• Adolf Friedrich Stenzler to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: London · Place of Destination: Bonn · Date: 16.07.1832
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Adolf Friedrich Stenzler
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: London
  • Place of Destination: Bonn
  • Date: 16.07.1832
  • Notations: Empfangsort erschlossen.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-611-36979
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.26,Nr.85
  • Number of Pages: 2 S., hs. m. U.
  • Format: 25,2 x 20,2 cm
  • Incipit: „[1] 24 White Lion Street, Pentonville
    London.
    d. 16ten July 1832.
    Ew. Hochwohlgeboren
    beeile ich mich zu benachrichtigen, daß meine Ausgabe des Raghu-Vansa in [...]“
  • Editors: Bamberg, Claudia · Hanneder, Jürgen · Varwig, Olivia
[1] 24 White Lion Street, Pentonville
London.
d. 16ten July 1832.
Ew. Hochwohlgeboren
beeile ich mich zu benachrichtigen, daß meine Ausgabe des Raghu-Vansa in wenigen Tagen die Presse verlassen wird. Sogleich nach der Vollendung desselben werde ich die Abschrift des Rámáy. beginnen; u denke die Handschrift A, (Cod. Johns.) der Collation zum Grunde zu legen. In dieser Handschrift habe ich das dritte u vierte Buch zum Behufe einer Vergleichung mit dem Raghu Vansa durchgesehen, u gefunden, daß der Text sehr correct ist. Sollten andere Gründe gegen die Wahl dieser Handschrift sein, so bitte ich Sie, mich davon zu benachrichtigen. Sobald ich Zeit habe, werde ich auch die Handschrift der Lady Chambers ansehen, u Ihnen darüber bericht erstatten.
Mit dem Raghu Vansa habe ich sehr eilen müssen, was bei einem so schwierigen Werke nicht ohne üble Folgen bleiben kann. In der Mittheilung aus dem Commentare des Mallináthas habe ich meine Aufmerksamkeit vorzüglich auf Citationen aus anderen Büchern gerichtet, welche mir für die Textkritik derselben von Wichtigkeit zu sein schienen. So habe ich z. B. gefunden, daß er das Rámáyana beständig nach der Recension der Commentatoren citirt, u meistens nur in Kleinigkeiten von Ihrem Texte abweicht.
Nur an einer Stelle ist die Verschiedenheit bedeutend. Er citirt nämlich den Sloka I, 22, 9. folgendermaßen:
shashtivarshasahasrāṇi jātasya mama kauṣika /
duhkhenotpāditaṣ chāyam̃ na rāmam̃ netum arhasi /

[2] Da ich die Serampore Ausgabe nicht zur Hand habe, weiß ich nicht ob dies die Lesart der bengalischen Recension ist. Mallináthas aber sieht sich durch dieselbe gezwungen, eine Stelle im Raghu Vansa anders zu erklären, als ich den bloßen Worten nach gethan habe, welche mir besser zu der Lesart Ihrer Ausgabe zu passen scheinen. – In seinen Citaten aus Manu weicht er zuweilen bedeutend ab von den gedruckten Ausgaben. Es wäre zu wünschen, daß die Leute in Calcutta eine Ausgabe des Raghu Vansa mit dem Commentare veranstalten, aber etwas mehr Sorgfalt auf den Druck verwendeten, als in den letzten Publikationen geschehen. – Wilsonʼs Ausgabe des Mahábhárata scheint rasch fortzuschreiten. Wie ich höre, hat ein Herr, der neulich aus Calcutta hier angekommen, ein Exemplar des ersten Bandes mitgebracht; im Buchhandel ist seit der Sendung des Manu u der Dramen, welche Sie empfangen haben werden, nichts Neues angekommen.
Mit den Versicherungen meiner vollkommensten Hochachtung verbleibe ich
Ew Hochwohlgeboren
ergebenster
AFStenzler
[1] beantwortet d. 13ten Aug
mit einem Wechsel von
£. 15 „–„
[1] 24 White Lion Street, Pentonville
London.
d. 16ten July 1832.
Ew. Hochwohlgeboren
beeile ich mich zu benachrichtigen, daß meine Ausgabe des Raghu-Vansa in wenigen Tagen die Presse verlassen wird. Sogleich nach der Vollendung desselben werde ich die Abschrift des Rámáy. beginnen; u denke die Handschrift A, (Cod. Johns.) der Collation zum Grunde zu legen. In dieser Handschrift habe ich das dritte u vierte Buch zum Behufe einer Vergleichung mit dem Raghu Vansa durchgesehen, u gefunden, daß der Text sehr correct ist. Sollten andere Gründe gegen die Wahl dieser Handschrift sein, so bitte ich Sie, mich davon zu benachrichtigen. Sobald ich Zeit habe, werde ich auch die Handschrift der Lady Chambers ansehen, u Ihnen darüber bericht erstatten.
Mit dem Raghu Vansa habe ich sehr eilen müssen, was bei einem so schwierigen Werke nicht ohne üble Folgen bleiben kann. In der Mittheilung aus dem Commentare des Mallináthas habe ich meine Aufmerksamkeit vorzüglich auf Citationen aus anderen Büchern gerichtet, welche mir für die Textkritik derselben von Wichtigkeit zu sein schienen. So habe ich z. B. gefunden, daß er das Rámáyana beständig nach der Recension der Commentatoren citirt, u meistens nur in Kleinigkeiten von Ihrem Texte abweicht.
Nur an einer Stelle ist die Verschiedenheit bedeutend. Er citirt nämlich den Sloka I, 22, 9. folgendermaßen:
shashtivarshasahasrāṇi jātasya mama kauṣika /
duhkhenotpāditaṣ chāyam̃ na rāmam̃ netum arhasi /

[2] Da ich die Serampore Ausgabe nicht zur Hand habe, weiß ich nicht ob dies die Lesart der bengalischen Recension ist. Mallináthas aber sieht sich durch dieselbe gezwungen, eine Stelle im Raghu Vansa anders zu erklären, als ich den bloßen Worten nach gethan habe, welche mir besser zu der Lesart Ihrer Ausgabe zu passen scheinen. – In seinen Citaten aus Manu weicht er zuweilen bedeutend ab von den gedruckten Ausgaben. Es wäre zu wünschen, daß die Leute in Calcutta eine Ausgabe des Raghu Vansa mit dem Commentare veranstalten, aber etwas mehr Sorgfalt auf den Druck verwendeten, als in den letzten Publikationen geschehen. – Wilsonʼs Ausgabe des Mahábhárata scheint rasch fortzuschreiten. Wie ich höre, hat ein Herr, der neulich aus Calcutta hier angekommen, ein Exemplar des ersten Bandes mitgebracht; im Buchhandel ist seit der Sendung des Manu u der Dramen, welche Sie empfangen haben werden, nichts Neues angekommen.
Mit den Versicherungen meiner vollkommensten Hochachtung verbleibe ich
Ew Hochwohlgeboren
ergebenster
AFStenzler
[1] beantwortet d. 13ten Aug
mit einem Wechsel von
£. 15 „–„
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