• Carl August Böttiger to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Weimar · Place of Destination: Unknown · Date: 27.07.1796
Edition Status: Single collated printed full text with registry labelling
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Carl August Böttiger
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Weimar
  • Place of Destination: Unknown
  • Date: 27.07.1796
    Printed Text
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: 343347008
  • Bibliography: Briefe von und an August Wilhelm Schlegel. Gesammelt und erläutert durch Josef Körner. Bd. 1. Zürich u.a. 1930, S. 35.
  • Incipit: „[1] Weimar, d. 27ten July. 1796
    Vater Wielands Agathodämon klopft an Ihre Thüre, mein verehrungswürdiger Freund. Die Philosophie in den Gärten, die [...]“
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-611-38972
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.3,Nr.46
  • Number of Pages: 2 S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 19,3 x 12,2 cm
    Language
  • German
[1] Weimar, d. 27ten July. 1796
Vater Wielands Agathodämon klopft an Ihre Thüre, mein verehrungswürdiger Freund. Die Philosophie in den Gärten, die ohne ihre Schuld sich schon im Alterthume so viel böses nachsagen lassen mußte, trank gern einen Becher dem guten Dämon zu Ehren. Sie werden ihm in Ihrer Gartenvilla ja wohl auch gern ein Plätzchen vergönnen. Darum schicke ich Ihnen den ersten Theil des Attischen Museums mit Wielands Bitte, ihn als einen Beweiß seiner wahren Hochachtung freundlich aufzunehmen. Sie haben eine Gattin, die im edelsten und reinsten Sinne einer Musarion gleicht. Sie selbst sind erwählter Musenpriester. Was Wunder, wenn zu diesem lebendigen Musenkreiß sich auch ein todter Buchstabe drängt, dem die Musen an die Stirn geschrieben sind.
[2] Der Buchdrucker Göpferd hat den Auftrag, das M[anu]sc[rip]t des zweiten Buchs, womit das zweite Heft anfangen soll, an dem Tage, wo der Druck beginnt, abfodern zu lassen. Wollen Sie den Langsamen zuweilen mit einem wirksamen Stachelwort antreiben: so wird dieß dem Unternehmen selbst sehr heilsam seyn.
In wenig Tagen hoffe ich auch das Msct Ihres Herrn Bruders in Ihre Hände legen zu können.
Meine hochachtungsvollen Grüße Ihrer holden Lebensgefährtin, oder, da wenigstens eine Abgötterei vor Göttern und Menschen erlaubt ist, Ihrer Hohenpriesterin.
Mit wahrer Verpflichtung
der Ihrige
Böttiger
[3]
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[1] Weimar, d. 27ten July. 1796
Vater Wielands Agathodämon klopft an Ihre Thüre, mein verehrungswürdiger Freund. Die Philosophie in den Gärten, die ohne ihre Schuld sich schon im Alterthume so viel böses nachsagen lassen mußte, trank gern einen Becher dem guten Dämon zu Ehren. Sie werden ihm in Ihrer Gartenvilla ja wohl auch gern ein Plätzchen vergönnen. Darum schicke ich Ihnen den ersten Theil des Attischen Museums mit Wielands Bitte, ihn als einen Beweiß seiner wahren Hochachtung freundlich aufzunehmen. Sie haben eine Gattin, die im edelsten und reinsten Sinne einer Musarion gleicht. Sie selbst sind erwählter Musenpriester. Was Wunder, wenn zu diesem lebendigen Musenkreiß sich auch ein todter Buchstabe drängt, dem die Musen an die Stirn geschrieben sind.
[2] Der Buchdrucker Göpferd hat den Auftrag, das M[anu]sc[rip]t des zweiten Buchs, womit das zweite Heft anfangen soll, an dem Tage, wo der Druck beginnt, abfodern zu lassen. Wollen Sie den Langsamen zuweilen mit einem wirksamen Stachelwort antreiben: so wird dieß dem Unternehmen selbst sehr heilsam seyn.
In wenig Tagen hoffe ich auch das Msct Ihres Herrn Bruders in Ihre Hände legen zu können.
Meine hochachtungsvollen Grüße Ihrer holden Lebensgefährtin, oder, da wenigstens eine Abgötterei vor Göttern und Menschen erlaubt ist, Ihrer Hohenpriesterin.
Mit wahrer Verpflichtung
der Ihrige
Böttiger
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