• Franz Bopp to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: London · Place of Destination: Bonn · Date: 05.02.1826
Edition Status: Single collated printed full text with registry labelling
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Franz Bopp
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: London
  • Place of Destination: Bonn
  • Date: 05.02.1826
    Printed Text
  • Provider: Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
  • OAI Id: 362642923
  • Bibliography: Lefmann, S.: Franz Bopp, sein Leben und seine Wissenschaft. Erste Hälfte. Berlin 1891, S. 102‒103.
  • Incipit: „London, den 5ten Febr. 1826.
    Hochwohlgebohrner Herr Professor,
    Hochgeehrtester Freund!
    Sehr spät erfülle ich mein Versprechen, Ihnen von hier aus zu schreiben, so oft [...]“
    Manuscript
  • Provider: Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
  • OAI Id: DE-611-38972
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.3,Nr.75
  • Number of Pages: 3 S. auf Doppelbl., hs. m. U. u. Adresse
  • Format: 25,3 x 20,3 cm
    Language
  • German
London, den 5ten Febr. 1826.
Hochwohlgebohrner Herr Professor,
Hochgeehrtester Freund!
Sehr spät erfülle ich mein Versprechen, Ihnen von hier aus zu schreiben, so oft und dringend ich es mir auch vorgenommen habe und so sehr ich wünsche, mich dadurch zu der angenehmen Hoffnung zu berechtigen mit einem Brief von Ihnen beehrt zu werden. Der Grund meiner Zögerung liegt, wie Sie mir gerne glauben werden, in meiner überhäuften Beschäftigung in Vergleichung meiner Auszüge des Mah., des bereits gedruckten wie des noch ungedruckten. Haughton hat kurz nach meiner Ankunft eine höchst wichtige Handschrift von Puna erhalten, mit einem anderen Commentar, nämlich von caturbhuja; eine ähnliche von mir früher noch nicht benutzte Handschrift befindet sich in der Colebrookischen Sammlung. Diese beiden Handschriften geben mir wichtige Lesarten, und stimmen unter sich eben so überein wie auf der anderen Seite die Handschriften mit Nilakanthaʼs Scholien, d. h. sie weichen nur in Schreibfehlern von einander ab. Eine andere wichtige Handschrift ist in der Bibliothek der Asiatischen Gesellschaft und diese Handschrift wird mir nun auf den Antrag des Major Tadd, der viel freundschaftlicher und gefälliger ist als Wilkins, mitgetheilt werden. Der Nalus hat durch meine neue Vergleichung nicht wenig Aufklärungen erhalten, und Sie werden mir erlauben Ihnen einige Beispiele mitzuteilen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ich würde Sie bitten mir Ihre ferneren kritischen Beobachtungen mitzutheilen, wenn es mir nicht ein Vergnügen machte zu versuchen, wie weit ich es selber bei einer 2ten Auflage in Correktheit des Textes und der Auslegung zu bringen im Stande seyn dürfte. Ich behalte mir aber, mit Ihrer gütigen Erlaubniß vor, Ihnen den Abdruck der 2ten Auflage, ehe ich sie erscheinen lasse, zu Ihrer Prüfung zu übersenden, und ich werde mir zur Ehre rechnen, die Verbesserungen, die ihr kritischer Scharfblick nicht ermangeln wird Ihnen einzugeben am Schlusse des Werkes abdrucken zu lassen, wenn Sie die Güte haben wollen, mir zu diesem Zwecke Ihre Ansichten über die Stellen mitzutheilen, bei welchen Sie meine Auslegung oder den Text wie ich ihn gebe, nicht billigen. Mit großer Sehnsucht sehe ich der Erscheinung des 1sten Bandes Ihres Ram. entgegen, und hoffe auch, daß Sie uns bald mit einem anderen Hefte der Indischen Bibliothek erfreuen werden. – Mit Sir Alex. Johnston bin ich hier bekannt geworden, und finde an ihm einen der liebenswürdigsten und freundschaftlichsten Engländer. Ich werde erst im April London verlassen und bedauere, daß ich schwerlich das Glück haben werde Sie in Berlin zu sehen, wo ich nicht vor Ende Aprilʼs ankommen werde, hoffe aber, daß Sie mich, zum Ersatz, bald mit einem Briefe beehren und Ihr freundschaftliches Wohlwollen erhalten werden
Ihrem ganz ergebensten
Fr. Bopp.

Meine Adresse:
43. Windsor Terrace City Road.
London, den 5ten Febr. 1826.
Hochwohlgebohrner Herr Professor,
Hochgeehrtester Freund!
Sehr spät erfülle ich mein Versprechen, Ihnen von hier aus zu schreiben, so oft und dringend ich es mir auch vorgenommen habe und so sehr ich wünsche, mich dadurch zu der angenehmen Hoffnung zu berechtigen mit einem Brief von Ihnen beehrt zu werden. Der Grund meiner Zögerung liegt, wie Sie mir gerne glauben werden, in meiner überhäuften Beschäftigung in Vergleichung meiner Auszüge des Mah., des bereits gedruckten wie des noch ungedruckten. Haughton hat kurz nach meiner Ankunft eine höchst wichtige Handschrift von Puna erhalten, mit einem anderen Commentar, nämlich von caturbhuja; eine ähnliche von mir früher noch nicht benutzte Handschrift befindet sich in der Colebrookischen Sammlung. Diese beiden Handschriften geben mir wichtige Lesarten, und stimmen unter sich eben so überein wie auf der anderen Seite die Handschriften mit Nilakanthaʼs Scholien, d. h. sie weichen nur in Schreibfehlern von einander ab. Eine andere wichtige Handschrift ist in der Bibliothek der Asiatischen Gesellschaft und diese Handschrift wird mir nun auf den Antrag des Major Tadd, der viel freundschaftlicher und gefälliger ist als Wilkins, mitgetheilt werden. Der Nalus hat durch meine neue Vergleichung nicht wenig Aufklärungen erhalten, und Sie werden mir erlauben Ihnen einige Beispiele mitzuteilen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ich würde Sie bitten mir Ihre ferneren kritischen Beobachtungen mitzutheilen, wenn es mir nicht ein Vergnügen machte zu versuchen, wie weit ich es selber bei einer 2ten Auflage in Correktheit des Textes und der Auslegung zu bringen im Stande seyn dürfte. Ich behalte mir aber, mit Ihrer gütigen Erlaubniß vor, Ihnen den Abdruck der 2ten Auflage, ehe ich sie erscheinen lasse, zu Ihrer Prüfung zu übersenden, und ich werde mir zur Ehre rechnen, die Verbesserungen, die ihr kritischer Scharfblick nicht ermangeln wird Ihnen einzugeben am Schlusse des Werkes abdrucken zu lassen, wenn Sie die Güte haben wollen, mir zu diesem Zwecke Ihre Ansichten über die Stellen mitzutheilen, bei welchen Sie meine Auslegung oder den Text wie ich ihn gebe, nicht billigen. Mit großer Sehnsucht sehe ich der Erscheinung des 1sten Bandes Ihres Ram. entgegen, und hoffe auch, daß Sie uns bald mit einem anderen Hefte der Indischen Bibliothek erfreuen werden. – Mit Sir Alex. Johnston bin ich hier bekannt geworden, und finde an ihm einen der liebenswürdigsten und freundschaftlichsten Engländer. Ich werde erst im April London verlassen und bedauere, daß ich schwerlich das Glück haben werde Sie in Berlin zu sehen, wo ich nicht vor Ende Aprilʼs ankommen werde, hoffe aber, daß Sie mich, zum Ersatz, bald mit einem Briefe beehren und Ihr freundschaftliches Wohlwollen erhalten werden
Ihrem ganz ergebensten
Fr. Bopp.

Meine Adresse:
43. Windsor Terrace City Road.
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