• August Wilhelm von Schlegel to Jacobi, Carl Wigand Maximilian

  • Place of Dispatch: Bonn · Place of Destination: Siegburg · Date: 15.12.1839
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: August Wilhelm von Schlegel
  • Recipient: Jacobi, Carl Wigand Maximilian
  • Place of Dispatch: Bonn
  • Place of Destination: Siegburg
  • Date: 15.12.1839
  • Notations: Konzept.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: 512512477
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,II,Nr.32
  • Number of Pages: 2 S.
  • Incipit: „[1] An Geh. Med. R. Jacobi in Siegburg
    Bonn 15 Dec. 39
    Hochgeehrtester Herr Geheime-Medicinal-Rath!
    Ew. Hochwohlgeb. bitte ich um Erlaubniß, Ihnen eine [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
  • Varwig, Olivia
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[1] An Geh. Med. R. Jacobi in Siegburg
Bonn 15 Dec. 39
Hochgeehrtester Herr Geheime-Medicinal-Rath!
Ew. Hochwohlgeb. bitte ich um Erlaubniß, Ihnen eine für mich sehr wichtige Angelegenheit vorzutragen.
Eine Mann aus guter Familie von mittleren Jahren, (schon in den Vierzigen) unverheirathet, von starker Constitution und leidenschaftloser Gemüthsart, ist vor etwa 9 Wochen in Wahnsinn verfallen. *Der Kranke hat eine gelehrte Erziehung genossen, und sich dem Lehrerstande gewidmet. Er hat zuletzt eine Stelle an einem Gymnasium im Königreich Hannover bekleidet. Die Ursache seines Übels ist vermuthlich bloß körperlich, nämlich die unvorsichtige Heilung eines offnen Schadens am Beine.
Indessen hat seine Geisteszerrüttung schnell überhand genommen, und er ist heftigen Paroxysmen ausgesetzt, die, um Unheil zu verhüten, eine strenge Bewachung nöthig machen, wie sie in einer Privatwohnung sich kaum einrichten läßt.
[2] Die hochbejahrte mir nahe befreundete Mutter des K Verirrten hat mich beauftragt, ein solches sicheres Unterkommen für ihn zu suchen, und mein erstes Augenmerk hat sich natürlich auf die Irrenheilanstalt in Siegburg gerichtet, die unter Ew. Hochwohlgeb. einsichtsvoller und menschenfreundlicher Leitung in kurzer Zeit einen so großen Ruhm erworben hat.
Ew. Hochwohlgeb. würden mich demnach ungemein verpflichten, wenn Sie mich benach gewogentlich benachrichtigen wollten, ob in Ihrer Anstalt noch ein Platz für die Aufnahme eines Kranken offen ist, und wie hoch sich die Kosten der Verpflegung nach Maßgabe der Bedürfnisse und Anfoderungen be jährlich belaufen Zu dieser Anfrage bin ich veranlaßt, weil der Kranke, ohne Vermögen bisher, nur auf sein Vermo Gehalt angewiesen war, das jetzo cassirt, u weil auch seine Mutter nur sehr beschränkte Mittel besitzt.
Ich würde mich beehrt haben, Ihnen persönlich aufzuwarten, wenn nicht die bei der jetzigen Witterung grundlosen Wege mich abgeschreckt hätten.
Genehmigen Sie die Versicherung pp
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[1] An Geh. Med. R. Jacobi in Siegburg
Bonn 15 Dec. 39
Hochgeehrtester Herr Geheime-Medicinal-Rath!
Ew. Hochwohlgeb. bitte ich um Erlaubniß, Ihnen eine für mich sehr wichtige Angelegenheit vorzutragen.
Eine Mann aus guter Familie von mittleren Jahren, (schon in den Vierzigen) unverheirathet, von starker Constitution und leidenschaftloser Gemüthsart, ist vor etwa 9 Wochen in Wahnsinn verfallen. *Der Kranke hat eine gelehrte Erziehung genossen, und sich dem Lehrerstande gewidmet. Er hat zuletzt eine Stelle an einem Gymnasium im Königreich Hannover bekleidet. Die Ursache seines Übels ist vermuthlich bloß körperlich, nämlich die unvorsichtige Heilung eines offnen Schadens am Beine.
Indessen hat seine Geisteszerrüttung schnell überhand genommen, und er ist heftigen Paroxysmen ausgesetzt, die, um Unheil zu verhüten, eine strenge Bewachung nöthig machen, wie sie in einer Privatwohnung sich kaum einrichten läßt.
[2] Die hochbejahrte mir nahe befreundete Mutter des K Verirrten hat mich beauftragt, ein solches sicheres Unterkommen für ihn zu suchen, und mein erstes Augenmerk hat sich natürlich auf die Irrenheilanstalt in Siegburg gerichtet, die unter Ew. Hochwohlgeb. einsichtsvoller und menschenfreundlicher Leitung in kurzer Zeit einen so großen Ruhm erworben hat.
Ew. Hochwohlgeb. würden mich demnach ungemein verpflichten, wenn Sie mich benach gewogentlich benachrichtigen wollten, ob in Ihrer Anstalt noch ein Platz für die Aufnahme eines Kranken offen ist, und wie hoch sich die Kosten der Verpflegung nach Maßgabe der Bedürfnisse und Anfoderungen be jährlich belaufen Zu dieser Anfrage bin ich veranlaßt, weil der Kranke, ohne Vermögen bisher, nur auf sein Vermo Gehalt angewiesen war, das jetzo cassirt, u weil auch seine Mutter nur sehr beschränkte Mittel besitzt.
Ich würde mich beehrt haben, Ihnen persönlich aufzuwarten, wenn nicht die bei der jetzigen Witterung grundlosen Wege mich abgeschreckt hätten.
Genehmigen Sie die Versicherung pp
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