﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="6967"><titleStmt><title>Friederike Helene Unger an August Wilhelm von Schlegel</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Bearbeiterin"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-marburg.de">Philipps-Universität Marburg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition><persName role="Bearbeiter/in"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName><persName role="Bearbeiter/in"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname></persName></edition></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-04-20</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels</ab><ab type="state">Neu transkribiert und ausgezeichnet; zweimal kollationiert</ab></availability><date when="2020-04-01"/><idno type="url">https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/letters/view/6967</idno></publicationStmt><sourceDesc><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek</institution><idno type="signatur">Mscr.Dresd.App.2712,B,IV,e,27</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="oai">APP2712-Bd-9</ab><ab type="alternativeOai">DE-611-2322114</ab><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab><ab type="pages">4 S. auf Doppelbl., hs. m. U.</ab><ab type="paper">24,1 x 19,5 cm</ab><ab type="note">Empfangsort erschlossen. – S. 3 und 4 ist eine von Unger verfasste und kommentierte Abschrift aus der Beilage „Uebersicht der neuesten Literatur. 1810.“ zum „Morgenblatt für gebildete Stände“, Jg. 4, Oktober 1810, Nr. 15, S. 58.</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-04-20/letters/view/6967"><correspAction type="sent"><persName key="380" ref="http://d-nb.info/gnd/117293091">Friederike Helene Unger</persName><placeName key="15" ref="http://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName><date when="1810-12-29">1810-12-29</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="766" ref="http://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><placeName key="228" ref="http://d-nb.info/gnd/1027948-9">Coppet</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/Mscr_APP2712-Bd-9_Bd.9/Mscr_APP2712-Bd-9_Bd.9_tif/jpegs/00000281.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/Mscr_APP2712-Bd-9_Bd.9/Mscr_APP2712-Bd-9_Bd.9_tif/jpegs/00000282.tif.original.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/Mscr_APP2712-Bd-9_Bd.9/Mscr_APP2712-Bd-9_Bd.9_tif/jpegs/00000283.tif.original.jpg"/><graphic n="4" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/Mscr_APP2712-Bd-9_Bd.9/Mscr_APP2712-Bd-9_Bd.9_tif/jpegs/00000284.tif.original.jpg"/></facsimile><text><body><div><p><milestone unit="start" n="19639"/>[1]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="19639"/> <placeName key="15">Berlin</placeName> d. 29. Dezember <lb/>1810.<lb/>Mein Theurer, verehrter Freund! <lb/>Sie könnten mir böse sein, daß ich <ref target="fud://6965">zwei</ref> <ref target="fud://6966">Briefe</ref> gleichen Inhaltes an Sie richtete; allein dies wurde durch die Ungewißheit Ihres Auffenthaltes den die öffentlichen Blätter, bald nach Norden bald nach Westen sagten, veranlaßt: nun, dem Himmel sei Dank, sind Sie wieder im geliebten <placeName key="228"><hi rend="family:Courier">Copet</hi></placeName>, aus welchem, hätte der Himmel meinem trüben Wittwenstande, ein solches <hi rend="family:Courier">exil</hi> vorbehalten, ich mich nie entfernen würde. Ach mein Freund, zu welch einem Leben, bin ich verdammt! Wie bin ich, seit ich den traurigen Beruf habe, Mann sein zu müssen, ausser meiner Spähre und Natur gedrängt! und in diesem düsterten aller Zeitpunkte; wo die größte Anstrengung der redlichste Eifer sich nicht belohnt! – Ich habe Thränen vergossen, bei Lesung des Unfalles, den <name key="339" type="work">das lang ersehnte Werk</name> <persName key="222">Ihrer edlen Freundin</persName> erlitten hat; welche Aussicht welche Zukunft für die Litteratur und die Musen wenn diese Grundsätze sich mit der Allgewallt der politischen Macht verbreiten werden. Auch bei uns, ist jezt eine engbrustige Censur, die besonders in politischer Beziehung, streng ist: und was könnte jezt nicht auf dieses oder jenes hin bezogen werden. – <name key="272" type="work">Die erste Abtheilung des 9. Bandes</name> ist den also erschienen, mein Freund, und bereits an Alle auf Ihren Zettel benannte versendet: nur, <hi rend="underline:1">wie</hi> ich es Ihnen überschicken soll, kann ich gar nicht auspunktiren. Die Meisten der großen Herren sind so kostbar, daß ich Sie, und mich nicht au<milestone unit="start" n="23044"/>s<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Unsichere Lesung</title></note><milestone unit="end" n="23044"/>setzen will, die <name key="1399" type="work">des dritten Richards</name> zu tragen. Geben Sie mir Anweisung welch <hi rend="family:Courier">in cognito</hi> er zu beobachten hat, um an Sie zu kommen? Ich habe Ihnen <name key="8394" type="work">die Recensionen <name key="1988" type="work"><hi rend="offset:4">über</hi> <persName key="1295"><persName key="1987"><persName key="10345">Ihrer Waffenbrüder</persName></persName></persName></name></name> abgeschrieben: sie standen in dem bei <orgName key="5150">Cotta</orgName> in <placeName key="614">Tübingen</placeName> erscheinenden <name key="1017" type="periodical">Morgenblatte</name> daß sich bei aller Gelegenheit <hi rend="family:Courier">emancipirt</hi>. Ich weiß nicht gewiß ob sie meine an sich schon schlechte Handschrift, so im verjüngtem Maaßstabe werden lesen können: ich wünschte daß sie doch ein Machtwort von sich vernehmen liessen, was die kecken Herren, doch ein wenig beschwiegtigte und ein Ziel sezte; den Trotz der Ankündigung, die ich in Allen öffentlichen Blättern setzen ließ, sprechen sie, wie von einer ab und ausgemachten Sache, daß sie mit <name key="344" type="work"><name key="1988" type="work">den <persName key="4">Shakespear</persName></name></name> schalten und wallten können <milestone unit="start" n="19640"/>[2]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="19640"/> nach Belieben, und sich in den Raub theilen. Wenn <persName key="222">Frau von <hi rend="family:Courier">Stael</hi></persName> mich werth achtete, in litterair Verbindung mit ihr zu stehen, würde ich vieleicht nicht reich genug sein, in ein solches ehrendes Verhältniß einzugehen. <hi rend="underline:1">Hier</hi> erzählt man sich, <persName key="3345">der Buchhändler</persName> der den ungeheuern Verlust erlitten, habe mit 80.000. livres honorirt. Ist dem so, was könnte ich armes Würmlein thun? Indeß – ich gestehe es, – bin ich mehr als lüstern nach <name key="339" type="work">diesem, ich hoffe nicht ganz vernichtetem Werke</name>; es wird doch noch eine Abschrift, ein Expl. davon vorhanden sein? sollte es nicht hier, bei einer dennoch frundlichern Censur und besonnener Durchsicht erscheinen dürfen? könnte nicht eine heilsame Essenz herausgezogen werden? Ich traue mir, für die Verhältnisse der Gegenwart, einen ziemlich richtigen Tackt zu; und biete mich der edlen Frau, zu freundlichem Dienst an. Vermag ich etwas, so schalte sie über mich: ich bin Ihr unendlich ergeben. Sie ist die Königin – was Königin! – Kaiserin aller weiblichen Autoren, und ich, die mich nicht zu den schlechtesten darunter rechne, beuge gern und willig meine Knie für den höhern Geist; das tiefere innigere Gefühl. Haben Sie die Freundschaft für mich, ihr das zu sagen: ich würde es selbst thun, läge mir nicht eben heut, kurz beim Abgang der Post, eine Last von Geschäften ob; und mir geth es, wie jenem, der nicht Zeit hatte, einen kurzen Brief zu schreiben. Nun, lieber guter <hi rend="family:Courier">A. W. Schlegel</hi>, sein Sie auch gut, und lassen <name key="272" type="work">die erste Abtheilung</name> nicht lange mehr einsam umherirren. Beschämen Sie <persName key="1295"><persName key="1987">den herandrängenden Troß</persName></persName>, und treten Sie selbst auf; Sie! der Altmeister. jagen Sie die Lehrlinge vom Platz; die dan große Augen machen werden, wenn der fern geglaubte, verschollne Shakespearist plözlich wieder unter sie tritt. <placeName key="15">Berlin</placeName> hat für wer das Schön<milestone unit="start" n="23045"/>e<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Unsichere Lesung</title></note><milestone unit="end" n="23045"/> s<milestone unit="start" n="23046"/>a<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Unsichere Lesung</title></note><milestone unit="end" n="23046"/>he, wenig Einladendes; aber – würde <persName key="222">Ihre Freundin</persName> sich nicht einst wieder hierher wenden? Sie könnte ja mein Landhauß bewohnen, wenn die Stille ihr lieber, als das Geräusch ist. Freilich <placeName key="228">das liebe <hi rend="family:Courier">Copet</hi></placeName>! aber auch <persName key="446">der liebe N –</persName> – – <lb/>Ich empfehle mich Ihnen, mit herzlicher Wärme der Freundschaft, und bin für immer <hi rendition="#PRSPreset1">Ihre</hi> treu Ergebne <hi rend="family:Courier">Unger</hi>.<lb/><lb/><milestone unit="start" n="19641"/>[3]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="19641"/> <name key="1017" type="periodical"><name key="1989" type="work"><name key="8394" type="work"><hi rend="underline:1"><persName key="4">Shakespearʼs</persName> von <persName key="766">Schlegel</persName> noch unubersetzte dramatische Werke, übersetzt von <persName key="1295"><persName key="1987">mehrere Verfassern</persName></persName>. Zweit. Theil bei <orgName key="6127">Hitzig</orgName>.</hi> <placeName key="15">Berlin</placeName> 1800</name></name></name>.<lb/>Ueber <name key="6101" type="work">die <persName key="1295">Keßlerschen</persName> Uebersetzungen von <name key="1115" type="work"><persName key="4">Shakespears</persName> <hi rend="underline:1">Cimbelin</hi></name></name>, und <name key="4523" type="work"><name key="1990" type="work">Ende gut alles gut</name></name>, haben wir im vorigen Jahre <name key="1017" type="periodical">an diesem Orte</name> unser Urtheil ausgesprochen. Mit Hhn: Keßler haben sich jezt mehrere junge Gelehrte vereinigt, um die sämmtlichen von <persName key="766">Schlegel</persName> übrig gelaßnen <name key="2191" type="work">Schauspiele</name> zu übersetzen; ein rühmliches Unternehmen, dem wir nicht weniger, als <name key="2125" type="work">dem ähnlichen der Gebrüder <persName key="1098">Heinrich</persName> und <persName key="1764">Abraham Voß</persName></name> von Seiten des Publikums die beste Unterstützung wünschen. Des Hhn: Keßlers Beruf zu dieser Arbeit, ist auch von andern dankbar anerkannt worden. Er besizt ein seltenes Talent, den richtigen Ausdruk zu finden; nur fehlte ihm <milestone unit="start" n="24676"/>anfangs<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: anfänglich</title></note><milestone unit="end" n="24676"/> die gehörige Leichtigkeit und Geschmeidigkeit und in der metrischen Kunst, leistete er ungefähr so viel zu wenig, als <name key="983" type="work">H. Voß in seinem <name key="857" type="work"><hi rend="underline:1">Lear</hi></name></name> und <name key="981" type="work"><name key="982" type="work"><hi rend="underline:1">Othello</hi></name></name> zu viel. <name key="1992" type="work">Im gegenwärtigen von ihm übersezten <name key="10347" type="work">Stük <hi rend="underline:1">Viel Lärmen um nichts</hi></name></name>, finden wir in die Augen fallende Fortschritte. Der Vers ist gediegner als im ersten Versuche, der Ausdruk <milestone unit="start" n="24677"/>lebendiger und leichter<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: leichter und lebendiger</title></note><milestone unit="end" n="24677"/>; doch einem A. W. <hi rend="underline:1">Schlegel</hi> dürfen wir ihn noch nicht gleichstellen. – <persName key="1987">Hr Krause</persName>, Uebersetzer <name key="1993" type="work">des <name key="10346" type="work"><hi rend="underline:1">Wintermährchens</hi></name></name>, ist ein eben so würdiger Nachfolger Schlegels. – In ihren Grundsätzen, sind sich die Herren Keßler und Krause völlig gleich. Beide sind vollendete Kenner der Schakespearschen Sprache, und haben eine gleich große Gewalt über die Muttersprache. Doch scheint uns Herr Krause im glüklichen Treffen des einzig richtigen Ausdruks, seinem Freunde nachzustehen, dieser ihn dagegen im frischen blühenden Kolorit. – <persName key="1098">Rec.</persName> <milestone unit="start" n="24678"/>kann sich wenigstens<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: wenigstens kann sich</title></note><milestone unit="end" n="24678"/> nicht überzeugen, daß – <milestone unit="start" n="24679"/>von<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: um von</title></note><milestone unit="end" n="24679"/> mehrern Beispielen nur das <milestone unit="start" n="24680"/>eine<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: erste</title></note><milestone unit="end" n="24680"/> anzuführen – S. 7 im <hi rend="underline:1">Wintermährchen</hi> folgendes richtig getroffen sei: „Seit ihre reiferen Würden und ihre königliche Lasten eine Trennung ihrer Gesellschaft veranlaßt haben, ist ihre Gemeinschaft, wenn gleich nicht persönlich, doch königlich <hi rend="underline:1">geziert</hi> gewesen“ usw. Votreflich sind im 4. ten Akte die komischen Scenen des Schafschurfestes. In der Uebertragung der Wortspiele ist Hr. Krause sehr glücklich. Z. B. S. 16:<lb/><name key="1993" type="work">Komm Kaptain</name><lb/>Wir müssen schmuck uns tragen; schmuck, nicht schön; <lb/>Und doch trägt Stierʼ und Fersʼ und Kalb sie alle<lb/>Auch ihren Schmuck.<lb/><milestone unit="start" n="24934"/><milestone unit="start" n="24675"/>Hier ist <persName key="1098">Rec:</persName> der schon seit einem Jahre <name key="10348" type="work">eine <milestone unit="start" n="24681"/>Uebersetzung<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: Uebersetzung vom Wintermährchen</title></note><milestone unit="end" n="24681"/></name> (<hi rend="family:Courier"><milestone unit="start" n="24961"/>ennuie</hi><note type="Textkorrektur"><title>Unsichere Lesung</title></note><milestone unit="end" n="24961"/><hi rend="family:Courier"><milestone unit="start" n="24682"/>!</hi>)<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Anmerkung von Unger</title></note><milestone unit="end" n="24682"/> im Entwurfe liegen hat, mit <persName key="1987">H. Krause</persName> zu seiner Freude übereingetroffen<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Auf der rechten Blattseite</title></note><milestone unit="end" n="24675"/><note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Anmerkung von Unger</title></note><milestone unit="end" n="24934"/><lb/>– Wir wollen <name key="10348" type="work">unsre Uebersetzung</name>, roh wie sie ist mittheilen<lb/>Komm mein Bübchen<lb/>Wir müssen schmuck uns tragen, aber keinen<lb/>Schmuk tragen Bursch; doch Stier und Hirsch und Kuh<lb/>Trägt einen Schmuk.<lb/>Vieleicht gelingt es uns, das noch mangelhafte <name key="10348" type="work">dieser Uebersetzung</name>, durch eine glükliche <milestone unit="start" n="19642"/>[4]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="19642"/> Verschmelzung <name key="10348" type="work"><name key="1993" type="work">beider</name></name> wegzuräumen. – Die Lieder im 4. Akt sind, bis auf das lezte, S. 122, mit Glük übertragen; was wir auch von den <persName key="1295">Keßlerischen</persName> in <name key="1992" type="work">viel Lärmen um nichts</name>, rühmen können. – Wenn die andern Theilnehmer an diesen Uebersetzungen, den HH. Keßler und <persName key="1987">Krause</persName> an Talent und Grundsätzen nicht durchaus gleich sind, so möchten wir wünschen. daß diese zwei, die das Werk so rühmlich begonnen haben, es ohne <milestone unit="start" n="24683"/>Beihülfe<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: weitere Beyhülfe</title></note><milestone unit="end" n="24683"/> allein vollendeten. <milestone unit="start" n="24684"/>(welchen frommen Wunsche ich keinesweges beistimme sagte <persName key="380">Frau <hi rend="family:Courier">Unger</hi></persName>.)<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Anmerkung von Unger</title></note><milestone unit="end" n="24684"/><lb/><hi rend="underline:1"><name key="3349" type="work"><name key="1401" type="work">Macbeth</name> ein Trauerspiel von <persName key="4">Shakes.</persName><lb/>Uebersetzt von <persName key="10345">J. <milestone unit="start" n="24685"/>Wr.<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: Fr. W.</title></note><milestone unit="end" n="24685"/> Möller</persName>. <placeName key="173">Hannover</placeName> <milestone unit="start" n="24686"/>bei<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: in Commission bey</title></note><milestone unit="end" n="24686"/> <orgName key="5469">den Gebr: Hahn</orgName> 1810</name>.</hi><lb/>Kentniß der <persName key="4">Shakesp.</persName> Sprache gestehen wir <persName key="10345">diesem Uebersetzer</persName> gern zu, auch daß er mit Verstand in den Genius des Dichters eingedrungen <hi rend="overstrike:1">ist</hi> sei; allein das ist auch alles was wir mit gutem Gewissen rühmen können. Unter den <persName key="1295">Herrn Keßler</persName> u <persName key="1987">Krause</persName> <milestone unit="start" n="24687"/>(diese <hi rend="family:Courier">caca</hi> K. K. ist mir fatal)<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Anmerkung von Unger</title></note><milestone unit="end" n="24687"/> steth <persName key="10345">H Möller</persName> unermeßlich tief. Die Treue hat er sich nicht zum Gesez gemacht. den alle Augenblike fehlen bedeutende Dinge, die nicht in den Vers wollten. Daneben wimmelt es von undeutschen, harten und steifen Ausdrüken wunderlichen Verrenkungen und <milestone unit="start" n="24688"/>unleidlich<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: unerträglich</title></note><milestone unit="end" n="24688"/> matten Umschreibungen.<lb/>Z. b. S. <milestone unit="start" n="24689"/>120<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: 110</title></note><milestone unit="end" n="24689"/> <name key="3349" type="work">Wenn Ding am schlimsten stehn, so enden sie</name>,<lb/>Oder sie steigen wieder zu dem<lb/>Was sie gewesen. Man höre dagegen<lb/><hi rend="family:Courier"><name key="1401" type="work">Things at the worst will cease, or else climb upward</name><lb/>To what they were before</hi><lb/>Die Hexen Scenen sind durchaus matt gerathen. Man höre nur gleich anfangs  <lb/><hi rend="underline:1">Erste Hexe</hi><lb/>Sagt, wann thun wir drei was dient?<lb/>In Donner Regen oder Wind?<lb/><hi rend="underline:1">Zweite Hexe</hi><lb/>Wann geendet was begonnen?<lb/>Schlacht verlohren und gewonnen<milestone unit="start" n="24690"/>?<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>In der Vorlage: , &amp;c.</title></note><milestone unit="end" n="24690"/><lb/>Wie treflich dagegen <persName key="88"><name key="1403" type="work">Schiller</name></persName>! Die Rede der <persName key="10349">Hecate</persName> erreicht <name key="3322" type="work">die <persName key="1045">Eschenburgsche</persName> Uebersetzung</name> bei weitem nicht. <milestone unit="start" n="24691"/>– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – <note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Auslassung von Unger</title></note><milestone unit="end" n="24691"/><milestone unit="start" n="24692"/>Zum Schluß heißt es: <note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Anmerkung von Unger</title></note><milestone unit="end" n="24692"/>Eine Vergleichung zwischen <name key="2132" type="work"><persName key="1098"><hi rend="underline:1">Voß</hi></persName></name> und <persName key="10345"><name key="3349" type="work"><hi rend="underline:1">Möller</hi></name></persName> muß <persName key="1098">Rec.</persName> der gern bekennt, daß er einer von den beiden ist, andern überlassen.<lb/><milestone unit="start" n="24693"/><name key="4179" type="work">Und so wünsche ich den, daß <persName key="766">der Altmeister</persName> bald sein kert du alter Besen vernehmen lasse</name>: ehe des Unfugs überhand nimmt, und dem <milestone unit="start" n="24962"/>Wesen<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Unsichere Lesung</title></note><milestone unit="end" n="24962"/> nicht mehr zu steuern ist. Ich finde es eine Warhaft Jüdische List, daß <persName key="867">Hitzig</persName> <name key="1988" type="work">den Titel</name> so eingerichtet hat, daß <persName key="766">Schlegels</persName> Nahme voran steth, und so dem flüchtigen Blik leicht wie Uebersezt von Schlegel erscheinen mag. Ich bin eine gute Christin, und will auf keine Um oder Schleichwege, vordringen.<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Anmerkung von Unger</title></note><milestone unit="end" n="24693"/></p></div></body></text></TEI>
