• Friedrich Schleiermacher to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Berlin · Place of Destination: Braunschweig · Date: 25.11.1800
Edition Status: Single collated printed full text with registry labelling
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Friedrich Schleiermacher
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Berlin
  • Place of Destination: Braunschweig
  • Date: 25.11.1800
  • Notations: Empfangsort erschlossen.
    Printed Text
  • Bibliography: Schleiermacher, Friedrich: Kritische Gesamtausgabe. Hg. v. Hans-Joachim Birkner u. Hermann Fischer. Berlin u.a. 1980ff. Abt. 5, Bd. 4. Briefwechsel 1800 (Briefe 850‒1004). Hg. v. Andreas Arndt u. Wolfgang Virmond. Berlin u.a. 1994, S. 339‒340.
  • Incipit: „[1] B. d 25t. Nov.
    Die Jenaer haben mich mit einer falschen Nachricht als ob Sie nächstens dort sein würden verführt Ihnen [...]“
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-611-34477
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.25,Nr.19
  • Number of Pages: 3 S. auf Doppelbl., hs.
  • Format: 19,1 x 11,6 cm
    Language
  • German
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[1] B. d 25t. Nov.
Die Jenaer haben mich mit einer falschen Nachricht als ob Sie nächstens dort sein würden verführt Ihnen nicht nur nicht mehr nach Braunschweig zu schreiben, sondern auch Schadows projektirte Zeichnung, da gerade eine Gelegenheit dazu war nach Jena zu schiken. Hoffentlich werden Sie sie von dort aus nun schon erhalten haben. Die Urne sammt dem Postament gefällt mir wie ich gestehn muß gar nicht, indeßen ist es eine Grundlage um Ihre Gegenvorschläge zu machen. Was auf dem Zettel am Ende für ein närrischer Vorschlag steht von der Stuk-Manufaktur sieht beinahe aus als hätte Schadow keine sonderliche Lust mündlich aber schien es mir doch anders. Am besten ist Sie schreiben Ihm selbst, damit er sieht, wie sehr es Ihnen Ernst ist.
Nach Cottas Brief scheint freilich für die Jahrbücher noch mehr Hofnung zu sein als ich dachte denn an die Fichteschen glaube ich noch immer nicht wenn Sie und Friedrich ihnen nicht beitreten[.] Daß Woltmann in solcher Estimation steht hätte ich indeß doch nicht gedacht. Ich habe ordentlich wieder Luft geschöpft nach Ihrem Briefe denn von Jena aus war mir das Ab[2]scheiden der Jahrbücher mit einer solchen Gewißheit und sogar mit einer Art von Triumf angekündigt, so daß ich hätte fürchten mögen sie würden gar nicht zu Stande gekommen sein wenn auch kein äußeres Hinderniß obgewaltet hätte. Für Sie wäre die ganze Sache freilich eine Aufopferung gewesen, indeß die gute Sache ist doch keine Kleinigkeit; mein Fall ist noch etwas anders denn ich hätte gewiß mancherlei dabei gelernt was mir ohne ein solches Hülfsmittel nicht kommen möchte. Was Sie von einem andern Plan und einer andern Redaktion etwa der meinigen schreiben, kann wol nur Ihr Scherz sein
Gäben mir die guten Götter allen eignen Planen die ein Jeder von uns hat desto mehr Gedeihen. Friedrich schreibt mir eben heute wieder einmal vom Plato in ziemlich ernsthaften Ausdrüken so daß ich hoffen kann es wird bald zu einem wirklichen Anfange kommen, und mir macht die Kritik der Moral täglich viel Kopfstiche. Ihrer harret der Tristan und die Kozebuade wird uns unterdeß anmuthige Stunden machen. Wahrscheinlich erwarten Sie nun noch ihre Erscheinung in Braunschweig. Niemand [3] erfährt durch mich etwas davon und ich bin ungeduldig auf die 14 Tage.
Von meiner Reise nach Jena kann ich Ihnen leider nichts genaues berichten weil ich nichts davon weiß; nur soviel kann ich mit Gewißheit sagen daß in diesem Jahre nichts daraus werden wird. Hernach wird die Sache viel auf Ihrer Reise hieher beruhen denn mir wäre es höchst fatal wenn sich beides in die Quere käme[.] Kämen Sie noch dies Jahr so wäre es desto besser. Ich habe heute schon ein provisorisches Exemplar von Florentin bekommen an dem ich mich bei der ersten ruhigen Stunde ergözen will. Daß ich soeben keine habe sehen Sie diesem Geschreibe wol an und verzeihen es mir. Tiek und Bernhardi werde ich das die Jahrbücher betreffende mittheilen
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[1] B. d 25t. Nov.
Die Jenaer haben mich mit einer falschen Nachricht als ob Sie nächstens dort sein würden verführt Ihnen nicht nur nicht mehr nach Braunschweig zu schreiben, sondern auch Schadows projektirte Zeichnung, da gerade eine Gelegenheit dazu war nach Jena zu schiken. Hoffentlich werden Sie sie von dort aus nun schon erhalten haben. Die Urne sammt dem Postament gefällt mir wie ich gestehn muß gar nicht, indeßen ist es eine Grundlage um Ihre Gegenvorschläge zu machen. Was auf dem Zettel am Ende für ein närrischer Vorschlag steht von der Stuk-Manufaktur sieht beinahe aus als hätte Schadow keine sonderliche Lust mündlich aber schien es mir doch anders. Am besten ist Sie schreiben Ihm selbst, damit er sieht, wie sehr es Ihnen Ernst ist.
Nach Cottas Brief scheint freilich für die Jahrbücher noch mehr Hofnung zu sein als ich dachte denn an die Fichteschen glaube ich noch immer nicht wenn Sie und Friedrich ihnen nicht beitreten[.] Daß Woltmann in solcher Estimation steht hätte ich indeß doch nicht gedacht. Ich habe ordentlich wieder Luft geschöpft nach Ihrem Briefe denn von Jena aus war mir das Ab[2]scheiden der Jahrbücher mit einer solchen Gewißheit und sogar mit einer Art von Triumf angekündigt, so daß ich hätte fürchten mögen sie würden gar nicht zu Stande gekommen sein wenn auch kein äußeres Hinderniß obgewaltet hätte. Für Sie wäre die ganze Sache freilich eine Aufopferung gewesen, indeß die gute Sache ist doch keine Kleinigkeit; mein Fall ist noch etwas anders denn ich hätte gewiß mancherlei dabei gelernt was mir ohne ein solches Hülfsmittel nicht kommen möchte. Was Sie von einem andern Plan und einer andern Redaktion etwa der meinigen schreiben, kann wol nur Ihr Scherz sein
Gäben mir die guten Götter allen eignen Planen die ein Jeder von uns hat desto mehr Gedeihen. Friedrich schreibt mir eben heute wieder einmal vom Plato in ziemlich ernsthaften Ausdrüken so daß ich hoffen kann es wird bald zu einem wirklichen Anfange kommen, und mir macht die Kritik der Moral täglich viel Kopfstiche. Ihrer harret der Tristan und die Kozebuade wird uns unterdeß anmuthige Stunden machen. Wahrscheinlich erwarten Sie nun noch ihre Erscheinung in Braunschweig. Niemand [3] erfährt durch mich etwas davon und ich bin ungeduldig auf die 14 Tage.
Von meiner Reise nach Jena kann ich Ihnen leider nichts genaues berichten weil ich nichts davon weiß; nur soviel kann ich mit Gewißheit sagen daß in diesem Jahre nichts daraus werden wird. Hernach wird die Sache viel auf Ihrer Reise hieher beruhen denn mir wäre es höchst fatal wenn sich beides in die Quere käme[.] Kämen Sie noch dies Jahr so wäre es desto besser. Ich habe heute schon ein provisorisches Exemplar von Florentin bekommen an dem ich mich bei der ersten ruhigen Stunde ergözen will. Daß ich soeben keine habe sehen Sie diesem Geschreibe wol an und verzeihen es mir. Tiek und Bernhardi werde ich das die Jahrbücher betreffende mittheilen
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