• Friedrich von Schlegel to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Frankfurt am Main · Place of Destination: Heidelberg · Date: 03.09.1818
Edition Status: Single collated printed full text with registry labelling
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Friedrich von Schlegel
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Frankfurt am Main
  • Place of Destination: Heidelberg
  • Date: 03.09.1818
  • Notations: Empfangsort erschlossen.
    Printed Text
  • Bibliography: Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Bd. 29. Dritte Abteilung: Briefe von und an Friedrich und Dorothea Schlegel. Vom Wiener Kongress zum Frankfurter Bundestag (10. September 1814 ‒ 31. Oktober 1818). Mit Einleitung und Kommentar hg. v. Jean-Jacques Anstett unter Mitarbeit von Ursula Behler. Paderborn 1980, S. 551.
  • Incipit: „[1] Frankfurt, den 3ten September 1818.
    Geliebter Freund! Es ist mit den regierenden Ministern eine eigne Sache; man muß seine Plane alle [...]“
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-1a-34288
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.24.d,Nr.222
  • Number of Pages: 4S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 16,1 x 10,1 cm
    Language
  • German
[1] Frankfurt, den 3ten September 1818.
Geliebter Freund! Es ist mit den regierenden Ministern eine eigne Sache; man muß seine Plane alle Augenblicke ändern und sich desfalls in Geduld fassen. – Ich sprach gestern ausführlich mit Himly über den Aufenthalt und die nächsten Reisen des Fürsten H[ardenberg]. – Er ist jetzt schon nicht mehr in Achen, sondern auf einer Tournee in der Provinz umher; da würde es denn freylich schwer seyn, ihn zu fassen, er würde Dir immer wieder entgehen, auch mitten im Gedränge seyn, wo es kaum schicklich wäre, ihm von Ort zu Ort in seiner [2] Provinz so nachzujagen. – Dagegen kommt er gewiß bis Mitte September nach Coblenz, d. h. zwischen dem 15ten und 18ten. Wenn Du also jetzt Deine Reise zu ihm noch etwas aufschöbest und Dich so einrichtetest, daß Du bis zum 15ten in Coblenz wärest so möchte es wohl zweckmäßiger seyn.
Dann sehe ich Dich wohl auf jeden Fall vorher in Heidelberg; obwohl ich ganz fest noch nichts bestimmen kann, bis ich den Fürsten ausführlich gesprochen habe, der auch heute zwar um vieles besser ist, aber doch das Bette noch nicht ver[3]lassen hat.
Ich wiederhohle für Dich und Sophien meine herzlichsten Glückwünsche. Da die Hochzeit erst am 30ten war, so ist mein Brief an Sophie, als Frau von Schlegel, um einige Tage zu früh gekommen. Sind sie denn schon abgereist, weil Du gar von niemanden nicht grüßest? –
Was mich betrifft, so rechne ich wegen Bonn ganz auf Deine thätige Freundschaft; Du bist als Bruder auch in der besten Lage, da recht unbefangen mitwirken zu können. Mündlich wollen wir das alles recht ausführlich besprechen.
Deine Aufträge wegen der Baruchschen Wohnung u.s.w. werde ich bestens [4] besorgen.
Sonst wüßte ich gar nichts Neues. Die Allgemeinen Sachen scheinen recht gut zu stehen. Genz ist nun auch angekommen; ich sah ihn aber noch nicht. – Lebe wohl, grüße Sophien, und alle; von Herzen Dein
Bruder Friedrich.
[1] Frankfurt, den 3ten September 1818.
Geliebter Freund! Es ist mit den regierenden Ministern eine eigne Sache; man muß seine Plane alle Augenblicke ändern und sich desfalls in Geduld fassen. – Ich sprach gestern ausführlich mit Himly über den Aufenthalt und die nächsten Reisen des Fürsten H[ardenberg]. – Er ist jetzt schon nicht mehr in Achen, sondern auf einer Tournee in der Provinz umher; da würde es denn freylich schwer seyn, ihn zu fassen, er würde Dir immer wieder entgehen, auch mitten im Gedränge seyn, wo es kaum schicklich wäre, ihm von Ort zu Ort in seiner [2] Provinz so nachzujagen. – Dagegen kommt er gewiß bis Mitte September nach Coblenz, d. h. zwischen dem 15ten und 18ten. Wenn Du also jetzt Deine Reise zu ihm noch etwas aufschöbest und Dich so einrichtetest, daß Du bis zum 15ten in Coblenz wärest so möchte es wohl zweckmäßiger seyn.
Dann sehe ich Dich wohl auf jeden Fall vorher in Heidelberg; obwohl ich ganz fest noch nichts bestimmen kann, bis ich den Fürsten ausführlich gesprochen habe, der auch heute zwar um vieles besser ist, aber doch das Bette noch nicht ver[3]lassen hat.
Ich wiederhohle für Dich und Sophien meine herzlichsten Glückwünsche. Da die Hochzeit erst am 30ten war, so ist mein Brief an Sophie, als Frau von Schlegel, um einige Tage zu früh gekommen. Sind sie denn schon abgereist, weil Du gar von niemanden nicht grüßest? –
Was mich betrifft, so rechne ich wegen Bonn ganz auf Deine thätige Freundschaft; Du bist als Bruder auch in der besten Lage, da recht unbefangen mitwirken zu können. Mündlich wollen wir das alles recht ausführlich besprechen.
Deine Aufträge wegen der Baruchschen Wohnung u.s.w. werde ich bestens [4] besorgen.
Sonst wüßte ich gar nichts Neues. Die Allgemeinen Sachen scheinen recht gut zu stehen. Genz ist nun auch angekommen; ich sah ihn aber noch nicht. – Lebe wohl, grüße Sophien, und alle; von Herzen Dein
Bruder Friedrich.
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