• August Wilhelm von Schlegel to Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling

  • Place of Dispatch: Genf · Place of Destination: Unknown · Date: 04.04.1809
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: August Wilhelm von Schlegel
  • Recipient: Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling
  • Place of Dispatch: Genf
  • Place of Destination: Unknown
  • Date: 04.04.1809
    Manuscript
  • Provider: Marbach am Neckar, Deutsches Literaturarchiv
  • Classification Number: A:Schelling 56.1467
  • Number of Pages: 4 S., hs. m. U. u. Siegel
  • Format: 8°
  • Incipit: „[1] Genf d.4ten Apr.1809
    Unser wackrer Friedrich Tieck, der mir den Winter sehr angenehm hat hinbringen helfen, indem er mir alle [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
  • Gamgoum, Nancy
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[1] Genf d.4ten Apr.1809
Unser wackrer Friedrich Tieck, der mir den Winter sehr angenehm hat hinbringen helfen, indem er mir alle Nachmittage Gesellschaft leistete, und in meinem Zimmer geistreiche Zeichnungen entwarf, wird Ihnen von unserm hiesigen Thun und Leben Nachricht geben können, wenn Sie freundschaftlicher Weise etwas darnach fragen.
Nächstens hoffe ich mich auch von Ihnen lesen zu lassen, und zwar in zwey Bänden auf einmal, nämlich dem Spanischen Theater, das Ihnen freylich nur zur Hälfte neu seyn wird, und dem ersten Bande meiner Vorlesungen welche meine Verleger beauftragt sind, Ihnen zuzustellen.
Ich danke Ihnen für die Besorgung meines Briefes an den Kronprinzen, und dürfte Sie vielleicht um die gleiche Bemühung in Ansehung eines ihm zu überreichenden Exemplars meiner Vorlesungen bitten.
Wann werde ich denn das verheißene Packet [2] mit den letzten Heften Ihrer Zeitschrift und manchen andern Sachen erhalten? Sie würden mir eine große Freude damit machen.
Vergeblich habe ich immer darauf gehofft, etwas von Ihnen zu hören, und Frau von Stael hätte auch eine Antwort auf ihre Zeilen erwartet. Mittelbar hörte ich etwas aus München durch einen Brief des Hrn. von Humboldt, da hätte ich gern Ihren Gegenbericht über seinen dortigen Aufenthalt gehabt. Es muß zu allerley artigen Zusammentreffungen zwischen ihm, Jacobi, und Ihnen und Bader auf der anderen Seite gekommen seyn. Daß man ihn nun in Berlin zum Minister des Gottesdienstes, einer dort nicht vorhandenen Sache, wovon er nicht die geringste Kundschaft hat, ernannt, heißt doch die bewußtlose Ironie gegen sich selbst gar zu weit treiben. Es giebt Leute, die einmal nicht anders werden, wenn man sie auch in einem Mörser zerstößt, und wie es scheint gehören die Berliner dazu.
Empfehlen Sie mich Carolinen bestens und behalten Sie mich in gutem Andenken
Ihr AWSchlegel
[3] [leer]
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[1] Genf d.4ten Apr.1809
Unser wackrer Friedrich Tieck, der mir den Winter sehr angenehm hat hinbringen helfen, indem er mir alle Nachmittage Gesellschaft leistete, und in meinem Zimmer geistreiche Zeichnungen entwarf, wird Ihnen von unserm hiesigen Thun und Leben Nachricht geben können, wenn Sie freundschaftlicher Weise etwas darnach fragen.
Nächstens hoffe ich mich auch von Ihnen lesen zu lassen, und zwar in zwey Bänden auf einmal, nämlich dem Spanischen Theater, das Ihnen freylich nur zur Hälfte neu seyn wird, und dem ersten Bande meiner Vorlesungen welche meine Verleger beauftragt sind, Ihnen zuzustellen.
Ich danke Ihnen für die Besorgung meines Briefes an den Kronprinzen, und dürfte Sie vielleicht um die gleiche Bemühung in Ansehung eines ihm zu überreichenden Exemplars meiner Vorlesungen bitten.
Wann werde ich denn das verheißene Packet [2] mit den letzten Heften Ihrer Zeitschrift und manchen andern Sachen erhalten? Sie würden mir eine große Freude damit machen.
Vergeblich habe ich immer darauf gehofft, etwas von Ihnen zu hören, und Frau von Stael hätte auch eine Antwort auf ihre Zeilen erwartet. Mittelbar hörte ich etwas aus München durch einen Brief des Hrn. von Humboldt, da hätte ich gern Ihren Gegenbericht über seinen dortigen Aufenthalt gehabt. Es muß zu allerley artigen Zusammentreffungen zwischen ihm, Jacobi, und Ihnen und Bader auf der anderen Seite gekommen seyn. Daß man ihn nun in Berlin zum Minister des Gottesdienstes, einer dort nicht vorhandenen Sache, wovon er nicht die geringste Kundschaft hat, ernannt, heißt doch die bewußtlose Ironie gegen sich selbst gar zu weit treiben. Es giebt Leute, die einmal nicht anders werden, wenn man sie auch in einem Mörser zerstößt, und wie es scheint gehören die Berliner dazu.
Empfehlen Sie mich Carolinen bestens und behalten Sie mich in gutem Andenken
Ihr AWSchlegel
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