﻿<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="989"><titleStmt><title>August Wilhelm von Schlegel an Wilhelm Körte</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Bearbeiterin"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname><affiliation>Philipps-Universität Marburg</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-marburg.de">Philipps-Universität Marburg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-10-19</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2019-10-15"/><idno type="url">https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/letters/view/989</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Briefe von und an August Wilhelm Schlegel. Gesammelt und erläutert durch Josef Körner. Bd. 1. Zürich u.a. 1930, S. 177‒178.</title><idno type="print">343347008_AWSanKoerte_15111803</idno><relatedItem target="http://digital.slub-dresden.de/id343347008"/></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main</institution><idno type="signatur">Hs-17302</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab><ab type="pages">4 S. auf Doppelbl., hs. m. U.</ab><ab type="paper">8°</ab><ab type="note">Empfangsort erschlossen.</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/letters/view/989"><correspAction type="sent"><persName key="766" ref="http://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><placeName key="15" ref="http://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName><date when="1803-11-15">1803-11-15</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="http://d-nb.info/gnd/116300914">Wilhelm Körte</persName><placeName key="2777" ref="http://d-nb.info/gnd/4022987-7">Halberstadt </placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/brievouna_343347008_0001/brievouna_343347008_0001_tif/jpegs/00000197.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/brievouna_343347008_0001/brievouna_343347008_0001_tif/jpegs/00000198.tif.original.jpg"/><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-04x9-f.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-04x9-g.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier2" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-04x9-h.jpg"/><graphic n="4" decls="carrier2" url="https://august-wilhelm-schlegel.de/version-10-19/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-04x9-i.jpg"/></facsimile><text><body><div><p>[1] <placeName key="15">Berlin</placeName> d. 15 Nov. 1803<lb/>Entschuldigen Sie es gütigst, mein werthester Herr und Freund, daß ich Ihnen einige Wochen die Antwort auf Ihren herzlichen Brief habe schuldig bleiben müssen. Ich war eben auf dem Lande, als er nebst dem Packete ankam, und bey meiner Zurückkunft in die Stadt fand ich so viel dringende Arbeit vor, daß ich gegen meinen Willen ein paar Posttage habe versäumen müssen. Ihre Zeilen vom 7<hi rend="offset:4">ten</hi> Nov. haben es mir von neuem dringend gemacht, Ihnen den richtigen Empfang <name key="79" type="work">meiner Hefte</name> zu melden, welches ich denn hiemit thue und Ihnen zugleich danke, daß Sie sie so gut in Acht genommen haben. Ich bin sehr erfreut, wenn Sie Befriedigung darin fanden: vieles ist doch nur erster Entwurf und muß noch strenger durchgearbeitet werden. Die Lücken thun mir sehr leid, ich habe bis [2] jetzt noch nicht dazu kommen können sie auszufüllen. Übrigens haben Sie alles gehabt was irgend in meinen Papieren ist. Eine Abschrift <name key="3191" type="work">der übersetzten Proben aus den Griechischen Dichtern</name> will ich Ihnen gern verfertigen lassen, wenn Sie es wünschen. Über die Metrik mußte ich mich kurz fassen, was ich gesagt, schien vielleicht manchen Zuhörern, denen es wegen Mangels an Vorkenntnissen trocken und unverständlich war, schon zu viel. Für die Lehre von der Quantität ist doch <persName key="271">Voß</persName> der beste Führer, der es aber in <name key="703" type="work">seiner Schrift über die Zeitmessung</name> den Lesern gar nicht leicht macht. Meine Ansicht von der Behandlung der gereimten Sylbenmaße ist aber ganz von der seinigen verschieden, ich habe sie hauptsächlich ausübend darzulegen gesucht, sowohl in eignen als übersetzten Gedichten, besonders <name key="261" type="work">dem Spanischen Theater</name> und <name key="128" type="work">den Blumensträußen</name>. Ich hoffe daß diese für die in meinen Heften so summa[3]risch behandelte neuere Poesie eine Art Supplement abgeben können.<lb/>Jetzt bin ich nun darauf aus die Modernen näher und gründlicher zu charakterisiren, indem ich mich in <name key="3224" type="work"><name key="79" type="work">meinen in wenigen Tagen zu eröffnenden Vorlesungen</name></name> ausschließend damit beschäftigen werde. Ich lege Ihrem Verlangen gemäß die gedruckte Ankündigung bey, wiewohl sie wenig enthält.<lb/>Ihre Lage im Umgange bey so widersprechenden Meynungen und Denkarten um sich her, kann ich mir denken. Wenn man nur erst darüber im klaren ist, daß man nie jemanden von seiner Überzeugung abbringt, wenn er nicht freywillig der unsrigen entgegen kommt, so läßt man nachher vieles gut seyn.<lb/>Sie machen sich gewiß ein historisches Verdienst, um die vergangne Epoche unsrer Literatur, wenn Sie <name key="3225" type="work"><name key="1369" type="work"><name key="3227" type="work"><name key="3226" type="work">recht viel, besonders was Correspondez und dergleichen [4] ist, herausgeben</name></name></name></name>, wie Sie schon mit <name key="3217" type="work">den <persName key="3216">Kleistschen</persName> Sachen</name> angefangen haben. Ich wünsche Ihnen Geduld und guten Humor bey dieser Arbeit, und den besten äußerlichen Fortgang, da dieser wie Sie sagen, selbst mit der Humanität zusammenhängt, und die arme Humanität neuerdings so viel Stöße erlitten hat, daß sie unterstützt zu werden bedarf. Leben Sie recht wohl. Ich bin mit wahrer Hochachtung Ihr ergebenster<lb/><hi rend="weight:bold">A. W. Schlegel</hi><lb/><name key="3181" type="work"><name key="3351" type="work"><name key="1540" type="work"><name key="161" type="work">Altdeutsche Sachen</name></name></name></name>, von deren einigen ich Ihnen die Titel aufzeichnete, haben Sie wohl immer noch nicht in <placeName key="2777">Halberstadt</placeName> oder dort in der Gegend aufgefunden?</p></div></body></text></TEI>
