• Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Stuttgart · Place of Destination: Unknown · Date: 07.04.1810
Edition Status: Single collated printed full text with registry labelling
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Stuttgart
  • Place of Destination: Unknown
  • Date: 07.04.1810
    Printed Text
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: 335973167
  • Bibliography: Krisenjahre der Frühromantik. Briefe aus dem Schlegelkreis. Hg. v. Josef Körner. Bd. 2. Der Texte zweite Hälfte. 1809‒1844. Bern u.a. ²1969, S. 121‒122.
  • Incipit: „[1] Stuttgardt den 7. April 1810.
    Werthester Freund!
    Ich habe inzwischen von meinem Schwager die Vollmacht in Betreff der 600. Reichsthaler erhalten, welche [...]“
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: APP2712-Bd-7
  • Classification Number: Mscr.Dresd.App.2712,B,24,8
  • Number of Pages: 4 S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 20,4 x 12,6 cm
    Language
  • German
[1] Stuttgardt den 7. April 1810.
Werthester Freund!
Ich habe inzwischen von meinem Schwager die Vollmacht in Betreff der 600. Reichsthaler erhalten, welche ich glaube Ihnen zuschicken zu müssen, um Sie bey der Anweisung der Summe gegen alle künftigen Anforderungen sicher zu stellen.
Tieck ist seit einigen Tagen hier; ich habe ihn aber nur einmal habhaft werden können. Er geht wieder nach Rom. Was meynen Sie, ob Hoffnung ist, das Werk dort gefördert zu sehen? Thun Sie doch auch Ihrer Seits noch das Mögliche, ihn dazu zu ermahnen. Die Transportkosten werden nicht sehr vertheuern, indem sie auf jeden Fall auf den Marmor geschlagen würden. Er hat mir versprochen, nicht hier weg[2]zugehen, ohne die völlige Zeichnung gemacht und mich gehörig instruirt zu haben. Sobald ich diese habe, werde ich in Würzburg alles richtig machen. Wir sind mit Ihrer Wahl christlicher Sinnbilder nun auch übereingekommen. Freylich finden sich manche Schwierigkeiten dabey. Theilen Sie wo möglich Ihre Ideen mit; das Süjet, das wir zum Gemälde bestimmt hatten, ist im Basrelief ohne bedeutendere Größe nicht leicht auszuführen. Es wird Ihrem Herzen angenehm seyn, einen oder mehrere Gedanken zur Verewigung des theuren Andenkens mitgetheilt zu haben. Sollten Sie auch über die Inschrift früher schon nachgedacht haben, so bitte ich mir Ihre Ideen zukommen zu lassen.
Der Gedanke in der Vollmacht, von dem etwaigen Überschuß Carolinen ein Monument zu errichten, ist die eigne Zuthat meines Schwagers. Höchstens könnte sich dieß auf die [3] inzwischen aufgelaufnen Interessen beziehen: sonst ist meine Meynung, daß wirklich das Ganze aufgewendet und nichts gespart oder gekürzt werde. Meiner Frau Grab zu bezeichnen und zu ehren ist meine Sache; ich habe bereits einige Anstalten dazu getroffen. – Tieck ist ebenfalls für den Kirchhof und nicht für die Kirche. Lezteres würde, da das Denkmal doch nur an die Wand angebracht werden könnte, manche Umstände vielleicht Schwierigkeiten haben. Vor Verletzung durch Berührung sind die Basreliefs und besonders die Büste schon durch die verhältnißmäßige Höhe, in der sie zu stehen kommen, geschützt. Die Büste muß auf die Nord- oder Nordost Seite zu stehen kommen. Gegen Wetter und Regen lassen sich vielleicht Schuzmittel finden; auch Dannecker ist deßhalb zu Rath gezogen worden.
Ich hoffe, bald von Ihnen etwas [4] zu hören und rechne auf freundschaftliche Mittheilung alles dessen, was Sie zur Sache dienlich und fördernd finden.
Mit wahrer Ergebenheit
der Ihrige
Schelling
[1] Stuttgardt den 7. April 1810.
Werthester Freund!
Ich habe inzwischen von meinem Schwager die Vollmacht in Betreff der 600. Reichsthaler erhalten, welche ich glaube Ihnen zuschicken zu müssen, um Sie bey der Anweisung der Summe gegen alle künftigen Anforderungen sicher zu stellen.
Tieck ist seit einigen Tagen hier; ich habe ihn aber nur einmal habhaft werden können. Er geht wieder nach Rom. Was meynen Sie, ob Hoffnung ist, das Werk dort gefördert zu sehen? Thun Sie doch auch Ihrer Seits noch das Mögliche, ihn dazu zu ermahnen. Die Transportkosten werden nicht sehr vertheuern, indem sie auf jeden Fall auf den Marmor geschlagen würden. Er hat mir versprochen, nicht hier weg[2]zugehen, ohne die völlige Zeichnung gemacht und mich gehörig instruirt zu haben. Sobald ich diese habe, werde ich in Würzburg alles richtig machen. Wir sind mit Ihrer Wahl christlicher Sinnbilder nun auch übereingekommen. Freylich finden sich manche Schwierigkeiten dabey. Theilen Sie wo möglich Ihre Ideen mit; das Süjet, das wir zum Gemälde bestimmt hatten, ist im Basrelief ohne bedeutendere Größe nicht leicht auszuführen. Es wird Ihrem Herzen angenehm seyn, einen oder mehrere Gedanken zur Verewigung des theuren Andenkens mitgetheilt zu haben. Sollten Sie auch über die Inschrift früher schon nachgedacht haben, so bitte ich mir Ihre Ideen zukommen zu lassen.
Der Gedanke in der Vollmacht, von dem etwaigen Überschuß Carolinen ein Monument zu errichten, ist die eigne Zuthat meines Schwagers. Höchstens könnte sich dieß auf die [3] inzwischen aufgelaufnen Interessen beziehen: sonst ist meine Meynung, daß wirklich das Ganze aufgewendet und nichts gespart oder gekürzt werde. Meiner Frau Grab zu bezeichnen und zu ehren ist meine Sache; ich habe bereits einige Anstalten dazu getroffen. – Tieck ist ebenfalls für den Kirchhof und nicht für die Kirche. Lezteres würde, da das Denkmal doch nur an die Wand angebracht werden könnte, manche Umstände vielleicht Schwierigkeiten haben. Vor Verletzung durch Berührung sind die Basreliefs und besonders die Büste schon durch die verhältnißmäßige Höhe, in der sie zu stehen kommen, geschützt. Die Büste muß auf die Nord- oder Nordost Seite zu stehen kommen. Gegen Wetter und Regen lassen sich vielleicht Schuzmittel finden; auch Dannecker ist deßhalb zu Rath gezogen worden.
Ich hoffe, bald von Ihnen etwas [4] zu hören und rechne auf freundschaftliche Mittheilung alles dessen, was Sie zur Sache dienlich und fördernd finden.
Mit wahrer Ergebenheit
der Ihrige
Schelling
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