• Christian Friedrich Tieck to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Bern · Place of Destination: Coppet · Date: 02.05.1812
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Christian Friedrich Tieck
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Bern
  • Place of Destination: Coppet
  • Date: 02.05.1812
  • Notations: Empfangsort erschlossen.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-611-36934
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.28,Nr.50
  • Number of Pages: 2 S., hs.
  • Format: 19,4 x 11,2 cm
  • Incipit: „[1] Bern den 2ten May 1812.
    Ich fange an mich selbst zu bewundern geliebter Freund das ich ordentlich 4 mahl wöchentlich [...]“
    Language
  • German
    Editors
  • Bamberg, Claudia
  • Varwig, Olivia
Notice (8): Undefined offset: 0 [APP/View/Letters/view.ctp, line 350]/version-10-19/letters/view/5988" data-language="">
[1] Bern den 2ten May 1812.
Ich fange an mich selbst zu bewundern geliebter Freund das ich ordentlich 4 mahl wöchentlich an ein und eben denselben Menschen schreiben kann der du bist, ja das ich es auch tun würde wenn du gar nichts für mich schriebest. Doch hatt mir heut M. mehreres was mich betrift aus deinem Brif mitgetheilt. Mit dem amüsiren in der SonntagsGesellschaft ist es oft wohl nicht so recht bestellt, doch geth es eben nicht anders, ihr fehlt ein Theil der Seele, und diese wird ihr auch so bald nicht wieder kommen, und am Ende sind ja doch alle andern sehr unbedeutend, die xxxxx wird ja nur sehr selten lebendiger, die xxxxx ist ja eigentlich gar nichts, die xxxxx gar zu häßlich, und die xxx nur langweilig und lästig xxxxx selbst am Ende nur interressant durch sein Bewerben um xxxxx xxxx höchstens possierlich, und xxx oft ganz einzig und allein nur für die eine da das es ganz unmöglich ist ihm Rede abzugewinnen. Mir wenigstens scheint es als ob der ganzen Gesellschaft seit du fehlst der Zusammenhang fehlte, oder kommt dis nur von dem Gefühl her, das ich jezt nicht recht mehr weis weshalb ich in der Gesellschaft bin? Denn mich jezt noch um der kleinen H viel zu thun machen, damit er nur größere Freiheit habe, scheint mir ja ganz thöriht zu sein. Doch ich gerathe in Albernheiten hinein. Ich habe mich heut noch nicht um den H. Anno bekümmern können, und habe auch vielleicht Morgen noch zu verwirrte Geschäfte, Ich soll noch einiges an den Portraiten machen, als einen Rand herum und dergleichen, dann es mehrern Personen zeigen als dem alten Müslin, Haller, u dergleichen. Deinen Brif auf die Post besorgen, und das Portrait der Herrmann fortsetzen Auch das des alten Müslins vorbereiten, das heißt Papier [2] anschaffen, die Grösse u Format besprehen und dergleichen. Doch will ich alsdann noch zu Wiß gehen das er mir die Bücher besorgt. Wäre Horner hier wüßte ich es aber schon, und schrieb dir heut Abend die Antwort. xxxxxxxxxxxxxxxx heut die ihr gemachten Verse mitgeschikt, sie hatt es gegen meinen willen gethan, bei den andern habe ich mich beim Abschreiben auch vielfach geschämt, wegen der undeutschen und schlechten construktionen, heut hatt mir auch die xxxxx gestanden es sei ihr zu lang gewesen, und sie hatt nur einige Strophen davon genommen, das hatt mich wirklich lachen gemacht, weil ungeschikterweise sie zu sehr in einander greiffen.
Notice (8): Undefined offset: 0 [APP/View/Letters/view.ctp, line 432]/version-10-19/letters/view/5988" data-language="">
[1] Bern den 2ten May 1812.
Ich fange an mich selbst zu bewundern geliebter Freund das ich ordentlich 4 mahl wöchentlich an ein und eben denselben Menschen schreiben kann der du bist, ja das ich es auch tun würde wenn du gar nichts für mich schriebest. Doch hatt mir heut M. mehreres was mich betrift aus deinem Brif mitgetheilt. Mit dem amüsiren in der SonntagsGesellschaft ist es oft wohl nicht so recht bestellt, doch geth es eben nicht anders, ihr fehlt ein Theil der Seele, und diese wird ihr auch so bald nicht wieder kommen, und am Ende sind ja doch alle andern sehr unbedeutend, die xxxxx wird ja nur sehr selten lebendiger, die xxxxx ist ja eigentlich gar nichts, die xxxxx gar zu häßlich, und die xxx nur langweilig und lästig xxxxx selbst am Ende nur interressant durch sein Bewerben um xxxxx xxxx höchstens possierlich, und xxx oft ganz einzig und allein nur für die eine da das es ganz unmöglich ist ihm Rede abzugewinnen. Mir wenigstens scheint es als ob der ganzen Gesellschaft seit du fehlst der Zusammenhang fehlte, oder kommt dis nur von dem Gefühl her, das ich jezt nicht recht mehr weis weshalb ich in der Gesellschaft bin? Denn mich jezt noch um der kleinen H viel zu thun machen, damit er nur größere Freiheit habe, scheint mir ja ganz thöriht zu sein. Doch ich gerathe in Albernheiten hinein. Ich habe mich heut noch nicht um den H. Anno bekümmern können, und habe auch vielleicht Morgen noch zu verwirrte Geschäfte, Ich soll noch einiges an den Portraiten machen, als einen Rand herum und dergleichen, dann es mehrern Personen zeigen als dem alten Müslin, Haller, u dergleichen. Deinen Brif auf die Post besorgen, und das Portrait der Herrmann fortsetzen Auch das des alten Müslins vorbereiten, das heißt Papier [2] anschaffen, die Grösse u Format besprehen und dergleichen. Doch will ich alsdann noch zu Wiß gehen das er mir die Bücher besorgt. Wäre Horner hier wüßte ich es aber schon, und schrieb dir heut Abend die Antwort. xxxxxxxxxxxxxxxx heut die ihr gemachten Verse mitgeschikt, sie hatt es gegen meinen willen gethan, bei den andern habe ich mich beim Abschreiben auch vielfach geschämt, wegen der undeutschen und schlechten construktionen, heut hatt mir auch die xxxxx gestanden es sei ihr zu lang gewesen, und sie hatt nur einige Strophen davon genommen, das hatt mich wirklich lachen gemacht, weil ungeschikterweise sie zu sehr in einander greiffen.
×