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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="1230"><titleStmt><title>Karl Lachmann an August Wilhelm von Schlegel</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Bearbeiterin"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-marburg.de">Philipps-Universität Marburg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-20/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-07-20</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2020-07-06"/><idno type="url">https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-20/letters/view/1230</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Briefe von und an August Wilhelm Schlegel. Gesammelt und erläutert durch Josef Körner. Bd. 1. Zürich u.a. 1930, S. 543‒544.</title><idno type="print">343347008_LachmannanAWS_27111840</idno></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek</institution><idno type="signatur">Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.14,Nr.2</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="oai">DE-611-34965</ab><ab type="alternativeOai">DE-611-2006704</ab><ab type="alternativeSignatur">Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.14,S.9-12</ab><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab><ab type="pages">3 S. auf Doppelbl., hs. m. U.</ab><ab type="paper">21 x 13,1 cm</ab><ab type="note">Empfangsort erschlossen.</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-20/letters/view/1230"><correspAction type="sent"><persName key="3641" ref="http://d-nb.info/gnd/118568558">Karl Lachmann</persName><placeName key="15" ref="http://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName><date when="1840-11-27">1840-11-27</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="766" ref="http://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><placeName key="887" ref="http://d-nb.info/gnd/1001909-1">Bonn</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/brievouna_343347008_0001/brievouna_343347008_0001_tif/jpegs/00000569.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/brievouna_343347008_0001/brievouna_343347008_0001_tif/jpegs/00000570.tif.original.jpg"/><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-611-34965_Bd.14/AWvS_DE-611-34965_Bd.14_tif/jpegs/00000009.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-611-34965_Bd.14/AWvS_DE-611-34965_Bd.14_tif/jpegs/00000010.tif.original.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-611-34965_Bd.14/AWvS_DE-611-34965_Bd.14_tif/jpegs/00000011.tif.original.jpg"/><graphic n="4" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-611-34965_Bd.14/AWvS_DE-611-34965_Bd.14_tif/jpegs/00000012.tif.original.jpg"/></facsimile><text><body><div><p>[1] <placeName key="15">Berlin</placeName> d. 27. November 1840<lb/>Mein hochverehrter Gönner,<lb/>für Ihr freundliches und mir äußerst angenehmes Geschenk habe ich Ihnen nicht eher danken wollen als bis ich es auch von Seiten seines innern Werthes geprüft und benutzt hätte. Seit einigen Tagen bin ich damit fertig, und so kommt mir <persName key="6780">Hr. D<hi rend="offset:4">r</hi> George</persName> ganz gelegen, der auf dem Wege nach <placeName key="171">Paris</placeName>, wo er sich auf eine Lehrerstelle am <orgName key="6779">hiesigen französischen Collège</orgName> vorbereiten will, Ihnen empfohlen zu sein wünscht. Er ist es seiner Kenntnisse und seiner Gesinnung wegen wohl werth daß Sie ihm durch Rath und Empfehlung helfen.<lb/>Ich ward durch <name key="194" type="work">die Nibelungen-Fragmente</name> angenehm überrascht, als ich sah daß es nicht die bereits edierten sondern andre waren und noch dazu von größerm Um[2]fang als jene. Daß Fragmente dieser Art von kritischer Bedeutung sein sollten, ist nie recht wahrscheinlich: denn das könnten sie nur sein, wenn sie den in der einzigen Handschrift A, der einen von <placeName key="199">Hohenems</placeName>, erhaltenen Text gäben. Aber für die Litteratur der Handschriften lehren doch diese Bruchstücke etwas, nämlich daß nicht, wie wir geglaubt haben, 19 Handschriften oder Bruchstücke bisher gefunden sind, sondern nur 18, und daß sowohl Ihre Bruchstücke als die in <name key="3645" type="work">meiner Vorrede</name> unter e und f verzeichneten Einer Handschrift des vierzehnten Jahrhunderts, nicht des funfzehnten, angehören und daher bei mir die Ehre eines großen Buchstaben genießen sollten. Um das Unrecht wieder gut zu machen, werde ich in der neuen Ausgabe, an der gedruckt wird, der Vorrede einen Abdruck dieser [3] bisher unbekannten Fragmente anhängen.<lb/>Daß Ihnen <name key="3923" type="work">die Ausgabe der 20 Lieder</name> gefallen hat, freut <persName key="3922">Herrn Decker</persName> sehr. Mich würde es freilich noch mehr freuen, wenn Sie urtheilen wollten daß ein oder das andre dieser Lieder sich so besser läse als mit den gestrichenen Strophen, z. B. das vierte oder das sechzehnte und siebzehnte. Dann hoffte ich mit den Einwendungen, die etwa kommen möchten, schon fertig zu werden. Die bisher von <persName key="926">Hagen</persName> und <persName key="3174">Zeune</persName> vorgebrachten haben weiter keine Kraft als die in den Worten „Frevel“ oder „Entwerthung und Entweihung“ liegt.<lb/>Zum Schluß müssen Sie doch auch noch die Drohung hören, daß ich wo möglich im nächsten Herbst Ihnen meinen Dank auch noch mündlich bringen werde; wo ich Sie denn so frisch und heiter wie im vorjährigen Herbst zu finden hoffe. Bis dahin lassen Sie Ihrem freundlichen Wohlwollen empfohlen sein,<lb/>Ihren<lb/>ergebensten<lb/><hi rend="weight:bold">C. Lachmann</hi><lb/>[4]</p></div></body></text></TEI>
