• Gottlieb Hufeland to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Jena · Place of Destination: Unknown · Date: 02.05.1799
Edition Status: Single collated printed full text with registry labelling
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Gottlieb Hufeland
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Jena
  • Place of Destination: Unknown
  • Date: 02.05.1799
  • Notations: Absendeort erschlossen.
    Printed Text
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: 343347008
  • Bibliography: Briefe von und an August Wilhelm Schlegel. Gesammelt und erläutert durch Josef Körner. Bd. 1. Zürich u.a. 1930, S. 89‒90.
  • Incipit: „[1] Ich war zwar im Stande, das meiste in Ihrem neulichen Billet ohne Rücksprache mit meinem Freunde zu beantworten; weil Sie [...]“
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-1a-33865
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.11,Nr.22
  • Number of Pages: 3S. auf Doppelbl., hs. m. U.
  • Format: 23,3 x 19,3 cm
    Language
  • German
[1] Ich war zwar im Stande, das meiste in Ihrem neulichen Billet ohne Rücksprache mit meinem Freunde zu beantworten; weil Sie es aber ausdrücklich wünschten, so habe ich es ihm mitgetheilt, und meine Antwort kann nun freylich um desto vollständiger seyn:
1) Wegen des Eschenburgischen Shakspeares hat mir HE. H[of] R.[ath] S.[chütz] ausdrücklich aufgetragen zu bemerken, daß bey Gelegenheit Ihres Shakspeare schon eine Vergleichung mit dem seinigen angestellt worden, und daß er deshalb eine Erneuerung derselben nicht nöthig gehalten, zumal E.[schenburg] es wirklich verbeten hatte. Ich als Redacteur enthalte mich, wie billig in den meisten Fällen, einer Entscheidung über das Materiale eines Urtheils.
2) Wegen der ausbleibenden Anzeige der folgenden Teile hätten wir um so weniger auch nur eine verdeckte Erinnerung erwartet, da wir dabey sogar von unserer Einrichtung abgewichen und dem von Ihnen geschehenen Vorschlag eines bestimmten Recensenten gefolgt sind. Sie erfahren vielleicht an diesem Beyspiel selbst, wie sehr schwer die Bewirkung einer Anzeige oft hält.
[2] 3) Was die Schriften Ihres Herrn Bruders betrifft, so hat die Verspätung derselben die sehr einfache Ursache, daß wir noch schlechterdings niemanden haben finden können, der mit ihm auch nur etwas zu thun haben will. Dafür können wir ja nicht, daß er eine solche Stimmung gegen sich im Publicum erregt hat. Mit großer Sorgfalt haben wir unter solchen Männern herumgesucht, die er nicht entschieden gegen sich hat, oder die wohl gar einiges Verhältniß mit ihm hatten. Drey nacheinander haben gänzlich es abgeschlagen. Zu dem einen Buche hat sich jetzt einer bereitwillig erklärt. Weil aber auch dies noch einigen Zweifel hat und das andre noch nicht vergeben ist; so bitten wir Sie, nach einem in solchen Fällen bey uns wohl sonst befolgten Verfahren, uns sechs Recensenten vorzuschlagen, um einen daraus zu wählen. Wir können auch wohl von einem zum andern es versuchen, wenn einige nicht wollten.
4) Ihr Athenäum ist aus eben der Ursache von mehrern abgelehnt worden; jetzt habe ich es vor 14 Tagen abermals [3] an jemand dringend angetragen; noch aber ist darauf keine Antwort da.
Ich glaube fast, das vorstehende überzeugt Sie, daß wir nicht in solcher Schuld sind als Sie glauben. Ob Sie indessen diesem nach doch auf Ihrer Drohung bestehen wollen, müssen wir freylich Ihnen überlassen.
[Jena] d 2 May 1799
Hufeland
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[1] Ich war zwar im Stande, das meiste in Ihrem neulichen Billet ohne Rücksprache mit meinem Freunde zu beantworten; weil Sie es aber ausdrücklich wünschten, so habe ich es ihm mitgetheilt, und meine Antwort kann nun freylich um desto vollständiger seyn:
1) Wegen des Eschenburgischen Shakspeares hat mir HE. H[of] R.[ath] S.[chütz] ausdrücklich aufgetragen zu bemerken, daß bey Gelegenheit Ihres Shakspeare schon eine Vergleichung mit dem seinigen angestellt worden, und daß er deshalb eine Erneuerung derselben nicht nöthig gehalten, zumal E.[schenburg] es wirklich verbeten hatte. Ich als Redacteur enthalte mich, wie billig in den meisten Fällen, einer Entscheidung über das Materiale eines Urtheils.
2) Wegen der ausbleibenden Anzeige der folgenden Teile hätten wir um so weniger auch nur eine verdeckte Erinnerung erwartet, da wir dabey sogar von unserer Einrichtung abgewichen und dem von Ihnen geschehenen Vorschlag eines bestimmten Recensenten gefolgt sind. Sie erfahren vielleicht an diesem Beyspiel selbst, wie sehr schwer die Bewirkung einer Anzeige oft hält.
[2] 3) Was die Schriften Ihres Herrn Bruders betrifft, so hat die Verspätung derselben die sehr einfache Ursache, daß wir noch schlechterdings niemanden haben finden können, der mit ihm auch nur etwas zu thun haben will. Dafür können wir ja nicht, daß er eine solche Stimmung gegen sich im Publicum erregt hat. Mit großer Sorgfalt haben wir unter solchen Männern herumgesucht, die er nicht entschieden gegen sich hat, oder die wohl gar einiges Verhältniß mit ihm hatten. Drey nacheinander haben gänzlich es abgeschlagen. Zu dem einen Buche hat sich jetzt einer bereitwillig erklärt. Weil aber auch dies noch einigen Zweifel hat und das andre noch nicht vergeben ist; so bitten wir Sie, nach einem in solchen Fällen bey uns wohl sonst befolgten Verfahren, uns sechs Recensenten vorzuschlagen, um einen daraus zu wählen. Wir können auch wohl von einem zum andern es versuchen, wenn einige nicht wollten.
4) Ihr Athenäum ist aus eben der Ursache von mehrern abgelehnt worden; jetzt habe ich es vor 14 Tagen abermals [3] an jemand dringend angetragen; noch aber ist darauf keine Antwort da.
Ich glaube fast, das vorstehende überzeugt Sie, daß wir nicht in solcher Schuld sind als Sie glauben. Ob Sie indessen diesem nach doch auf Ihrer Drohung bestehen wollen, müssen wir freylich Ihnen überlassen.
[Jena] d 2 May 1799
Hufeland
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