﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="12069"><titleStmt><title>August Wilhelm von Schlegel, Jeanne Françoise Julie Adélaïde Récamier an August Wilhelm von Schlegel, Jeanne Françoise Julie Adélaïde Récamier</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Bearbeiterin"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-marburg.de">Philipps-Universität Marburg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-10-19</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2019-10-15"/><idno type="url">https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/letters/view/12069</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Pange, Pauline de: August Wilhelm Schlegel und Frau von Staël. Eine schicksalhafte Begegnung. Nach unveröffentlichten Briefen erzählt von Pauline Gräfin de Pange. Dt. Ausg. von Willy Grabert. Hamburg 1940, S. 206–207.</title><idno type="print">Pange1940Dt_AWSanJFJAR_oD</idno></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/letters/view/12069"><correspAction type="sent"><persName key="766" ref="http://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><persName key="2100" ref="http://d-nb.info/gnd/118641891">Jeanne Françoise Julie Adélaïde Récamier</persName><placeName key="1953" ref="http://d-nb.info/gnd/4229716-3">Chaumont-sur-Loire</placeName><date when="1810-06-02">[zwischen Mai und Juli 1810]</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="766" ref="http://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><persName key="2100" ref="http://d-nb.info/gnd/118641891">Jeanne Françoise Julie Adélaïde Récamier</persName><placeName key="1953" ref="http://d-nb.info/gnd/4229716-3">Chaumont-sur-Loire</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-05nh-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-05nh-1.tif"/></facsimile><text><body><div><p>Halten Sie mich für eine Frau, die Qualen oder eine, die Sehnsucht weckt?<lb/>[Von Schlegels Hand:]<lb/>Sie sind ein himmlisches Wesen in menschlicher Verkleidung, die Sie nur noch reizender erscheinen läßt.<lb/>[Von Frau Récamiers Hand:]<lb/>Lieben Sie mich?<lb/>[Von Schlegels Hand:]<lb/>Wenn ich es wagte...<lb/>[Von Frau Récamiers Hand:]<lb/>Wagen Sie es ruhig!<lb/>[Von Schlegels Hand:]<lb/>Also ich wag’s! Was geschieht nun?<lb/>[Von Frau Récamiers Hand:]<lb/>Ich möchte Ihnen sagen, daß ich mich nicht schriftlich festlegen will. Aber wenn Sie heute abend mit mir plaudern wollen, werde ich Ihnen sagen, was ich davon denke.<lb/>[Von Schlegels Hand:]<lb/>Ich komme, aber Sie werden mich an der Nase herumführen. Daran bin ich nun schon gewöhnt...<lb/>[Von Frau Récamiers Hand:]<lb/>Selbstverständlich!<lb/>[Von Schlegels Hand:]<lb/>Sie haben Recht, gnädige Frau! Aber Sie müssen sehr geschickt sein, wenn Sie mich zur Verzweiflung bringen wollen. Ich bin gegen die Verzweiflung gefeit, weil ich nichts mehr hoffe.<lb/>[Von Frau Récamiers Hand:]<lb/>Was soll man mit einem Manne machen, der weder zu hoffen noch zu verzweifeln weiß?<lb/>[Von Schlegels Hand:]<lb/>Ach! Beklagen Sie mich; meine Zeit ist dahin, ich kann mich darüber keiner Täuschung hingeben.<lb/>[Von Frau Récamiers Hand:]<lb/>Um eine Täuschung zu vermeiden, werfen Sie sich doch einer andern in die Arme! Ihre Zeit ist noch nicht dahin. Sie haben etwas in Ihrer Seele, das man lieben muß; ich kann nicht sagen, daß ich es fühle, aber ich verstehe es vollkommen.</p></div></body></text></TEI>
