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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="3798"><titleStmt><title>Charlotte Schlegel an August Wilhelm von Schlegel</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Bearbeiterin"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-marburg.de">Philipps-Universität Marburg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/briefedigital/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition><persName role="Bearbeiter/in"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName><persName role="Bearbeiter/in"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname></persName></edition></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-01-22</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels</ab><ab type="state">Neu transkribiert und ausgezeichnet; zweimal kollationiert</ab></availability><date when="2022-01-26"/><idno type="url">https://august-wilhelm-schlegel.de/briefedigital/letters/view/3798</idno></publicationStmt><sourceDesc><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek</institution><idno type="signatur">Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.23,Nr.13</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="oai">DE-1a-34097</ab><ab type="alternativeOai">DE-1a-1933482</ab><ab type="alternativeSignatur">Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.23,S.51-54</ab><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab><ab type="pages">4S. auf Doppelbl., hs. m. U.</ab><ab type="paper">20,4 x 12,6 cm</ab><ab type="note">Empfangsort erschlossen.</ab></objectDesc></physDesc></msDesc><listRelation><relation name="Beiliegender_Brief_von/an_A.W._Schlegel" ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/briefedigital/letters/xml/5789"/></listRelation></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/briefedigital/letters/view/3798"><correspAction type="sent"><persName key="2286" ref="http://d-nb.info/gnd/1019576790">Charlotte Schlegel</persName><placeName key="2755" ref="http://d-nb.info/gnd/4094727-0">Harburg, Elbe</placeName><date when="1833-01-31">1833-01-31</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="766" ref="http://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><placeName key="887" ref="http://d-nb.info/gnd/1001909-1">Bonn</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23_tif/jpegs/00000051.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23_tif/jpegs/00000052.tif.original.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23_tif/jpegs/00000053.tif.original.jpg"/><graphic n="4" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23_tif/jpegs/00000054.tif.original.jpg"/></facsimile><text><body><div><p><milestone unit="start" n="1885"/>[1]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="1885"/> <placeName key="2755">Harburg</placeName> den 31sten Jan. 1833.<lb/>Mein geliebter Bruder!<lb/>Auf Ihren Wunsch, gebe ich Ihnen gleich Heute Nachricht von den Empfang und die Ausbezahlung Ihres mir übersandten Wechsels, wen gleich bey meiner Schwäche mir das Schreiben sehr beschwerlich wird. Herzlichen Dank sage ich Ihnen, bester Bruder, für den abermahligen Beweis Ihrer gütigen Gesinnungen, und Ihrer brüderlichen Liebe. Durch den schönen Beytrag wird mir und <persName key="2113"><persName key="3671"><persName key="3460">meinen Kindern</persName></persName></persName> manche Sorge erleichtert, und manches Bedürfniß befriedigt werden, waß sonst hätte unterbleiben müssen. <lb/>Daß ich so lange nicht geschrieben habe, werden Sie wie ich hoffe, mir nicht als Gleichgültigkeit oder Undank auslegen, Sie kennen ja mein Herz, und <milestone unit="start" n="1886"/>[2]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="1886"/> wissen daher daß ich dazu unfähig bin, nur meine zunehmende Kränklichkeit, und besonders der Gichtschmerz und das Stechen in den Fingern meiner rechten Hand, hat mich gehindert und abgehalten. Um diese wenigen Zeilen zu Papier zu bringen und noch einige nothwendige Briefe schreiben zu könen, habe ich mir an allen Fingern Blutegeln setzen lassen, dadurch habe ich mir für kurze Zeit Lindrung verschaft. Ueber meine Beine habe ich auch zu klagen; sie sind mir so sehr angeschwollen daß ich fast nicht gehen kann, es ist wahrscheinlig Wasser. Gott gebe nur daß es mir nicht in die Brust steigt, ich würde sonst ein Schmerzenvolles Ende haben. Gerne will ich sterben, nur bitte ich Gott daß er mich für ein zu langes Lager, und zu heftige Schmerzen behühte. Ihre liebevolle Theilnahme an meinen Befinden, lieber Bruder, hat mich innig gerührt, und Ihr Mitgefühl thut meinem Herzen wohl und erfreut mich. <lb/>Ihr Andenken an den Tod <persName key="264">der geliebten Mutter</persName>, hat <milestone unit="start" n="1887"/>[3]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="1887"/> auch <hi rend="offset:4">mich</hi> wehmüthig ergriffen, und mir jene Zeiten wo wir noch mit einander glücklich waren, lebhaft vor die Seele gestellt! Wie vieles hat sich seitdem verändert, und wie manchen schmerzlichen Verlust haben wir zu beweinen. Möge Gott Sie, theurster Bruder, als die einzige noch übrige Stütze der Familie, noch lange zu unserm Trost und unsrer Freude erhalten. <lb/><persName key="3460">Meine Malchen</persName> fühlt sich sehr beglükt durch Ihr gütiges Anerbieten sie freundlich bey sich auf zu nehmen. Das gute Kind das sich unter Ihren Schutz begiebt, wird gewiß alles anwenden Ihnen das Leben zu verschönern, und so viel ihre traurige Stimmung es zuläßt es Ihnen zu erheitern suchen. Ihr Besuch den sie mir verspricht macht mir viele Freude, nur die Trennung die im Hintergrunde liegt und gewiß die Lezte für dieses Leben ist, trübt sie mir und macht mich traurig.<lb/>Von <persName key="3671">Minchen</persName> erhalten Sie <ref target="fud://5789">beykommend einen Brief</ref> worin Sie Ihnen von sich und Ihrer Lage Nachricht geben wird. Leben Sie den wohl geliebter Bruder! Ich <milestone unit="start" n="1888"/>[4]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="1888"/> wiederhohle Ihnen meinen herzlichen Dank und bitte um die Fortdauer Ihrer brüderlichen Liebe,<lb/>Ihre<lb/>Sie innig werthschätzende Schwester<lb/>Ch Schlegel<lb/><milestone unit="start" n="25802"/>[1]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="25802"/> <milestone unit="start" n="25803"/>beantw. d. 12ten März 33.<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Notiz des Empfängers</title></note><milestone unit="end" n="25803"/></p></div></body></text></TEI>
