• Christian Lassen to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: London · Place of Destination: Bonn · Date: 23.01.1825
Edition Status: Single collated printed full text with registry labelling
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Christian Lassen
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: London
  • Place of Destination: Bonn
  • Date: 23.01.1825
  • Notations: Empfangsort erschlossen.
    Printed Text
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: 370508637
  • Bibliography: Schlegel, August Wilhelm; Lassen, Christian: Briefwechsel. Hg. v. Willibald Kirfel. Bonn 1914, S. 108‒110.
  • Incipit: „[1] London, den 23sten Januar 25.
    Hochwohlgebohrner Herr Professor!
    Hochzuverehrender Lehrer!
    Es hat sich mir nichts neues und bemerkenswerthes dargeboten, seitdem ich zuletzt die [...]“
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-611-34965
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.14,Nr.33
  • Number of Pages: 3 S. auf Doppelbl., hs. m. U. u. Adresse
  • Format: 22,6 x 18,4 cm
    Language
  • German
[1] London, den 23sten Januar 25.
Hochwohlgebohrner Herr Professor!
Hochzuverehrender Lehrer!
Es hat sich mir nichts neues und bemerkenswerthes dargeboten, seitdem ich zuletzt die Ehre hatte an Ewr. Hochwohlgebohren zu schreiben, ich darf aber die Gesetze unserer Correspondenz nicht länger übertreten. Am Râmây[ana] habe ich eifrig fortgearbeitet; mit dem Cod. T bin ich bis zum 40sten fol. des Lib. VI. gekommen; mit dem 3ten Buch zum 15ten Capitel; aus dem Beng[alischen] Cod. kann ich die Zahl des Capitels nicht genau angeben, der Masse nach habe ich ohngefähr das erste Drittel vollendet. Ich denke den Cod. T. ganz zwingen zu können, und nach genauerer Ueberlegung, hoffe ich, daß dieses Ihnen auch als das Erwünschteste erscheinen werde; den größten Kummer macht mir das 3te Buch, weil die Zeit, die ich darauf verwenden kann, durch die Vergleichung des Bengal. Codex beschränkt wird; aber ich glaube nicht, daß die Lücke sehr fühlbar seyn würde, wenn ich dieses Buch auch nicht ganz abschreiben könnte. Es thut mir freilich sehr leid, daß ich wegen der Entfernung nicht über jeden Punct erst Ihr Gutachten einhohlen kann; Sie dürfen aber überzeugt seyn, daß ich mich bestrebe meine Einrichtungen so zu treffen, wie ich glaube, daß sie Ihren Absichten am besten entsprechen. Die Sachen von Dr. Leyden werden mir täglich angekündigt, sind aber noch nicht aufgestellt.
[2] Haughton ist ein Paar Tage hier gewesen und läßt sich Ihnen bestens empfehlen; sein Manu ist jetzt buchstäblich bis auf den letzten Bogen vollendet, der ein Paar Noten zu Sir Williamʼs Uebersetzung enthalten soll. Ich weiß aber kaum eine Gelegenheit Ihr Exemplar zu besorgen, ehe ich es selbst wenigstens bis auf die jenseitige Küste gebracht haben werde. Ich hoffe recht sehr, daß Baron Schilling Ihnen die Sachen hat zukommen lassen; ich glaubte sie in seinen Händen ganz und gar sicher. Von Klaproth, der gegenwärtig hier ist, höre ich, daß er nach Wien gereist sey, und dieser Umstand wird wohl die Verzögerung erklären. Klaproth wird sein Werk über China bald in die Presse geben, die Zahl der Subscribenten, höre ich, ist nicht größer als 150. Es wird vielleicht von einigem Interesse für Sie seyn zu erfahren, daß Sir Stamford Raffles eine neue Art von Rhinozeros auf Sumatra entdeckt habe, und daß Dr. Horsfield eine kleine Abhandlung darüber geschrieben. Seine botanischen Entdeckungen waren beinahe unermeßlich, aber das Feuer und die Wellen haben alles verschlungen; er hatte unter andern auch einen gezähmten Tapir mitgenommen. Die gelehrte Gesellschaft zu Bencoolen, jetzt wohl zu Sincapore, wird auch in einiger Zeit einen ersten Band ihrer Abhandlungen herausgeben.
[3] Herr Colebrooke wird nächstens seine Abhandlungen über die Philosophie fortsetzen; er beschäftiget sich jetzt sehr mit den Vêdas, und ist beinahe entschloßen einen großen Theil derselben zu übersetzen. ‒
Ewr. Hochwohlgebohren würden mich sehr verbinden, wenn Sie mich unterrichteten, ob Sie die Zeit meiner Abreise schon schließlich bestimmt haben, und ob Sie dem Plan, den ich jetzt in meinen Abschriften befolge, Ihren Beifall schenken. Genau genommen, wünsche ich mich selbst doch zu Gegenden zurück, wo die Weisheit beredter ist, als hier. ‒
Mit der größten Hochachtung
Ewr. Hochwohlgebohren
ergebenster und dankbarster
Chr. Laßen.
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[1] London, den 23sten Januar 25.
Hochwohlgebohrner Herr Professor!
Hochzuverehrender Lehrer!
Es hat sich mir nichts neues und bemerkenswerthes dargeboten, seitdem ich zuletzt die Ehre hatte an Ewr. Hochwohlgebohren zu schreiben, ich darf aber die Gesetze unserer Correspondenz nicht länger übertreten. Am Râmây[ana] habe ich eifrig fortgearbeitet; mit dem Cod. T bin ich bis zum 40sten fol. des Lib. VI. gekommen; mit dem 3ten Buch zum 15ten Capitel; aus dem Beng[alischen] Cod. kann ich die Zahl des Capitels nicht genau angeben, der Masse nach habe ich ohngefähr das erste Drittel vollendet. Ich denke den Cod. T. ganz zwingen zu können, und nach genauerer Ueberlegung, hoffe ich, daß dieses Ihnen auch als das Erwünschteste erscheinen werde; den größten Kummer macht mir das 3te Buch, weil die Zeit, die ich darauf verwenden kann, durch die Vergleichung des Bengal. Codex beschränkt wird; aber ich glaube nicht, daß die Lücke sehr fühlbar seyn würde, wenn ich dieses Buch auch nicht ganz abschreiben könnte. Es thut mir freilich sehr leid, daß ich wegen der Entfernung nicht über jeden Punct erst Ihr Gutachten einhohlen kann; Sie dürfen aber überzeugt seyn, daß ich mich bestrebe meine Einrichtungen so zu treffen, wie ich glaube, daß sie Ihren Absichten am besten entsprechen. Die Sachen von Dr. Leyden werden mir täglich angekündigt, sind aber noch nicht aufgestellt.
[2] Haughton ist ein Paar Tage hier gewesen und läßt sich Ihnen bestens empfehlen; sein Manu ist jetzt buchstäblich bis auf den letzten Bogen vollendet, der ein Paar Noten zu Sir Williamʼs Uebersetzung enthalten soll. Ich weiß aber kaum eine Gelegenheit Ihr Exemplar zu besorgen, ehe ich es selbst wenigstens bis auf die jenseitige Küste gebracht haben werde. Ich hoffe recht sehr, daß Baron Schilling Ihnen die Sachen hat zukommen lassen; ich glaubte sie in seinen Händen ganz und gar sicher. Von Klaproth, der gegenwärtig hier ist, höre ich, daß er nach Wien gereist sey, und dieser Umstand wird wohl die Verzögerung erklären. Klaproth wird sein Werk über China bald in die Presse geben, die Zahl der Subscribenten, höre ich, ist nicht größer als 150. Es wird vielleicht von einigem Interesse für Sie seyn zu erfahren, daß Sir Stamford Raffles eine neue Art von Rhinozeros auf Sumatra entdeckt habe, und daß Dr. Horsfield eine kleine Abhandlung darüber geschrieben. Seine botanischen Entdeckungen waren beinahe unermeßlich, aber das Feuer und die Wellen haben alles verschlungen; er hatte unter andern auch einen gezähmten Tapir mitgenommen. Die gelehrte Gesellschaft zu Bencoolen, jetzt wohl zu Sincapore, wird auch in einiger Zeit einen ersten Band ihrer Abhandlungen herausgeben.
[3] Herr Colebrooke wird nächstens seine Abhandlungen über die Philosophie fortsetzen; er beschäftiget sich jetzt sehr mit den Vêdas, und ist beinahe entschloßen einen großen Theil derselben zu übersetzen. ‒
Ewr. Hochwohlgebohren würden mich sehr verbinden, wenn Sie mich unterrichteten, ob Sie die Zeit meiner Abreise schon schließlich bestimmt haben, und ob Sie dem Plan, den ich jetzt in meinen Abschriften befolge, Ihren Beifall schenken. Genau genommen, wünsche ich mich selbst doch zu Gegenden zurück, wo die Weisheit beredter ist, als hier. ‒
Mit der größten Hochachtung
Ewr. Hochwohlgebohren
ergebenster und dankbarster
Chr. Laßen.
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