• Friedrich von Schlegel to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Dresden · Place of Destination: Unknown · Date: [9. Juni 1808]
Edition Status: Single collated printed full text with registry labelling
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Friedrich von Schlegel
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Dresden
  • Place of Destination: Unknown
  • Date: [9. Juni 1808]
  • Notations: Datum sowie Absendeort erschlossen.
    Printed Text
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: 335976727
  • Bibliography: Krisenjahre der Frühromantik. Briefe aus dem Schlegelkreis. Hg. v. Josef Körner. Bd. 1. Der Texte erste Hälfte. 1791‒1808. Bern u.a. ²1969, S. 550‒551.
  • Incipit: „[1] [Dresden 9. Juni 1808]
    Geliebter Freund,
    Ich habe in dem letzten Zettel an Dich noch etwas vergessen, was ich nun in der [...]“
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: APP2712-Bd-8
  • Classification Number: Mscr.Dresd.App.2712,B,I,51
  • Number of Pages: 4 S. auf Doppelbl., hs. m. U
  • Format: 18,3 x 11,2 cm
    Language
  • German
  • Latin
[1] [Dresden 9. Juni 1808]
Geliebter Freund,
Ich habe in dem letzten Zettel an Dich noch etwas vergessen, was ich nun in der Eil des Einpackens noch mit wenigen Worten nachhohlen will. Schreibe doch ja gleich von Frankfurt aus an Charlotte wegen der nochmaligen Versicherung der Bürgschaft, damit sie das Geld dann gleich nach Kölln schicken und alles um so schneller in Ordnung kommen kann. Theils wünsche ich es sehr, daß meine Frau sobald als möglich aus ihrer einsamen Gefangenschaft befreit werde, theils ist es auch in ökonomischer Hinsicht viel besser und vortheilhafter. – Schreibst Du an [2] Charlotte erst von Coppet aus, so wird sie diesen Brief vor dem 15ten Julius schwerlich erhalten, das Geld wird also dann erst am 1ten August in Kölln sein, und meine Frau erst in der Mitte August hier eintreffen, was viel später ist als Charlotte es wünscht.
Unsre Angelegenheiten in Kölln habe ich schon in größter Ordnung hinterlassen, meine Frau hat bis zur Mitte Julius, oder allenfalls bis Ende Julii noch Geld genug. Die Summe die zu dem noch übrigen was nothwendig bezahlt werden muß, und zur Reise erfodert wird, bleibt also unverändert dieselbe. 200 Thaler [3] Sächsisch sind reichlich genug. Schon mit 25 Karolin würde es möglich sein, da einiges allenfalls unbezahlt bleiben kann.
Verzeih es mir, daß ich Dir von so trocknen Geldverhältnissen so viel noch vorspreche. Aber es hängt daran, was mir erst die rechte Seelenruhe geben wird; nemlich meine Frau hier zu wissen.
Dieß ist nur ein Zettel, in Coppet findest Du einen langen Brief. –
Müller und Buol begleiten mich bis Töplitz. – Ich laß Hormayrs Karl V; einige Seiten desselben hat er glaube ich herrlich gefaßt, manches in dem Factischen war mir neu und sehr wichtig. – Wir wollen nun [4] auch Karls Wahlspruch getreu bleiben; Plus ultra!
Ich umarme Dich von Herzensgrunde.
Dein treuer Bruder
Friedrich

Kaufe Dir wo möglich auf der Reise die Würzburger Handausgabe der Werke des heil. Cyprian. Es wird Dich nicht gereuen, ihn kennen zu lernen.
[1] [Dresden 9. Juni 1808]
Geliebter Freund,
Ich habe in dem letzten Zettel an Dich noch etwas vergessen, was ich nun in der Eil des Einpackens noch mit wenigen Worten nachhohlen will. Schreibe doch ja gleich von Frankfurt aus an Charlotte wegen der nochmaligen Versicherung der Bürgschaft, damit sie das Geld dann gleich nach Kölln schicken und alles um so schneller in Ordnung kommen kann. Theils wünsche ich es sehr, daß meine Frau sobald als möglich aus ihrer einsamen Gefangenschaft befreit werde, theils ist es auch in ökonomischer Hinsicht viel besser und vortheilhafter. – Schreibst Du an [2] Charlotte erst von Coppet aus, so wird sie diesen Brief vor dem 15ten Julius schwerlich erhalten, das Geld wird also dann erst am 1ten August in Kölln sein, und meine Frau erst in der Mitte August hier eintreffen, was viel später ist als Charlotte es wünscht.
Unsre Angelegenheiten in Kölln habe ich schon in größter Ordnung hinterlassen, meine Frau hat bis zur Mitte Julius, oder allenfalls bis Ende Julii noch Geld genug. Die Summe die zu dem noch übrigen was nothwendig bezahlt werden muß, und zur Reise erfodert wird, bleibt also unverändert dieselbe. 200 Thaler [3] Sächsisch sind reichlich genug. Schon mit 25 Karolin würde es möglich sein, da einiges allenfalls unbezahlt bleiben kann.
Verzeih es mir, daß ich Dir von so trocknen Geldverhältnissen so viel noch vorspreche. Aber es hängt daran, was mir erst die rechte Seelenruhe geben wird; nemlich meine Frau hier zu wissen.
Dieß ist nur ein Zettel, in Coppet findest Du einen langen Brief. –
Müller und Buol begleiten mich bis Töplitz. – Ich laß Hormayrs Karl V; einige Seiten desselben hat er glaube ich herrlich gefaßt, manches in dem Factischen war mir neu und sehr wichtig. – Wir wollen nun [4] auch Karls Wahlspruch getreu bleiben; Plus ultra!
Ich umarme Dich von Herzensgrunde.
Dein treuer Bruder
Friedrich

Kaufe Dir wo möglich auf der Reise die Würzburger Handausgabe der Werke des heil. Cyprian. Es wird Dich nicht gereuen, ihn kennen zu lernen.
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