﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="985"><titleStmt><title>Heinrich Carl Abraham Eichstaedt an August Wilhelm von Schlegel</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Bearbeiterin"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-marburg.de">Philipps-Universität Marburg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-20/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-07-20</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2020-07-06"/><idno type="url">https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-20/letters/view/985</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Briefe von und an August Wilhelm Schlegel. Gesammelt und erläutert durch Josef Körner. Bd. 1. Zürich u.a. 1930, S. 172‒174.</title><idno type="print">343347008_EichstaedtanAWS_10101803</idno></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek</institution><idno type="signatur">Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.7,Nr.3</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="oai">DE-1a-33449</ab><ab type="alternativeOai">DE-1a-1910779</ab><ab type="alternativeSignatur">Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.7,S.13-18</ab><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab><ab type="pages">4S. auf Doppelbl. u. 2 S., hs. m. U.</ab><ab type="paper">18 x 11,6 cm</ab><ab type="note">Empfangsort erschlossen.</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-20/letters/view/985"><correspAction type="sent"><persName key="714" ref="http://d-nb.info/gnd/104045213">Heinrich Carl Abraham Eichstaedt</persName><placeName key="12" ref="http://d-nb.info/gnd/4028557-1">Jena</placeName><date when="1803-10-10">1803-10-10</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="766" ref="http://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><placeName key="15" ref="http://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/brievouna_343347008_0001/brievouna_343347008_0001_tif/jpegs/00000192.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/brievouna_343347008_0001/brievouna_343347008_0001_tif/jpegs/00000193.tif.original.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/brievouna_343347008_0001/brievouna_343347008_0001_tif/jpegs/00000194.tif.original.jpg"/><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7_tif/jpegs/00000013.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7_tif/jpegs/00000014.tif.original.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7_tif/jpegs/00000015.tif.original.jpg"/><graphic n="4" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7_tif/jpegs/00000016.tif.original.jpg"/><graphic n="5" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7_tif/jpegs/00000017.tif.original.jpg"/><graphic n="6" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7/AWvS_DE-1a-33449_Bd.7_tif/jpegs/00000018.tif.original.jpg"/></facsimile><text><body><div><p>[1] <placeName key="12">Jena</placeName> am 10 Octob. [1803]<lb/>Ihren lieben Brief beantworte ich mit umgehender Post; kurz zwar und eilig, aber das werden Sie meinen jetzt sehr gehäuften Arbeiten zu gute halten.<lb/>Ich kann Ihnen nicht sagen, wie erwünscht mir Ihre gütige <name key="94" type="periodical">Zusage</name> war. Sie gilt auch mir für ein günstiges Auspicium; sie zu ehren und durch gegenseitigen Eifer zu verdienen, wird mein ernstes Bestreben seyn.<lb/>Über die vorgeschlagenen Bücher hier meine offene Erklärung, die Sie eben so offen beantworten wollen!<lb/><name key="2137" type="work">Die Recension von <name key="2136" type="work"><hi rend="weight:bold"><persName key="792">Stolbergs</persName> Aeschylos</hi></name></name> überlassen wir Ihnen zuförderst, und erwarten sie mit Sehnsucht.<lb/>Eben so die von <hi rend="weight:bold"><name key="707" type="work"><persName key="5">Bouterwecks</persName> Geschichte der Poësie</name></hi>. Besser wäre es [2] freylich, das Werk wäre vollendet, um dem Verfasser keinen Schlupfwinkel übrig zu lassen. Indeß habe ich nichts dagegen, wenn Sie auch nur das seither Erschienene vor der Hand beurtheilen wollen. <hi rend="weight:bold"><name key="3212" type="work"><persName key="1589">Jakobs</persName> Tempe</name></hi> habe ich erst unlängst selbst in <name key="1192" type="periodical">der A.[llgemeinen] L.[iteratur] Z.[eitung]</name> sehr scharf recensirt. Ich weiß, daß diese Recension den Verfasser, einen wahrhaft biedern Mann, sehr niedergeschlagen hat. Sind Sie mit meiner Recension überhaupt nicht unzufrieden; so erwarte ich auch von der Ihrigen strengen Tadel. Dann aber wüßte ich keine Ursache anzugeben, warum dasselbe Buch kurze Zeit nach einander in sehr verwandten [3] Zeitblättern zweymal einer scharfen Kritik übergeben worden, da der Verfasser nicht anmaßend ist. Wissen Sie aber <hi rend="weight:bold">zum Lobe</hi> des Verfassers mehr zu sagen, als ich selbst fand: so wird mir Ihre Recension herzlich willkommen seyn. – Sie werden in dieser Äußerung vielleicht einige Schonung, aber gewiß keine Partheylichkeit finden, da ich der erste war, welcher ein im Ganzen verdammendes Urtheil niederschrieb.<lb/>Überhaupt wünschen wir nur solche Bücher in <name key="94" type="periodical">unserer Zeitung</name> <hi rend="weight:bold">noch einmal</hi> recensirt, deren Beurtheilung, nach dem Dafürhalten des neuen Recensenten, entweder im Lobe oder im Tadel Partheylichkeit verrieth.<lb/>[4] <hi rend="weight:bold"><name key="703" type="work"><persName key="271">Vossens</persName> Zeitmessung</name></hi> wünschte ich von niemand lieber, als von Ihnen beurtheilt zu sehen; zumal wenn Sie die Vorarbeiten verglichen. Allein, um eine Recension dieses Werks recht lehrreich zu machen, hat Voß, <hi rend="weight:bold">auf <persName key="137">Goetheʼs</persName> eigene Veranlassung</hi>, sich bereits erboten, dasjenige was er <persName key="1611">Klopstocken</persName> zu Liebe verschwieg, jetzt herzugeben, und auf diese Art vieles zu ergänzen und den Recensenten gewissermaßen mit zu seinem Commentator zu machen. Denn daß vieles dunkel sey, sieht Voß selbst ein. – Schreiben Sie mir nun, Lieber, wie ich mich verhalten soll, um der guten Sache zu nützen. Soll ich Voß Ihre Idee mittheilen? oder, im Fall Sie [5] nicht genannt seyn wollen, soll ich dann selbst Ihrer Recension beyfügen, was Voß zu geben bereits früher versprochen hat? Und werde ich dann der Recension dieses beyfügen <hi rend="weight:bold">können</hi>, ohne gegen Voß unbillig zu seyn? Sind Sie, wie ich aus Ihrem Briefe schließen möchte, mit der Vossischen Theorie im Ganzen einverstanden: so ließe sich eine solche Verbindung der Ideen allerdings denken.<lb/><persName key="137">Goethe</persName> ist jetzt mit seiner Kunstausstellung beschäftiget. Ich habe ihn daher in 14 Tagen nicht gesprochen.<lb/>Auf eine vollständigere Übersicht der gesamten schönen Literatur, von einer gewissen Periode an, komme [6] ich jetzt wieder mit demselben Verlangen zurück, <ref target="fud://7138">das ich Ihnen schon neulich äußerte</ref>, und welches ich, namentlich in Bezug auf <hi rend="weight:bold">Ihre Kritik</hi>, mit <persName key="88">Schillern</persName> theile. Das Wichtigste ist Ihnen gewiß bey der Hand und im Andenken; und den Zweifel, den Ihre Bescheidenheit aufwarf, hat Ihre richtige Erwägung, wie eine solche Kritik beschaffen seyn müsse, schon selbst gehoben.<lb/><name key="8788" type="work"><persName key="42">Hr. <hi rend="weight:bold">Bernhardi</hi></persName> will <hi rend="weight:bold"><name key="2028" type="work"><persName key="2027">Hermann</persName> de metris</name></hi> recensiren</name>. Ich setze voraus, daß dieß Ihnen kein Geheimniß sey; und veranlasse Sie vielleicht dadurch, manche Ideen, auch in Bezug auf <name key="703" type="work"><persName key="271">Vossens</persName> Werk</name>, auszuwechseln.<lb/>Theilen Sie mir auch künftig mit was Ihnen zu frommen scheint, und bleiben Sie meiner innigen Hochachtung versichert!<lb/><hi rend="weight:bold">Eichstädt</hi><lb/>Haben Sie eine Beurtheilung von <name key="3214" type="work"><persName key="3213">Eberhards</persName> Synonymik</name> ganz aufgegeben?</p></div></body></text></TEI>
