• Henriette von Arnstein to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Wien · Place of Destination: Coppet · Date: [nach dem 6. Mai 1809]
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Henriette von Arnstein
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Wien
  • Place of Destination: Coppet
  • Date: [nach dem 6. Mai 1809]
  • Notations: Datum sowie Absende- und Empfangsort erschlossen. – Datierung durch die Erwähnung des Todes von Franz Karl Leopold von Seckendorf-Aberdar (6. Mai 1809) und der Schlacht bei Ebelsberg, in der Seckendorf starb.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: APP2712-Bd-8
  • Classification Number: Mscr.Dresd.App.2712,B,II,3a
  • Number of Pages: 3 S. auf Doppelbl., hs. m. U
  • Format: 11,6 x 9,2 cm
  • Incipit: „[1] Da sich meine Mutter nicht überwinden kann einem Gelehrten zu schreiben, ich diese Furcht aber gegen Sie schon abgelegt [...]“
  • Editors: Bamberg, Claudia · Varwig, Olivia
[1] Da sich meine Mutter nicht überwinden kann einem Gelehrten zu schreiben, ich diese Furcht aber gegen Sie schon abgelegt habe, so danke ich Ihnen in ihrem Namen für Ihre gütige Zuschrift; u für Ihr Andenken. Es wäre für Sie vielleicht interessant jezt hier zu seyn, wo wir so viel merkwürdiges sehen, hören u sogar mitmachen, denn Sie müßen nur wißen dß ich gar nicht mehr so bescheiden bin seitdem ich mich habe bombardiren laßen u nun auch ein Wort mit sprechen kann. Es ist doch ein Mittel die Augen auf sich zu ziehen; Sie begreifen diese Künste [2] nicht, aber desto mehr verstehe ich es, u ich habe meine gute Ursachen.
Unser armer Seckendorf ist ein Opfer seines guten Willens u eines Schicksals geworden das keine seiner Unternehmungen gelingen ließ. Wenn Sie erst wüßten wie gräßlich seine lezten Augenblicke höchst wahrscheinlich gewesen sind, so würden Sie ihn noch mehr bedauren. Wenn Sie jemand begegnen der Augenzeuge von der Schlacht bei Ebelsberg war, so wird er Ihnen Aufklärungen darüber geben können. Genießen Sie recht des Friedens u der Ruhe die Sie umgiebt, thun Sie etwas für uns armen, deren [3] Einbildungskraft jezt nicht rosenroth ist, u sich nicht sobald erholen wird. Senden Sie uns hübsche, freundliche u belehrende Worte, wir verdienen wohl nach überstandenen Leiden diese Erholung. – Empfehlen Sie mich u meine Mutter dem Andenken der Frau v: Stael, wenn sie die Wiener liebt, so kann sie jezt oft an sie denken, u wie!!
Ihre ergebene
Henriette Pereira
[4] [leer]
[1] Da sich meine Mutter nicht überwinden kann einem Gelehrten zu schreiben, ich diese Furcht aber gegen Sie schon abgelegt habe, so danke ich Ihnen in ihrem Namen für Ihre gütige Zuschrift; u für Ihr Andenken. Es wäre für Sie vielleicht interessant jezt hier zu seyn, wo wir so viel merkwürdiges sehen, hören u sogar mitmachen, denn Sie müßen nur wißen dß ich gar nicht mehr so bescheiden bin seitdem ich mich habe bombardiren laßen u nun auch ein Wort mit sprechen kann. Es ist doch ein Mittel die Augen auf sich zu ziehen; Sie begreifen diese Künste [2] nicht, aber desto mehr verstehe ich es, u ich habe meine gute Ursachen.
Unser armer Seckendorf ist ein Opfer seines guten Willens u eines Schicksals geworden das keine seiner Unternehmungen gelingen ließ. Wenn Sie erst wüßten wie gräßlich seine lezten Augenblicke höchst wahrscheinlich gewesen sind, so würden Sie ihn noch mehr bedauren. Wenn Sie jemand begegnen der Augenzeuge von der Schlacht bei Ebelsberg war, so wird er Ihnen Aufklärungen darüber geben können. Genießen Sie recht des Friedens u der Ruhe die Sie umgiebt, thun Sie etwas für uns armen, deren [3] Einbildungskraft jezt nicht rosenroth ist, u sich nicht sobald erholen wird. Senden Sie uns hübsche, freundliche u belehrende Worte, wir verdienen wohl nach überstandenen Leiden diese Erholung. – Empfehlen Sie mich u meine Mutter dem Andenken der Frau v: Stael, wenn sie die Wiener liebt, so kann sie jezt oft an sie denken, u wie!!
Ihre ergebene
Henriette Pereira
[4] [leer]
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