• Johanna Christiane Erdmuthe Schlegel to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Hannover · Place of Destination: Unknown · Date: 20.01.1807
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Johanna Christiane Erdmuthe Schlegel
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Hannover
  • Place of Destination: Unknown
  • Date: 20.01.1807
  • Notations: Absendeort erschlossen.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: APP2712-Bd-5
  • Classification Number: Mscr.Dresd.App.2712,B,18,24
  • Number of Pages: 2 S., hs. m. U.
  • Format: 23,2 x 19,1 cm
  • Incipit: „[1] den 20 ten Januar
    1807
    Mein sehr geliebter Sohn
    Ich habe einen Brief von Dir erhalten, der den 9 ten September 1806 [...]“
[1] den 20 ten Januar
1807
Mein sehr geliebter Sohn
Ich habe einen Brief von Dir erhalten, der den 9 ten September 1806 abgeschickt ist, und den ich vieleicht zu Ende des Septembers erhalten habe. Es sind also bey nahe 4 Monathe. Ich fange mir an Sorgen zu machen ob es auch gut um Deine Gesundheit steht. Oder ob ein Brief von Dir, an mich verlohren gegangen ist. Daß wäre ein großer Verlust vor mich, wahrscheinlich wäre der Wechsel dem Du mir schicken woltest darin geweßen. Es versteht sich daß ich bald nach Entfang Deines Lieben Briefs wieder geschrieben habe, u zwar nach Deinen Rath nach der Schweitz nach Copet gerichtet. Du hast gewiß die Güte mich bald zu beruhigen. Es hat mich indeßen gefreut, etwas von Dir zu lesen, nehmlich in dem Berliner Damen Calender Du hast allerliebst über diesen Gegenstand geschrieben Die Frau von Stahl hat ein sehr Intereßandes Gesicht, einen etwas Leidenten Zug. Ich habe sie mir nicht so hübsch gedacht. Das Stück daß sie mit ihren Kindern vor gestellt hat, hätte ich besonders gern sehn mögen Dein Verleger hat es mir aber nicht zu geschickt. Daß [2] ich von allen meinen Auswerdigen Kindern so selten Briefe erhalte macht mich oft traurig. Von Dreßden wird selten geschrieben, wegen vielen Zerstreiungen. Lottgen unterrichtet ihr Kind fast in allen selbst. Moritz hat sehr viel Arbeit. Friedrich gar nicht. Itzo hätte ich erwartet daß er schreiben wirde, wenn es anders wahr ist daß er angesetzt ist. Ich mache also vor mich den Traurigen Schluß daraus daß nichts aus der Hofnung geworden ist. Wie will daß werden? der Sohn ist nun von ihm der gute Pancion gegäben hat. Wir hier befünden uns ziemlich wohl, sonst leben wir immer noch zwischen Furcht u Hofnung. Gegenwerdig ist unsere Lage erträglich. Theuer ist es noch immer mir fällt itzo eben nichts ein was Dich intereßiren könnte. Lebe recht wohl bester Sohn u vergiß Deine alte 71 Jährige Mutter nicht, die Dich über alle Beschreibung Liebt. Carls grüßen Hertzlich
Mutter Schlegel
[1] den 20 ten Januar
1807
Mein sehr geliebter Sohn
Ich habe einen Brief von Dir erhalten, der den 9 ten September 1806 abgeschickt ist, und den ich vieleicht zu Ende des Septembers erhalten habe. Es sind also bey nahe 4 Monathe. Ich fange mir an Sorgen zu machen ob es auch gut um Deine Gesundheit steht. Oder ob ein Brief von Dir, an mich verlohren gegangen ist. Daß wäre ein großer Verlust vor mich, wahrscheinlich wäre der Wechsel dem Du mir schicken woltest darin geweßen. Es versteht sich daß ich bald nach Entfang Deines Lieben Briefs wieder geschrieben habe, u zwar nach Deinen Rath nach der Schweitz nach Copet gerichtet. Du hast gewiß die Güte mich bald zu beruhigen. Es hat mich indeßen gefreut, etwas von Dir zu lesen, nehmlich in dem Berliner Damen Calender Du hast allerliebst über diesen Gegenstand geschrieben Die Frau von Stahl hat ein sehr Intereßandes Gesicht, einen etwas Leidenten Zug. Ich habe sie mir nicht so hübsch gedacht. Das Stück daß sie mit ihren Kindern vor gestellt hat, hätte ich besonders gern sehn mögen Dein Verleger hat es mir aber nicht zu geschickt. Daß [2] ich von allen meinen Auswerdigen Kindern so selten Briefe erhalte macht mich oft traurig. Von Dreßden wird selten geschrieben, wegen vielen Zerstreiungen. Lottgen unterrichtet ihr Kind fast in allen selbst. Moritz hat sehr viel Arbeit. Friedrich gar nicht. Itzo hätte ich erwartet daß er schreiben wirde, wenn es anders wahr ist daß er angesetzt ist. Ich mache also vor mich den Traurigen Schluß daraus daß nichts aus der Hofnung geworden ist. Wie will daß werden? der Sohn ist nun von ihm der gute Pancion gegäben hat. Wir hier befünden uns ziemlich wohl, sonst leben wir immer noch zwischen Furcht u Hofnung. Gegenwerdig ist unsere Lage erträglich. Theuer ist es noch immer mir fällt itzo eben nichts ein was Dich intereßiren könnte. Lebe recht wohl bester Sohn u vergiß Deine alte 71 Jährige Mutter nicht, die Dich über alle Beschreibung Liebt. Carls grüßen Hertzlich
Mutter Schlegel
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