich unendlich, und dient zur größten Aufmunterung, da besonders Bestellungen dieser Art, hier etwas sehr seltnes sind, denn der ältere Veit hat sich umsonst bemüht eine solche Arbeit hier zu bekommen, und mir ist es so ganz von selbst zugefallen. Geld bringt es mir freilich unmittelbar nicht ein, erspart mir aber eine bedeutende Summe, denn derjenige der es bestellt hat ist unser Artzt und dieser hat für uns beide besonders für meinen Mann so viel gethan, daß wir ihm ein sehr bedeutendes Geschenk hätten machen müßen, denn die Kur meines Mannes die noch keinesweges beendigt ist hat er sich mit der größten Sorgfalt unterzogen, und weil er zugleich Ober Arzt in dem hiesigen großen Hospital ist, so hat mein Mann die künstlichen Bäder, und die meiste Medicin umsonst erhalten, welches sonst sehr viel gekostet haben würde. Nun male ich ihm das Bild als Bezahlung und er fühlt sich überdieß noch sehr verpflichtet wozu er auch volle Ursache hat, denn das Bild ist sehr bedeutend groß es ist 2½ Ellen hoch 1½ Ellen breit d.h. Wiener Ellen die sehr groß ist. Mein guter Mann hat sehr an seiner [4] Gesundheit gelitten, und mit vieler Gedult die strengsten Kuren gebraucht, jetzt ist er seit sechs wochen in Baden, um dort die Bäder zu gebrauchen welche ihm auch zuzusagen scheinen. Mit der Steinzeichnung habe ich immer noch nicht angefangen, denn der einzige Mensch der noch so leidlich abdru[kt] ist leider gestorben, und es ist jetzt hier ein wahrer Jamme[r] mit dem Steindrucke; ich habe deshalb noch gar nicht angefang[en] denn es wäre ja schade wenn man so viel Zeit und Mühe an eine Sache verwendete, die nachher gänzlich verdorben wird. Ich hoffte immer es sollte während meiner Anwesenheit in Wien ein neues drucker Genie aufstehen, aber ehe sich bey den guten Wienern einer so weit versteigt kann man wohl ein halbes Jahrhundert warten, denn die großen Lichter sind hier sehr sparsam. So bald aber die Sache zu stande kommt und gelingt, so nehme ich das gütige Anerbiethen von Herrn Welker ein Comentar dazu zu liefern, mit sehr großen Danke an. Durch die Zögerung bin ich schon von selbst von Böttiger abgekommen, und will er noch als dann etwas darüber schreiben, so mag er es in Gottes namen thun, das beßere bleibt immer das Rechte, u das wird ohne Zweifel Herrn Welckerʼs seyn. –
Onkel Friedrich ist schon seit sechs Wochen von Wien abwesend, jetzt ist er in München. Tante mit der ich jetzt allein hier bin, hat mir sehr viele freundliche Grüße für dich aufgetragen. Nächstens werde ich wieder auf einige Tage nach Baden gehen, um das Portrait einer eleganten hübschen Frau dort zu malen; es sind jetzt sehr viele Bekannte von mir in Baden, unter andern die Frau von Pichler mit der ich sehr befreundet bin; wir wohnen in Wien in ihrem Hause und sehen uns sehr viel. Sie spricht noch mit großen Entzücken von Dir, und hat mir oft erzählt wie du der Liebling der eleganten schönen Damens in Wien gewesen, und wie sie sich alle um Deine Gunst beworben. – Die Beschreibung deines Hauses hat mir viel Freude gewährt, es muß ja fürstlich bey dir sein, denn es war ja wie ich bey Dir war schon prächtig
[1] Nun liebster Onkel ich muß für diesmal schließen, nicht wahr du zürnst mir nicht mehr? Nein thue es nicht und [sey] großmüthig wie du es immer warst!, in Zeit von zwey Monathen bekommst Du gewiß wieder einen Brief [4] von mir, und vielleicht noch etwas dazu, bis dahin möge Dich der liebe Gott in seinen Schutz nehmen. Schreibst Du an die Mutter so sage ihr nur ob, und wie böse du mir noch bist. Mein Mann hat mir die herzlichsten Grüße für Dich aufgetragen. Grüße alle Bekannte in Bonn von mir. Deine Dich treu und zärtlich liebende Nichte
Augusta Buttlar
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