﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="538"><titleStmt><title>Dorothea von Schlegel an August Wilhelm von Schlegel</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Bearbeiterin"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-marburg.de">Philipps-Universität Marburg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-04-20</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2020-04-01"/><idno type="url">https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/letters/view/538</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Geiger, Ludwig: Dichter und Frauen. Neue Sammlung. Berlin 1899, S. 153‒155.</title><idno type="print">362647739_DSanAWS_09011830</idno></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek</institution><idno type="signatur">Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.23,Nr.47</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="oai">DE-1a-34097</ab><ab type="alternativeOai">DE-1a-1933640</ab><ab type="alternativeSignatur">Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.23,S.195-198</ab><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab><ab type="pages">3S. auf Doppelbl., hs. m. U. u. Adresse</ab><ab type="paper">25,2 x 21,9 cm</ab><ab type="note">Empfangsort erschlossen.</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/letters/view/538"><correspAction type="sent"><persName key="180" ref="http://d-nb.info/gnd/118607979">Dorothea von Schlegel</persName><placeName key="16" ref="http://d-nb.info/gnd/4066009-6">Wien</placeName><date when="1830-01-09">1830-01-09</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="766" ref="http://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><placeName key="887" ref="http://d-nb.info/gnd/1001909-1">Bonn</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/geigdich_362647739/geigdich_362647739_tif/jpegs/00000167.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/geigdich_362647739/geigdich_362647739_tif/jpegs/00000168.tif.original.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/geigdich_362647739/geigdich_362647739_tif/jpegs/00000169.tif.original.jpg"/><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23_tif/jpegs/00000195.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23_tif/jpegs/00000196.tif.original.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23_tif/jpegs/00000197.tif.original.jpg"/><graphic n="4" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23/AWvS_DE-1a-34097_Bd.23_tif/jpegs/00000198.tif.original.jpg"/></facsimile><text><body><div><p>[1] <placeName key="16">Wien</placeName> 9. Januar 1830<lb/>Alser Vorstadt, Floriani Gasse No. 96.<lb/>Verehrter Herr Schwager!<lb/>Anliegend erfolgt ein Wechsel von 291 fl. 40 kr. Konventionsmünze, welche im Rheinischen 24 fl. Fuß 350 Gulden betragen. Er ist auf Ihren Namen ausgestellt, und auf Sicht zahlbar, so daß es keines weitern <hi rend="weight:bold">endossements</hi> bedarf, um sogleich und ohne alles Hinderniß ausgezahlt zu werden. Das Aviso ist von dem Banquier bereits an <orgName key="9871">die Herren Metzler in <placeName key="327">Frankfurt</placeName></orgName> abgesendet worden.<lb/>Ganz unerwartet allerdings kömmt mir <persName key="1077">des vortrefflichen Freundes Windischmann</persName> seine gerechte Forderung! Lebenslang bleibe ich ihm verpflichtet für seine zarte Schonung <persName key="8">des Freundes</persName>; diese selbst mag auch aber wohl Ursache seyn, daß er, nach so vielen Jahren, diese Schuld endlich völlig vergessen haben mag. Wie herzlich gern ich auch diese Schuld so gleich tilgen möchte, so muß ich doch gestehen, daß ich für jetzt ganz außer Stande bin es zu thun, weil noch vor wenigen Wochen eine andere Forderung <orgName key="9872">der Hermannischen Buchhandlung in <placeName key="327">Frankfurth</placeName></orgName> an mich ergangen ist, von 170 fl. Konventionsgeld, in welcher ich, da sie sich bey den Landrechten zur gesetzten Zeit nicht gemeldet hatte, allerdings eben so wenig eine Ahndung gehabt hatte, als von der bey Windischmann. Ich habe die Hermannische Forderung berichtet, damit ist es aber auch für jetzt mit meinem Zahlungsvermögen zu Ende! ‒ Es bleibt mir nichts übrig, als dem Antrag gemäß, welchen Sie die Güte hatten mir in Ihrem letzten Schreiben zu machen, die Zahlung Ihrer Schuld dringendern Anforderungen nachstehen zu lassen, dankbar anzunehmen, und Sie zu bitten, daß Sie von der überschickten Summe, dem guten Windischmann in meinem Namen die schuldigen 150 f. zuzustellen, die übrigen 200 f. aber einstweilen als ein <hi rend="weight:bold">a compte</hi> annehmen, bis ich im Stande seyn werde das Fehlende zu ersetzen, welches ich am sichersten durch <name key="9882" type="work">die Fortsetzung der Herausgabe <name key="8315" type="work">der <hi rend="weight:bold">sämmtlichen Werke</hi></name><hi rend="weight:bold"></hi></name><hi rend="weight:bold">,</hi> zu bewerkstelligen hoffe, über welche ich mit <persName key="176">Herrn Reimer</persName> in Unterhandlung getreten bin, dessen definitive [2] Antwort auf unsere billigsten Anträge, ich täglich erwarte. Nebst <persName key="539">Cotta</persName>, der eine <hi rend="weight:bold">sehr beträchtliche</hi> Forderung hat, soll dann gleich auch der Ihnen zukommende Rest berücksichtigt werden, wenn ich nicht schon etwa früher auf irgend eine Art mich dazu im Stande gesetzt sehe. ‒ Alle meine Kräfte will ich dazu verwenden, so viel als immer möglich die Verpflichtungen zu lösen, die den seeligen Friedrich unglücklicher Weise so drückend belasteten! Es ist dabey weiter nichts so verdienstliches, wenn ich mich jetzt der Sorge und dem Kummer nicht entziehe, welche er so lange allein getragen, immer nur darauf bedacht ihn von mir entfernt und geheim zu halten, aus zu vieler zärtlichen Schonung, während er selber sich immer mehr und tiefer hinein verwickelte. So viel an mir liegt, soll kein Gedanke zu seiner Unehre, kein Flecken auf seinem Andenken haften; Ruhe und Frieden seiner liebevollen Seele. . . . . .<lb/>Daß <persName key="608">Philipp</persName> einen Ruf nach <placeName key="327">Frankfurth</placeName> erhalten hat, ist nun gewiß, er wird die Reise dahin wohl in den Sommermonathen antreten; einige angefangene Arbeiten <hi rend="weight:bold">al fresco</hi> müssen erst noch in <placeName key="356">Rom</placeName> vollendet, <persName key="8743">die Niederkunft <persName key="8738">seiner Frau</persName></persName> abgewartet [3]  werden u.s.w. Ob ich nun erst nach Rom reisen, und von dort aus die Familie begleitend wieder nach Deutschland zurückkehre? ob ich von hier aus gleich nach Frankfurth reise? ob ich wohl überhaupt noch dazu gelange eine Reise zu unternehmen das hängt begreiflicher Weise von gar manchen günstigen Umständen ab. Wie sehnlichst ich es wünsche mich mit meiner Familie zu vereinigen, dem geliebten Rheinstrom noch ein Lebewohl zuzurufen, und an seinen lieben Ufern Sie noch einmal und dann noch mehrere werthe Personen dort wieder zu sehen, und mich dann noch mancher guten Stunde zu erinnern, das weiß Gott, sowie er es auch allein weiß, ob mir die Erfüllung dieser Wünsche wird gestattet seyn. Leben Sie recht wohl, und leben Sie noch recht lange, und lassen Sie mich Ihrem brüderlichen Wohlwollen empfohlen seyn.<lb/>Dorothea Wittwe von Schlegel.<lb/>Ich bitte Sie mich dem lieben Windischmann zu empfehlen und anderen Freunden. <persName key="3724">Buchholtz</persName> seine Adresse ist: Freyherr von Buchholtz K. K. Hofsekretair. Unter den Tuchlauben beym blauen Igel 1 Stock.<lb/>13ten. Der Brief ward am vorigen Posttag versäumt und geht erst heute ab.<lb/>[4]</p></div></body></text></TEI>
