• Johanna Christiane Erdmuthe Schlegel to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Hannover · Place of Destination: Unknown · Date: 01.12.1808
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Johanna Christiane Erdmuthe Schlegel
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Hannover
  • Place of Destination: Unknown
  • Date: 01.12.1808
  • Notations: Absendeort erschlossen.
    Manuscript
  • Provider: Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
  • OAI Id: APP2712-Bd-5
  • Classification Number: Mscr.Dresd.App.2712,B,18,37
  • Number of Pages: 3 S. auf Doppelbl., hs. m. U. u. Adresse
  • Format: 20,2 x 15,6 cm
  • Incipit: „[1] den 1 ten December
    1808
    Mein sehr lieber Sohn,
    Ich hatte mir vorgenommen, nicht ehr an Dich zu schreiben, als bis Deine [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
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[1] den 1 ten December
1808
Mein sehr lieber Sohn,
Ich hatte mir vorgenommen, nicht ehr an Dich zu schreiben, als bis Deine Briefe an kömmen Du versprachst auch an Carl u Julchen zu schreiben zu anfange des Novembers. Es ist aber noch nichts an gekommen. Ich bitte Dich bestimme keine gewiße Zeit, wenn Du schreiben wilst, u was schicken kömmt es nicht, so, so mache ich mir Sorgen, daß die Briefe verlohren gegangen sind, oder gar daß Du kranck bist. Zwar hattest Du dabey gesetzt wie ich hoffe. Carl wird in diesen Tagen schreiben, u da muß ich ein paar Zeilen beylegen. damit Du von mir selbst weist, wie es mir geht. Gesund bin ich gottlob. Kleine Unpäßlichkeiten in der bösesten Jahrs Zeit, u Alter Schwäche daß kann ich nicht anders erwarten. Wenn ich nur Heiterer gestimmt wäre aber das Alter, wo einem alles beschwerlich wird, die bösen Zeiten, wo noch gar keine Aussichten zum beser Werden sind. Ich habe nun ein Jahr Pancion rickständig, u eben so viel von der Kallenberger witwencasse [2] ab u zu wird noch vielen bitten ein Virteljahr ausgezahlt. Meine Haubtsählichen Bedürfnüße sind wie Du weist sehr theuer: Zucker Caffee Thee. Wein trünke ich gar nicht mehr, ab u zu ein Buttelgen Wein zu Suppen u Soßen. Ich trünke bitter Bier u ein bischen Liquer, dabey befünde ich mich wohl. Mein aller gröstes Bedürfniß ist gegen Abent mit einer oder ein paar Freundinnen zu sammen zu seyn, Ist es bey mir, so kostet es mir Thee u was dabey, was ich doch unter 8 bis 9 mg. nicht haben kann. Gehe ich aus, ist es weit oder gar schlecht Wetter so muß ich mich tragen laßen, das kostet noch mehr. So lange als ich diesen Fuß fort setzen kann, ist meine Lage ziemlich gut. Julchen kann ich selten sehn kaum alle 6 bis 8 Wochen, sie braucht ihre Cur wieder Carln sehe ich alle tage auf eine Virtelstunde, wie es im Polittischen zusteht, weist Du eben so gut als wir. In Götting scheinen sie sich in ihr Schicksaal zu fünden. u sind gesund. Lottchen betaure ich daß sie ihren Mann so entberen muß. Daß gehört auch unter mein Leiden daß Lottchen, u alle meine Kinder [3] so selten schreiben. [Herr] von Ramdor ist itzo in Dreßden[.] Er ist oft bey Ernsts, er hat Lottchen sehr gelobt, wie er an M Deneken geschrieben hat. Nun bester Sohn ich hoffe Du bist gesund u lebst vergnügt, von Friedrich wirst Du mir auch Nachricht gäben. Nun nochmals lebe wohl. daß wünscht von Hertzen
Deine Dich zärtlich
Liebente Mutter
[4] an meinen Lieben
Willhelm
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[1] den 1 ten December
1808
Mein sehr lieber Sohn,
Ich hatte mir vorgenommen, nicht ehr an Dich zu schreiben, als bis Deine Briefe an kömmen Du versprachst auch an Carl u Julchen zu schreiben zu anfange des Novembers. Es ist aber noch nichts an gekommen. Ich bitte Dich bestimme keine gewiße Zeit, wenn Du schreiben wilst, u was schicken kömmt es nicht, so, so mache ich mir Sorgen, daß die Briefe verlohren gegangen sind, oder gar daß Du kranck bist. Zwar hattest Du dabey gesetzt wie ich hoffe. Carl wird in diesen Tagen schreiben, u da muß ich ein paar Zeilen beylegen. damit Du von mir selbst weist, wie es mir geht. Gesund bin ich gottlob. Kleine Unpäßlichkeiten in der bösesten Jahrs Zeit, u Alter Schwäche daß kann ich nicht anders erwarten. Wenn ich nur Heiterer gestimmt wäre aber das Alter, wo einem alles beschwerlich wird, die bösen Zeiten, wo noch gar keine Aussichten zum beser Werden sind. Ich habe nun ein Jahr Pancion rickständig, u eben so viel von der Kallenberger witwencasse [2] ab u zu wird noch vielen bitten ein Virteljahr ausgezahlt. Meine Haubtsählichen Bedürfnüße sind wie Du weist sehr theuer: Zucker Caffee Thee. Wein trünke ich gar nicht mehr, ab u zu ein Buttelgen Wein zu Suppen u Soßen. Ich trünke bitter Bier u ein bischen Liquer, dabey befünde ich mich wohl. Mein aller gröstes Bedürfniß ist gegen Abent mit einer oder ein paar Freundinnen zu sammen zu seyn, Ist es bey mir, so kostet es mir Thee u was dabey, was ich doch unter 8 bis 9 mg. nicht haben kann. Gehe ich aus, ist es weit oder gar schlecht Wetter so muß ich mich tragen laßen, das kostet noch mehr. So lange als ich diesen Fuß fort setzen kann, ist meine Lage ziemlich gut. Julchen kann ich selten sehn kaum alle 6 bis 8 Wochen, sie braucht ihre Cur wieder Carln sehe ich alle tage auf eine Virtelstunde, wie es im Polittischen zusteht, weist Du eben so gut als wir. In Götting scheinen sie sich in ihr Schicksaal zu fünden. u sind gesund. Lottchen betaure ich daß sie ihren Mann so entberen muß. Daß gehört auch unter mein Leiden daß Lottchen, u alle meine Kinder [3] so selten schreiben. [Herr] von Ramdor ist itzo in Dreßden[.] Er ist oft bey Ernsts, er hat Lottchen sehr gelobt, wie er an M Deneken geschrieben hat. Nun bester Sohn ich hoffe Du bist gesund u lebst vergnügt, von Friedrich wirst Du mir auch Nachricht gäben. Nun nochmals lebe wohl. daß wünscht von Hertzen
Deine Dich zärtlich
Liebente Mutter
[4] an meinen Lieben
Willhelm
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