• Friedrich Wilken to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Heidelberg · Place of Destination: Unknown · Date: 13.05.1811
Edition Status: Single collated printed full text with registry labelling
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Friedrich Wilken
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Heidelberg
  • Place of Destination: Unknown
  • Date: 13.05.1811
    Printed Text
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: 335973167
  • Bibliography: Krisenjahre der Frühromantik. Briefe aus dem Schlegelkreis. Hg. v. Josef Körner. Bd. 2. Der Texte zweite Hälfte. 1809‒1844. Bern u.a. ²1969, S. 201.
  • Incipit: „[1] Heidelberg d. 13 May 1811.
    Sie machen mir, verehrungswürdiger Herr Professor, Vorwürfe, welche zwar, wie ich gern gestehe, von Ihrer Seite [...]“
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: APP2712-Bd-4
  • Classification Number: Mscr.Dresd.App.2712,A,14,8
  • Number of Pages: 1 S., hs. m. U.
  • Format: 22,5 x 19,1 cm
    Language
  • German
[1] Heidelberg d. 13 May 1811.
Sie machen mir, verehrungswürdiger Herr Professor, Vorwürfe, welche zwar, wie ich gern gestehe, von Ihrer Seite gegründet sind, aber von meiner Seite unverdient. Denn das Fach der schönen Literatur lag bisher ausser meinem Wirkungskreise in der Redaction, so wie ich überhaupt in den lezten anderthalb Jahren sehr geringen Antheil an der Redaction der Jahrbücher genommen habe. Die Recension von dem Riepenhausenschen Werke vertheidige ich keinesweges, es hat auch damit ein eigenthümliches Bewandniß. Deswegen würde mir eine Beurtheilung von Ihnen sehr erwünscht noch immer kommen. In dem jetzigen Jahrgange würde die Recension des Herrn W–k, der kein competentes Urtheil in diesem Fache hat, keinen Platz gefunden haben.
Von Ihren Werken werden jezt nach einander und bald Beurtheilungen erfolgen. Richard 3. wird H. Voß anzeigen, auch von dem spanischen Theater hoffe ich eine gute Beurtheilung zu erhalten, wegen der dramatischen Vorlesungen werden Sie sehr nachsichtig seyn müssen.
Ihres Herrn Bruders Werk über Indien habe ich selbst anzuzeigen gewagt. Gern hätte ich dafür einen andern Beurtheiler gewünscht; aber die Lage eines Redacteurs von einem kritischen Blatt in Deutschland ist oft wahrhaft desperat.
Sehr würden Sie mich und noch weit mehr das Publikum verbinden, wenn Sie sich noch entschließen wollten, die Beurtheilung des Tasso von Gries zu übernehmen. Auch Grieß selbst wünscht nichts sehnlicher.
Meine Schwiegermutter, die Professorin Tischbein, ist wieder in Leipzig, indem mein Schwiegervater schon seit zwei Jahren aus Petersburg zurückgekehrt ist.
Ueber den Ton der Herrn Grimm sind Sie mit Recht unzufrieden. Und doch hatte ich den Ton des Herrn J.[acob] G.[rimm] noch sehr bedeutend abgeschwächt.
Genehmigen Sie die Versicherung meiner aufrichtigsten und innigsten Hochachtung und Verehrung.
Wilken.
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[1] Heidelberg d. 13 May 1811.
Sie machen mir, verehrungswürdiger Herr Professor, Vorwürfe, welche zwar, wie ich gern gestehe, von Ihrer Seite gegründet sind, aber von meiner Seite unverdient. Denn das Fach der schönen Literatur lag bisher ausser meinem Wirkungskreise in der Redaction, so wie ich überhaupt in den lezten anderthalb Jahren sehr geringen Antheil an der Redaction der Jahrbücher genommen habe. Die Recension von dem Riepenhausenschen Werke vertheidige ich keinesweges, es hat auch damit ein eigenthümliches Bewandniß. Deswegen würde mir eine Beurtheilung von Ihnen sehr erwünscht noch immer kommen. In dem jetzigen Jahrgange würde die Recension des Herrn W–k, der kein competentes Urtheil in diesem Fache hat, keinen Platz gefunden haben.
Von Ihren Werken werden jezt nach einander und bald Beurtheilungen erfolgen. Richard 3. wird H. Voß anzeigen, auch von dem spanischen Theater hoffe ich eine gute Beurtheilung zu erhalten, wegen der dramatischen Vorlesungen werden Sie sehr nachsichtig seyn müssen.
Ihres Herrn Bruders Werk über Indien habe ich selbst anzuzeigen gewagt. Gern hätte ich dafür einen andern Beurtheiler gewünscht; aber die Lage eines Redacteurs von einem kritischen Blatt in Deutschland ist oft wahrhaft desperat.
Sehr würden Sie mich und noch weit mehr das Publikum verbinden, wenn Sie sich noch entschließen wollten, die Beurtheilung des Tasso von Gries zu übernehmen. Auch Grieß selbst wünscht nichts sehnlicher.
Meine Schwiegermutter, die Professorin Tischbein, ist wieder in Leipzig, indem mein Schwiegervater schon seit zwei Jahren aus Petersburg zurückgekehrt ist.
Ueber den Ton der Herrn Grimm sind Sie mit Recht unzufrieden. Und doch hatte ich den Ton des Herrn J.[acob] G.[rimm] noch sehr bedeutend abgeschwächt.
Genehmigen Sie die Versicherung meiner aufrichtigsten und innigsten Hochachtung und Verehrung.
Wilken.
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