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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="1993"><titleStmt><title>August Wilhelm von Schlegel an Maria Löbel</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Bearbeiterin"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-marburg.de">Philipps-Universität Marburg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-21/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-07-21</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2021-07-15"/><idno type="url">https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-21/letters/view/1993</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>„Meine liebe Marie“ ‒ „Werthester Herr Professor“. Der Briefwechsel zwischen August Wilhelm von Schlegel und seiner Haushälterin Maria Löbel. Hg. v.  Ralf Georg Czapla und Franca Victoria Schankweiler. Bonn 2012, S. 35.</title><idno type="print">Czapla2012_AWSanLoebel_22031821</idno></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Strasbourg, Bibliothèque Nationale et Universitaire de Strasbourg</institution><idno type="signatur">MS.2.882, 56</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab><ab type="pages">2 S., hs.</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-21/letters/view/1993"><correspAction type="sent"><persName key="766" ref="http://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><placeName key="171" ref="http://d-nb.info/gnd/4044660-8">Paris</placeName><date when="1821-03-22">1821-03-22</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="2417" ref="http://d-nb.info/gnd/1028510764">Maria Löbel</persName><placeName key="887" ref="http://d-nb.info/gnd/1001909-1">Bonn</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-21/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-019t-0.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-21/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-019t-1.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier1" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-21/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-019t-2.jpg"/><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-21/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-05gd-f.tif"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-07-21/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-05gd-g.tif"/></facsimile><text><body><div><p>[1] <placeName key="171">Paris</placeName> d. 22sten März 1821<lb/>Ich kann Ihnen gar nicht beschreiben, meine liebe Marie, wie groß meine Freude war, als ich endlich nach langem vergeblichen Warten, Ihren Brief vom 10ten März erhielt. Meine Besorgniß, Sie möchten unwohl seyn, war also doch nicht ungegründet. Nun, dem Himmel sey Dank, daß es keine bedenkliche Krankheit gewesen, und daß Sie, als sie mir schrieben, schon so ziemlich wieder hergestellt waren. Nehmen Sie sich nur ja recht in Acht, kleiden Sie sich warm, und sobald Sie das geringste spüren, wickeln Sie den Arm in Wachstaffent ein; das pflegt sehr gut zu helfen.<lb/>Mit meinen Augen geht es leidlicher, indessen muß ich mich immer noch sehr schonen, und besonders vor schlimmer Witterung hüten. Ich hoffe mit der guten Jahrszeit soll es ganz vorüber seyn<lb/>Mit dem Hause mögen Sie wohl Recht haben meine liebe Marie. Indessen scheue ich die Mühe, die das Umziehen verursachen würde, und wohne auch gern bequem und geräumig. Überdieß brauche ich wirklich viel Raum: meine Bibliothek wird bald zwey Zimmer einnehmen, auch werde ich die Indische Druckschrift bey mir in Verwahrung haben Die Zimmer im ersten Stock nach der Straße zu würden vollkommen heiter seyn, wenn die Fenster[2]bänke niedriger gemacht, u große Scheiben eingesetzt würden. Aber das wäre beschwerlich und weitläuftig und ich bin zuvörderst auf andre nützliche Verbesserungen im Hause bedacht, besonders mit den Öfen. Da ich den Vorschlag von <persName key="2413">Herrn Nettekoven</persName> nicht angenommen, so gilt der Miethscontract nun wieder auf viertehalb Jahre. Indessen ist mir nicht bange dafür, wenn ich das Haus wieder vermiethen will, wird sich schon ein Miethsmann finden. Indessen möchte ich es nicht gern vertauschen außer mit einer Wohnung, wo ich eine schöne Aussicht hätte, wie zum Beyspiel in dem <persName key="8828">Metternich</persName>schen Hause; und dieses ist jetzt nicht zu haben.<lb/><persName key="2387">Hr. von Romberg</persName> wird zu <hi rend="overstrike:1">Anfange</hi> Ende Aprils ausziehen, und ich wünsche, daß Sie dann sogleich einziehen, und anfangen mögen, die Aufsicht über meine Sachen zu führen und alles einzurichten. Um nicht allein zu seyn, können Sie ja eine Person zu sich in das Haus nehmen. Ganz genau kann ich noch nicht angeben, wann ich in <placeName key="887">Bonn</placeName> wieder eintreffe, dieß hängt von dem Fortgange der hiesigen Arbeiten ab, die ich möglichst betreibe. Aber das weiß ich, daß mich unbeschreiblich zurück verlangt, und daß ich mich sehr glücklich schätzen werde, wieder dort zu seyn, und Sie in guter Gesundheit anzutreffen. Nächstens werde ich Ihnen über allerley Besorgungen schreiben. Lassen Sie mich nur nicht wieder so lange auf Briefe warten.</p></div></body></text></TEI>
