• Johanna Christiane Erdmuthe Schlegel to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Hannover · Place of Destination: Wien · Date: 23.04.1808
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Johanna Christiane Erdmuthe Schlegel
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Hannover
  • Place of Destination: Wien
  • Date: 23.04.1808
  • Notations: Absende- und Empfangsort erschlossen. – S. 3 und 4 beschnitten.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: APP2712-Bd-5
  • Classification Number: Mscr.Dresd.App.2712,B,18,33
  • Number of Pages: 3 S. auf Doppelbl. (beschnitten), hs. m. U.
  • Format: 25,6 x 17,9 cm
  • Incipit: „[1] den 23 ten April
    1808.
    Mein sehr Lieber Sohn
    Deinen Lieben Brief mit den Wechsel habe ich gestern er halten. Gott sey [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
[1] den 23 ten April
1808.
Mein sehr Lieber Sohn
Deinen Lieben Brief mit den Wechsel habe ich gestern er halten. Gott sey tausentmal danck daß es Dir so wohl geht. Auch dancke ich Dir recht hertzlich vor das überschickte. Carl ist mit der Ausrichtung des Geschäffts recht gut zu rechte gekommen. Wie ich es in Zeitung laß mit Deinen Vorlesung war ich nicht recht damit zufrieden, weil ich mich erinerte, daß sie Dich in Berlin sehr angegriffen hatten Ich bin froh daß Du nun schon gewiß weit über die Hälfte damit bist. Strenge Dich ja nicht zu viel an, daß ich die Freude Dich wieder zu sehn recht genüße. Ich u Carls freuen uns unbeschreiblich auf Deinen besuch, Gott gäbe von beyden Seyden Gesundheit, u Dir eine recht gelickliche Reiße. Die Hofnung die Du mir machst, freut mich sehr daß Friedrich wahrscheinlich da sein Glück machen wird wenn daß geschähe würde ich recht ruhig sterben. Ich war von meiner langwirigen unpaßlichkeit wieder hergestellt, als als wir das unglük hatten, besonders hier auf der Neustatt wo ich wohne großes Wasser zu haben Es tauerte nur 24 Stunden, war aber Arg. Es kamm in der Nacht um 1 uhr, ich war die Erste hier im Hauße die auf wachte. die Leute die nicht Eilig über aus waren [2] ihre Keller aus zu reimen habe großen Schaden gehabt. auch die Leute die unten wohnten, musten mit ihren Sachen herauf, Ich habe auch 9 Personen auf nehmen müßen 2 mal 24 Stunden. Es war auf der Straße wie ein See, u in Höffen auch. Mann saß also fest.
Auf der Altstadt ist das Wasser nicht gekommen, da haben sie nur die Besorgnüß gehabt, u daher auch des Nachts die Keller aus gereunt. Auf den Garten hat Carl wohl ein 20 r. Schaden gehabt. Den einen Tag waren ich u Carls Ganz geschieden, den andern Tag kammen sie zu wagen zu mir. Ich habe gar keinen Schaden gehabt, nur Schrecken Angst, u die Feichtigkeit, die her auf zog, denn das Aus Pumpen aus den Kellern tauerte wohl 8 Tage ist mir nicht bekommen, ich habe Husten u Schnupfen bekommen, der aber bald über gehn wird. Ich gehe dabey aus, ander werts, als in Braunschweig ist es noch viel schlimmer geweßen, das Waßer hat Weit u Breit Großen Schaden an gerichtet. Man glaubt sehr großer Schnee auf den Hartz, der blötzlich geschmoltzen ist u noch dazu Regen ein Wolcken bruch, auch sind Täme aus gebrochen, man wird es noch genauer hören was schuld ist. Du wirst Dich wundern wie ich dabey so großen Schrecken gehabtt habe es war aber ein Lerm u Geschrei, Waßers moth auf den Straßen, u außer dem Tohre hörte man Nothschüße. Es ist traurig, die Leute sind so ver amt genung auch [3] sind viel Feuers brünste hier im Lande herum geweßen. alles übrige verspaare ich bis Du kömmst. Du hast Hofnung gemacht, auch an Carls zu schreiben da freue ich mich auch, daß ich wieder was von Dir höre. Ich hoffe doch gewiß daß Dich dieser Brief noch in Wien trift. Auf allen Fall, schreibe ich auch noch eben an Lottchen, da hörst Du eben daß was ich Dir schreibe. Lebe bis dahin recht wohl bester Sohn
Mutter Schlegel
[4] [leer]
[1] den 23 ten April
1808.
Mein sehr Lieber Sohn
Deinen Lieben Brief mit den Wechsel habe ich gestern er halten. Gott sey tausentmal danck daß es Dir so wohl geht. Auch dancke ich Dir recht hertzlich vor das überschickte. Carl ist mit der Ausrichtung des Geschäffts recht gut zu rechte gekommen. Wie ich es in Zeitung laß mit Deinen Vorlesung war ich nicht recht damit zufrieden, weil ich mich erinerte, daß sie Dich in Berlin sehr angegriffen hatten Ich bin froh daß Du nun schon gewiß weit über die Hälfte damit bist. Strenge Dich ja nicht zu viel an, daß ich die Freude Dich wieder zu sehn recht genüße. Ich u Carls freuen uns unbeschreiblich auf Deinen besuch, Gott gäbe von beyden Seyden Gesundheit, u Dir eine recht gelickliche Reiße. Die Hofnung die Du mir machst, freut mich sehr daß Friedrich wahrscheinlich da sein Glück machen wird wenn daß geschähe würde ich recht ruhig sterben. Ich war von meiner langwirigen unpaßlichkeit wieder hergestellt, als als wir das unglük hatten, besonders hier auf der Neustatt wo ich wohne großes Wasser zu haben Es tauerte nur 24 Stunden, war aber Arg. Es kamm in der Nacht um 1 uhr, ich war die Erste hier im Hauße die auf wachte. die Leute die nicht Eilig über aus waren [2] ihre Keller aus zu reimen habe großen Schaden gehabt. auch die Leute die unten wohnten, musten mit ihren Sachen herauf, Ich habe auch 9 Personen auf nehmen müßen 2 mal 24 Stunden. Es war auf der Straße wie ein See, u in Höffen auch. Mann saß also fest.
Auf der Altstadt ist das Wasser nicht gekommen, da haben sie nur die Besorgnüß gehabt, u daher auch des Nachts die Keller aus gereunt. Auf den Garten hat Carl wohl ein 20 r. Schaden gehabt. Den einen Tag waren ich u Carls Ganz geschieden, den andern Tag kammen sie zu wagen zu mir. Ich habe gar keinen Schaden gehabt, nur Schrecken Angst, u die Feichtigkeit, die her auf zog, denn das Aus Pumpen aus den Kellern tauerte wohl 8 Tage ist mir nicht bekommen, ich habe Husten u Schnupfen bekommen, der aber bald über gehn wird. Ich gehe dabey aus, ander werts, als in Braunschweig ist es noch viel schlimmer geweßen, das Waßer hat Weit u Breit Großen Schaden an gerichtet. Man glaubt sehr großer Schnee auf den Hartz, der blötzlich geschmoltzen ist u noch dazu Regen ein Wolcken bruch, auch sind Täme aus gebrochen, man wird es noch genauer hören was schuld ist. Du wirst Dich wundern wie ich dabey so großen Schrecken gehabtt habe es war aber ein Lerm u Geschrei, Waßers moth auf den Straßen, u außer dem Tohre hörte man Nothschüße. Es ist traurig, die Leute sind so ver amt genung auch [3] sind viel Feuers brünste hier im Lande herum geweßen. alles übrige verspaare ich bis Du kömmst. Du hast Hofnung gemacht, auch an Carls zu schreiben da freue ich mich auch, daß ich wieder was von Dir höre. Ich hoffe doch gewiß daß Dich dieser Brief noch in Wien trift. Auf allen Fall, schreibe ich auch noch eben an Lottchen, da hörst Du eben daß was ich Dir schreibe. Lebe bis dahin recht wohl bester Sohn
Mutter Schlegel
[4] [leer]
×