• Johanna Christiane Erdmuthe Schlegel to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Hannover · Place of Destination: Amsterdam · Date: [Ende November/Anfang Dezember 1794]
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Johanna Christiane Erdmuthe Schlegel
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Hannover
  • Place of Destination: Amsterdam
  • Date: [Ende November/Anfang Dezember 1794]
  • Notations: Datum sowie Absende- und Empfangsort erschlossen. – Datierung durch den Brief vom November 1794.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-611-36881
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.21,Nr.32
  • Number of Pages: 3 S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 23 x 19 cm
  • Incipit: „[1] Liebster Willhelm,
    Herr Mieder hat sich angebothen, wenn ich was an Dich zu bestellen hätte, so wolle er es gern [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
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[1] Liebster Willhelm,
Herr Mieder hat sich angebothen, wenn ich was an Dich zu bestellen hätte, so wolle er es gern mit nehmen. Ich will also die Gelegenheit nicht ver[...]
Du liebster Sohn warst aber nicht gut gestimmt. Mit Deiner Lage must Du nun so lange zufrieden seyn, bis Du Dein Werck vollendet hast, u gut genung genutz, daß heist ein gut Cappital gemacht hast. Holland ist Dein Land nicht, sonst sollte ich dencken wenn Herr Meilmann ein Rath ist, daß der wohl auch was vor Dich thun könnte. Ich weiß nicht ob ich es Dir schon geschrieben habe, daß Eschenburg mit Dir nicht zu frieden geweßen ist; daß Du nichts vor den Druck arbeitetest, da Du doch so viel Beruf dazu hättest. Daß war ja woh[l] Dein Ernst nicht, daß Du an Carl schriebst, Du thätest verzicht darauf etwas zu werden, meynst Du in Hanoverschen? oder überhaubt? Das klingt ja sehr trostlos. Habe ich doch beßere Hofnung. Ich wünsche von Hertzen, daß ehe ich aus der Welt gehe Ihr beyden [2] Jüngsten, eure gewiße versorgung habt, ich würde sonst mit schweren Hertzen, von hier scheiden. Herr Mieder wird wie ich glaube, recht zufrieden mit Hanover seyn, wenigstens ist alles vor sie geschehn, sie [...] Tage bey den Vornehmsten zum Eßen u [...] mercken, daß Carl mit Heyraths Gedancken [um]geht. Es ist itzo eine M Papen hier bey dem jungen Papen eine Cusine, da wird Carl itzo viel zum eßen gebethen, u werden auch Spatzierfahrten angestellt, noch will er es nicht zu gäben, aber in diesen Fällen sehe ich helle. Der Himmel gäbe daß er eine gute Wahl trift. Vermögen kann die M Papen eben nicht haben, der Vater der in Nienburg aber Postcommisär geweßen ist tot, Die Mutter hat die Stelle noch. Da bekömmt der Bruder von Papen der sonst ein Militär war, u den Tittel als Haubtmann hat was ab 300 r. ab. Wenn Carln nur nicht die Familie zu sehr reitzt mit Hinübers ist sie nahe verwand. Carl hätte wohl ein Mädgen mit Vermögen gekrigt Carl schmeichelt sich daß er ein guter Wirth sey, vor [3] der einen Seide, aber er hat doch Ausgaben, bey seiner kleinen Einnahme, die sich mancher nicht erlauben würde da zu rechne ich das Clavierspielen, das Jahr 12 Du[k]aten, u recht was wird es niemals in den Jahren das Reiten kostet ihm auch viel, und giebt er eine Parti so kann er es auch nicht zu gut haben. Und im verheyratheten Stande kommen gar zu oft Vorfälle, wo man nicht spaarsam seyn kann, also wenn etwas Vermögen mit anderen guten Eigenschaften verbunden ist, ist es recht gut. Es versteht sich daß Du Dir nichts mercken läst, daß ich Dir etwas geschrieben habe. Ich kann mich auch irren. Wieder auf Dich zu kommen, Du bist bey vielen im Guten Andencken, u wird auch von manchen geleßen was von Dir gedruckt ist. Noch heute machte mir Uhle ein Comliment über Dich. Also komm nur ein mal wieder wenn ich noch lebe, so sollst Du bey mir wohnen, da sollst Du es recht gut haben. Schreib mir doch etwas mehr von Herr Mieder, wie geht das zu daß der sich blos Herr Mieder nennt, u die Dame Gräfin? von allen Deinen Geschwistern habe ich gute nachricht, fahre fort fleißig zu schreiben u behalte Lieb
Deine treue Mutter
Ich arbeite an Deinem Linnen aber freylich vor Michael wird es nicht zu stande kommen, u so lange kannst Du nicht warde sonst könnte ich wohl zu einem Dutzent anstallt machen. Die Bleiche macht es daß es so lange werdet.
[4] [leer]
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[1] Liebster Willhelm,
Herr Mieder hat sich angebothen, wenn ich was an Dich zu bestellen hätte, so wolle er es gern mit nehmen. Ich will also die Gelegenheit nicht ver[...]
Du liebster Sohn warst aber nicht gut gestimmt. Mit Deiner Lage must Du nun so lange zufrieden seyn, bis Du Dein Werck vollendet hast, u gut genung genutz, daß heist ein gut Cappital gemacht hast. Holland ist Dein Land nicht, sonst sollte ich dencken wenn Herr Meilmann ein Rath ist, daß der wohl auch was vor Dich thun könnte. Ich weiß nicht ob ich es Dir schon geschrieben habe, daß Eschenburg mit Dir nicht zu frieden geweßen ist; daß Du nichts vor den Druck arbeitetest, da Du doch so viel Beruf dazu hättest. Daß war ja woh[l] Dein Ernst nicht, daß Du an Carl schriebst, Du thätest verzicht darauf etwas zu werden, meynst Du in Hanoverschen? oder überhaubt? Das klingt ja sehr trostlos. Habe ich doch beßere Hofnung. Ich wünsche von Hertzen, daß ehe ich aus der Welt gehe Ihr beyden [2] Jüngsten, eure gewiße versorgung habt, ich würde sonst mit schweren Hertzen, von hier scheiden. Herr Mieder wird wie ich glaube, recht zufrieden mit Hanover seyn, wenigstens ist alles vor sie geschehn, sie [...] Tage bey den Vornehmsten zum Eßen u [...] mercken, daß Carl mit Heyraths Gedancken [um]geht. Es ist itzo eine M Papen hier bey dem jungen Papen eine Cusine, da wird Carl itzo viel zum eßen gebethen, u werden auch Spatzierfahrten angestellt, noch will er es nicht zu gäben, aber in diesen Fällen sehe ich helle. Der Himmel gäbe daß er eine gute Wahl trift. Vermögen kann die M Papen eben nicht haben, der Vater der in Nienburg aber Postcommisär geweßen ist tot, Die Mutter hat die Stelle noch. Da bekömmt der Bruder von Papen der sonst ein Militär war, u den Tittel als Haubtmann hat was ab 300 r. ab. Wenn Carln nur nicht die Familie zu sehr reitzt mit Hinübers ist sie nahe verwand. Carl hätte wohl ein Mädgen mit Vermögen gekrigt Carl schmeichelt sich daß er ein guter Wirth sey, vor [3] der einen Seide, aber er hat doch Ausgaben, bey seiner kleinen Einnahme, die sich mancher nicht erlauben würde da zu rechne ich das Clavierspielen, das Jahr 12 Du[k]aten, u recht was wird es niemals in den Jahren das Reiten kostet ihm auch viel, und giebt er eine Parti so kann er es auch nicht zu gut haben. Und im verheyratheten Stande kommen gar zu oft Vorfälle, wo man nicht spaarsam seyn kann, also wenn etwas Vermögen mit anderen guten Eigenschaften verbunden ist, ist es recht gut. Es versteht sich daß Du Dir nichts mercken läst, daß ich Dir etwas geschrieben habe. Ich kann mich auch irren. Wieder auf Dich zu kommen, Du bist bey vielen im Guten Andencken, u wird auch von manchen geleßen was von Dir gedruckt ist. Noch heute machte mir Uhle ein Comliment über Dich. Also komm nur ein mal wieder wenn ich noch lebe, so sollst Du bey mir wohnen, da sollst Du es recht gut haben. Schreib mir doch etwas mehr von Herr Mieder, wie geht das zu daß der sich blos Herr Mieder nennt, u die Dame Gräfin? von allen Deinen Geschwistern habe ich gute nachricht, fahre fort fleißig zu schreiben u behalte Lieb
Deine treue Mutter
Ich arbeite an Deinem Linnen aber freylich vor Michael wird es nicht zu stande kommen, u so lange kannst Du nicht warde sonst könnte ich wohl zu einem Dutzent anstallt machen. Die Bleiche macht es daß es so lange werdet.
[4] [leer]
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