• Caspar Anton von Mastiaux to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Unknown · Place of Destination: Jena · Date: [Ende 1798]
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Caspar Anton von Mastiaux
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Unknown
  • Place of Destination: Jena
  • Date: [Ende 1798]
  • Notations: Datum erschlossen. – Datierung: Der Brief muss Ende Dezember geschrieben sein, da Mastiaux Schlegel alles Gute für das neue Jahr wünscht.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-1a-34292
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.15,Nr.2
  • Number of Pages: 2S. auf Doppelbl., hs. m. U. u. Adresse
  • Format: 23,3 x 19,2 cm
  • Incipit: „[1] Ihre werthe Zuschrift hat mich sehr erfreüt. Ich wünschte daß ich das Gemähld überwelches Sie anfragen kürzlich gesehen hatte [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
  • Varwig, Olivia
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[1] Ihre werthe Zuschrift hat mich sehr erfreüt. Ich wünschte daß ich das Gemähld überwelches Sie anfragen kürzlich gesehen hatte um ihnen beßere Auskunft darüber geben zu können. Folgendes ist was ich mich noch von demselben erinnere welches ich jedoch keineswegs für ein geltendes Urtheil gebe und gerne an ihren spätern Beobachtungen aufopferen will –
Verglichen mit dem Bildniß vom Herzog Ludwig Sforza v. da Vinzi ist die Herodias kaum für eine Arbeit deßelben Msters zu halten denn Sie hat weniger Kunst weniger zartheit genauigkeit zierlichkeit der Formen im einzelnen und besonders weniger Wißenschaft. In diesem letztern liegt wie ich glaube der Hauptgrund weßwegen man an der Originalitat zweifeln kan, denn wenn man zugeben muß L. da Vinzi habe Werke hinterlaßen die in ansehung des Ausdrucks Geistes p nicht weit über dieser Herodias zu Dresd. stehen so läßt sich doch nicht absehen warum er, der Wißenschaftliche Künstler, nicht eben seine Wißenschaft in der Zeichnung sollte daran gewandt haben. überdem haben seine Schüler und Nachahmer Luini, Cäsare da Sesto, Lomazzo. & Lorenzo di Credi seine Werke häufig Copirt und di. Manier, di. Glätte & ausführlichkeit in solchem Grade beseßen daß viele ihrer Werke der Herodias gewiß nichts nachgeben, damit willich aber doch nicht für ganz gewiß behaupt. daß diese nicht da Vinciʼs Arbeit seyn könne denn wi. gesagt es ist in rücksicht seiner Nachahmer bey Bildern di. nicht von seinen besten sind schwer über Originalität zu entscheiden zudem istʼs nun 4 Jahre daß seitdem ich in Dreßd. gewesen bin und damahls hatte ich di. Bilder dieses Meisters noch nicht so genau Studirt als seith der Zeit geschehen.
[2] Ein Bild in Fig. Halblebensgröße & bis unter di. Brust. welches di. Enthaupt: Joh. Bapt. vorstellt ist vielleicht dasjenige welches wi. Sie sag. im Vasari Citirt wird es befindet sich in Florenz und ist sicherl. v. Lionardo hat aber gelitten und anderes von eben der Geschichte und ganzen Fig: ist im Pall. Barbarini es ist schön wohl erhalt. allein vermuthl. kein Orig:
Leben Sie recht wohl in diesem 1798. Jahr bringe Ihnen das neue viel fröhliches Empfehl. Sie mich Ihrer Gattin und sagen ich hätte di. versprochene Zeichnung nicht vergeß. sondern werde sie liefern sobald es mögl. ist.
Ihr Ergebener
M
[3] des
Herrn Rath Schlegels
Wohlgeb.
Jena.
[4] [leer]
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[1] Ihre werthe Zuschrift hat mich sehr erfreüt. Ich wünschte daß ich das Gemähld überwelches Sie anfragen kürzlich gesehen hatte um ihnen beßere Auskunft darüber geben zu können. Folgendes ist was ich mich noch von demselben erinnere welches ich jedoch keineswegs für ein geltendes Urtheil gebe und gerne an ihren spätern Beobachtungen aufopferen will –
Verglichen mit dem Bildniß vom Herzog Ludwig Sforza v. da Vinzi ist die Herodias kaum für eine Arbeit deßelben Msters zu halten denn Sie hat weniger Kunst weniger zartheit genauigkeit zierlichkeit der Formen im einzelnen und besonders weniger Wißenschaft. In diesem letztern liegt wie ich glaube der Hauptgrund weßwegen man an der Originalitat zweifeln kan, denn wenn man zugeben muß L. da Vinzi habe Werke hinterlaßen die in ansehung des Ausdrucks Geistes p nicht weit über dieser Herodias zu Dresd. stehen so läßt sich doch nicht absehen warum er, der Wißenschaftliche Künstler, nicht eben seine Wißenschaft in der Zeichnung sollte daran gewandt haben. überdem haben seine Schüler und Nachahmer Luini, Cäsare da Sesto, Lomazzo. & Lorenzo di Credi seine Werke häufig Copirt und di. Manier, di. Glätte & ausführlichkeit in solchem Grade beseßen daß viele ihrer Werke der Herodias gewiß nichts nachgeben, damit willich aber doch nicht für ganz gewiß behaupt. daß diese nicht da Vinciʼs Arbeit seyn könne denn wi. gesagt es ist in rücksicht seiner Nachahmer bey Bildern di. nicht von seinen besten sind schwer über Originalität zu entscheiden zudem istʼs nun 4 Jahre daß seitdem ich in Dreßd. gewesen bin und damahls hatte ich di. Bilder dieses Meisters noch nicht so genau Studirt als seith der Zeit geschehen.
[2] Ein Bild in Fig. Halblebensgröße & bis unter di. Brust. welches di. Enthaupt: Joh. Bapt. vorstellt ist vielleicht dasjenige welches wi. Sie sag. im Vasari Citirt wird es befindet sich in Florenz und ist sicherl. v. Lionardo hat aber gelitten und anderes von eben der Geschichte und ganzen Fig: ist im Pall. Barbarini es ist schön wohl erhalt. allein vermuthl. kein Orig:
Leben Sie recht wohl in diesem 1798. Jahr bringe Ihnen das neue viel fröhliches Empfehl. Sie mich Ihrer Gattin und sagen ich hätte di. versprochene Zeichnung nicht vergeß. sondern werde sie liefern sobald es mögl. ist.
Ihr Ergebener
M
[3] des
Herrn Rath Schlegels
Wohlgeb.
Jena.
[4] [leer]
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