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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="1020"><titleStmt><title>August Wilhelm von Schlegel an Ludwig I., Bayern, König</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Bearbeiterin"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-marburg.de">Philipps-Universität Marburg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-04-20</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2020-04-01"/><idno type="url">https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/letters/view/1020</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Briefe von und an August Wilhelm Schlegel. Gesammelt und erläutert durch Josef Körner. Bd. 1. Zürich u.a. 1930, S. 225‒226.</title><idno type="print">343347008_AWSanLudwigI_24121808</idno></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>München, Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Geheimes Hausarchiv)</institution><idno type="signatur">NL Kg Ludwig I I A 40 IV</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab><ab type="pages">3 S. auf Doppelbl.</ab><ab type="note">Datum erschlossen.</ab></objectDesc></physDesc></msDesc><listRelation><relation name="Beiliegender Brief von/an A.W. Schlegel" ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/letters/xml/4459"/></listRelation></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/letters/view/1020"><correspAction type="sent"><persName key="766" ref="http://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><placeName key="280" ref="http://d-nb.info/gnd/4020137-5">Genf</placeName><date when="1808-12-24">1808-12-24</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="634" ref="http://d-nb.info/gnd/118574884">Ludwig I., Bayern, König</persName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/brievouna_343347008_0001/brievouna_343347008_0001_tif/jpegs/00000245.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/brievouna_343347008_0001/brievouna_343347008_0001_tif/jpegs/00000246.tif.original.jpg"/><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-05vd-f.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-05vd-g.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier2" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-05vd-h.jpg"/><graphic n="4" decls="carrier2" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-05vd-i.jpg"/></facsimile><text><body><div><p>[1] Durchlauchtigster Kronprinz!<lb/>Gnädigster Herr!<lb/>Ew. Königl. Hoheit haben durch den Besuch im vorigen Sommer dem Schlosse von <placeName key="228">Coppet</placeName>, ja der ganzen Schweiz ein kostbares unvergeßliches Andenken zurückgelassen. Es ist erhebend und tröstlich, bey einem großen Beruf den reinsten Adel der Gesinnung, die liebenswürdigste Wärme für alles Gute und Schöne, und ein ringsum ausströmendes Wohlwollen zu erblicken; und dieß alles mit herrlicher Jugendkraft ausgerüstet, welche noch auf eine späte Zukunft über diese stürmischen Zeiten hinaus wohlthätig zu wirken verheißt.<lb/>Was mich insbesondre betrifft, so bin ich stolz auf jeden Augenblick, den Ew. Königl. Hoheit unter bedeutenden Mittheilungen aus einem hellen Geist und offnen Gemüth mir schenkten, und die Zeilen, [2] welche das Wesen des wahren Genusses in so zarten Bildern darstellen, habe ich oft mit inniger Freude wieder gelesen.<lb/><persName key="1414">Ein vortrefflicher Dichter, mit dem ich seitdem Bekanntschaft, ich darf beynah sagen, Freundschaft stiftete, und der das Glück gehabt hatte, auf der Reise durch die Schweiz mit Ew. Königl. Hoheit zusammenzutreffen, Werner</persName>, ist von der gleichen Verehrung für Sie durchdrungen, wie es wohl alle ächten Deutschen seyn müssen, denen es einmal zu Teil geworden, sich Ihnen persönlich nähern zu dürfen.<lb/><persName key="1414">Werner</persName> hat mir <name key="3265" type="work">viel schöne einzelne Gedichte, die ihm die Schweiz und <name key="2312" type="work">Italien eingegeben</name></name>, und Stücke aus seinen neueren dramatischen Hervorbringungen mitgetheilt. Ich glaube, unsre Bühne kann sich sehr viel von ihm versprechen, wenn sich nur nicht der Aufführung ausgezeichneter Werke immer so viel Hindernisse in den Weg stellten.<lb/>Von mir wünschte ich dieselbe Rüstigkeit rühmen zu können, indessen hoffe ich gegen Ende des Winters Ew. Königl. Hoheit <name key="266" type="work"><name key="946" type="work"><name key="1903" type="work">einiges neue von meiner Arbeit</name></name></name> zu Füßen zu legen.<lb/>Seit einiger Zeit ist <persName key="56">mein Freund, der Bildhauer Tieck</persName>, bey uns, und hat <name key="6375" type="work">die Büste <persName key="222">der Frau von Stael</persName></name> und <name key="1376" type="work">die meinige</name>, wie mich dünkt mit sprechender Ähnlichkeit und meisterlich vollendet. Er denkt in kurzem nach Deutschland zu gehen, und zwar zuvörderst [3] das an Kunstschätzen so reiche <placeName key="354">München</placeName> zu besuchen, wo er sich mit der Hoffnung schmeichelt, Ew. Königl. Hoheit unterthänigst aufwarten zu dürfen. Kaum wage ich es, Ihnen durch ihn meine Büste überreichen zu lassen. Aber unter dem Vorwande, dem Beschützer der deutschen Kunst ein in der That schätzbares Kunstwerk vor Augen zu bringen, mag der eigennützige Wunsch mit durchschlüpfen, bey Ew. Königl. Hoheit mein Andenken zu erneuern.<lb/>Als Ew. Königl. Hoheit die Gnade hatten, mich über die bisherigen Arbeiten <persName key="56">des Bildhauers Tieck</persName> in dem Fache, worin Sie sammeln, den Bildnissen berühmter Deutschen, zu befragen, wußte ich außer <name key="1243" type="work">dem von <persName key="137">Goethe</persName></name> nur <name key="3264" type="work">das von <persName key="269">Wolf</persName></name> zu nennen. Er hat aber auch <name key="3263" type="work"><name key="753" type="work">die Büsten von <persName key="367">Herder</persName></name> und <persName key="271">Voß</persName></name> verfertigt, welche bey einer Ausstellung in <placeName key="58">Weimar</placeName> viel Beyfall gefunden haben.<lb/>Möge die von Ew. Königl. Hoheit begonnene Kunstsammlung zum Ruhme des deutschen Namens, in gutem Frieden und bey heiterm Muthe ihres Besitzers anhaltend gedeihen. In tiefster Ehrerbietung verharre ich<lb/>Ew. Königl. Hoheit<lb/>unterthänigster<lb/><hi rend="weight:bold">A. W. Schlegel</hi><lb/><placeName key="280">Genf</placeName> d. 24<hi rend="offset:4">ten</hi> Dec. 1808<lb/>[4]</p></div></body></text></TEI>
