• Johann Friedrich Reichardt to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Giebichenstein · Place of Destination: Unknown · Date: 23.06.1796
Edition Status: Single collated printed full text with registry labelling
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Johann Friedrich Reichardt
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Giebichenstein
  • Place of Destination: Unknown
  • Date: 23.06.1796
    Printed Text
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: 343347008
  • Bibliography: Briefe von und an August Wilhelm Schlegel. Gesammelt und erläutert durch Josef Körner. Bd. 1. Zürich u.a. 1930, S. 31‒32.
  • Incipit: „[1] Giebichstein d. 23. Juni [17]96
    Herzlichen Dank, mein theurer Freund, für das übersandte Mscpt Ihres braven Bruders, der mir mit jeder [...]“
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-611-35028
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.18,Nr.15
  • Number of Pages: 4 S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 19 x 11,6 cm
    Language
  • German
[1] Giebichstein d. 23. Juni [17]96
Herzlichen Dank, mein theurer Freund, für das übersandte Mscpt Ihres braven Bruders, der mir mit jeder Zeile mit jedem Briefe lieber und wehrter wird. Er hat mir die Hofnung gegeben ihn Ende des nächsten Monats hier zu sehen: kämen Sie dann doch auch! Gerne führte ich Sie dann nach Jena, und bliebe mit Ihnen noch einige frohe Tage unter den dortigen braven Männern. Ich wäre gerne schon mit Voß hingekommen, er hatte aber einen so engen Reiseplan daß er durchaus nur einen Tag in Jena bleiben wollte [2] und konte, und dazu ist mir Jena zu lieb. Daß er selbst nachher gar nicht hinging wurde allein durch die Unpäßlichkeit seiner Frau die er in Halberstadt zurückgelassen hatte, verursacht; wir haben ihn darum nicht Einen Tag länger hier gehabt, und haben gewiß nicht den mindesten Anteil an der unterlaßnen Reise.
Es freut mich daß Sie mit dem Abdruck des Schlözerschen Aufsatzes in Deutschland zufrieden sind. Sagen Sie mir doch an wen ich wohl das Honorar für denselben am schicklichsten übersende? Hufeland hatte mir eine verheiratete [3] oder verwittwete Tochter des seeligen Michaelis in einem Briefe genant; der Nahme ist mir aber entfallen und der Brief von Hufeland verlegt.
Auf Ihres Bruders Geheiß habʼ ich sogleich an Unger geschrieben daß die Stelle in seinem Aufsatze, die Sie betrift ausgestrichen werden solle, und ich hoffe mein Brief ist noch zu rechter Zeit gekommen, und der Auftrag wird besser vollführt werden, als jener von Michaelis an Unger daß Ihr Nahme bei der Szene aus Romeo und Julia nicht genant werden sollte, und von dem Herausgeber nichts über die zu erwartende Übersetzung Shakespears [4] gesagt werden sollte. Meine Note hat man zwar beim Abdruck darüber weggelassen, aber Ihren Nahmen wegzustreichen vergessen.
Wolfs Urtheil über die genante Recension sollen Sie erfahren.
Haben Sie noch keine freie Stunde für mein Deutschland gefunden? Erinnern Sie sich ja seiner so oft man Ihnen dort etwas Raum und Zeit übrig läßt.
Könnten Sie mir wohl einige sichere Nachricht über Göthes Reiseplan verschaffen? ob er noch im August abzureisen gedenkt? und troz der Franzosen doch nach Italien? woran ich fast zweifle. ich mag ihn nicht selbst drum befragen, und habe doch manche Ursache es gerne zu wißen.
Leben Sie recht wohl und gedenken Sie stets freundlich an mich und meinen lieben Wohnort.
Ihr
Reichardt
[1] Giebichstein d. 23. Juni [17]96
Herzlichen Dank, mein theurer Freund, für das übersandte Mscpt Ihres braven Bruders, der mir mit jeder Zeile mit jedem Briefe lieber und wehrter wird. Er hat mir die Hofnung gegeben ihn Ende des nächsten Monats hier zu sehen: kämen Sie dann doch auch! Gerne führte ich Sie dann nach Jena, und bliebe mit Ihnen noch einige frohe Tage unter den dortigen braven Männern. Ich wäre gerne schon mit Voß hingekommen, er hatte aber einen so engen Reiseplan daß er durchaus nur einen Tag in Jena bleiben wollte [2] und konte, und dazu ist mir Jena zu lieb. Daß er selbst nachher gar nicht hinging wurde allein durch die Unpäßlichkeit seiner Frau die er in Halberstadt zurückgelassen hatte, verursacht; wir haben ihn darum nicht Einen Tag länger hier gehabt, und haben gewiß nicht den mindesten Anteil an der unterlaßnen Reise.
Es freut mich daß Sie mit dem Abdruck des Schlözerschen Aufsatzes in Deutschland zufrieden sind. Sagen Sie mir doch an wen ich wohl das Honorar für denselben am schicklichsten übersende? Hufeland hatte mir eine verheiratete [3] oder verwittwete Tochter des seeligen Michaelis in einem Briefe genant; der Nahme ist mir aber entfallen und der Brief von Hufeland verlegt.
Auf Ihres Bruders Geheiß habʼ ich sogleich an Unger geschrieben daß die Stelle in seinem Aufsatze, die Sie betrift ausgestrichen werden solle, und ich hoffe mein Brief ist noch zu rechter Zeit gekommen, und der Auftrag wird besser vollführt werden, als jener von Michaelis an Unger daß Ihr Nahme bei der Szene aus Romeo und Julia nicht genant werden sollte, und von dem Herausgeber nichts über die zu erwartende Übersetzung Shakespears [4] gesagt werden sollte. Meine Note hat man zwar beim Abdruck darüber weggelassen, aber Ihren Nahmen wegzustreichen vergessen.
Wolfs Urtheil über die genante Recension sollen Sie erfahren.
Haben Sie noch keine freie Stunde für mein Deutschland gefunden? Erinnern Sie sich ja seiner so oft man Ihnen dort etwas Raum und Zeit übrig läßt.
Könnten Sie mir wohl einige sichere Nachricht über Göthes Reiseplan verschaffen? ob er noch im August abzureisen gedenkt? und troz der Franzosen doch nach Italien? woran ich fast zweifle. ich mag ihn nicht selbst drum befragen, und habe doch manche Ursache es gerne zu wißen.
Leben Sie recht wohl und gedenken Sie stets freundlich an mich und meinen lieben Wohnort.
Ihr
Reichardt
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