• Johann Carl Fürchtegott Schlegel , Henriette Ernst to August Wilhelm von Schlegel

  • Place of Dispatch: Hannover · Place of Destination: Amsterdam · Date: 25.11.1791
Edition Status: Newly transcribed and labelled; double collated
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Johann Carl Fürchtegott Schlegel, Henriette Ernst
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel
  • Place of Dispatch: Hannover
  • Place of Destination: Amsterdam
  • Date: 25.11.1791
  • Notations: Absende- und Empfangsort erschlossen. – Der Brief geht über mehrere Tage.
    Manuscript
  • Provider: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • OAI Id: DE-1a-33449
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.7,Nr.53
  • Number of Pages: 4S. auf Doppelbl., hs. m. U
  • Format: 18,9 x 11,5 cm
  • Incipit: „[1] 1791 den 25sten Nov
    Liebster Bruder,
    Carl sagt mir er habe Morgen ein Paquet mit Bücher an Dich zu schicken, und [...]“
  • Editors: Bamberg, Claudia · Varwig, Olivia
[1] 1791 den 25sten Nov
Liebster Bruder,
Carl sagt mir er habe Morgen ein Paquet mit Bücher an Dich zu schicken, und da er wahrscheinlich nicht schreiben wird, so wäre es ja wohl unrecht wenn ich es nicht thäte, ob ich gleich heute nicht recht zum schreiben aufgelegt bin. Mein Vater hat seit ich Dir letzt schrieb einen starken Husten und Schnupfen gehabt, weswegen er sich schon seit 10 Tagen in der Stube gehalten, itzt scheint es aber auf der Beßerung, der Husten läßt schon sehr nach; es ist nur fatal daß ihn solch eine Unpäßlichkeit gleich sehr angreift, und er ist wirklich etwas magerer geworden; nun der Schnupfen ist freilich in dieser Zeit etwas sehr gewöhnliches! Aus Deinem letzten Briefe schließe ich, daß es mit Dei[2]ner Gesundheit itzt recht gut steht; daß wir alle auf Deinen nächsten sehr begierig sind, kannst Du Dir leicht vorstellen! Meine Eltern sind ganz mit den Bedingungen die Du Dir gemacht zufrieden; und ich bin auch sehr mit Dir der Meinung daß Du für die Aufopferung die Du machst, etwas verlangen kannst, was Dich wenigstens einigermaßen schadlos hällt. Darauf meint aber mein Vater könnest Du wohl nicht bestehen, wenigstens dürftest doch Du es wohl nicht blos aus der Ursache ausschlagen, wenn Dir ein Besuch nach Hannover versagt würde; ich denke aber immer wenn Du dort bleibst, wirst Du die Erlaubnis, besonders wenn Du Deinen Eleven mitbringst, wohl erhalten. Sehr, sehr begierig, bin ich auf Deinen nächsten, der doch gewis etwas entscheidendes enthalten wird!
Du meinst, meinem Vater seine ver[3]mehrten Geschäfte, wären blos während der Vacanz: darinn irrst Du, und es sind ihm keine Angenehmen Geschäfte, er muß sich nun erst von neuen wieder da hineinsetzen; große Verbeßerung ist es auch nicht, höchstens 50 Thaler, und daß erst nach einem Jahr. Von Jacobi, hat er noch nichts. Mit Salfeldt ob der noch Abt wird oder nicht, daß ist noch nicht entschiden, es zieht sich in die länge, vielleicht entsteht ein Prozeß, da man dem Closter will diesesmahl, da nur 2 Conventualen da gewesen, das Recht will streitig machen, selbst einen zu wählen; nach einer Universität, ist es schon verschickt gewesen, damit sind sie aber nicht zufrieden
Du intereßirst Dich doch für Schweben, aus Göttingen; diese letzten Tage ist die ganze Stadt davon voll gewesen, er ist aus dem Gefangenhaus [4] so glücklich entwichen, und nun ist es schon so lange, daß man ihn schwerlich wiederkriegen wird, obgleich Wallmoden 100 Ducaten darauf prämie gesetzt hat. Er hat sehr viele Freiheiten genoßen war andern Gefangene voraus, und der hat er sich so zunutze gemacht; mir ist es recht lieb, daß man ihn nicht wieder gekriegt hat. Es sind so viele Verhöre deshalb, und die Herren von der Canzeley, sind auch sehr böse und aufgebrach[t] darüber.
Leß leidet itzt sehr durch seine Fr[au] deren Ende man täglich abwartet, s[ie] ist hier beinahe gleich krank gewor[den] sonst glaube ich daß er sich in seine Geschäfte recht gut paßt; mit den Gesängen ist mein Vater nun so weit fertig, daß sie abgeschrieben werden, um in der Regierung gegeben zu werden; dabey ist Leß nun eben so wenig nütze gewesen als S. Die sind beyde, wie der Vater sagt so arg prosaisch.
Der Brief ist liegen geblieben, u. unvollendet. Mein Vater befindet sich jetzt vollkommen, nur geht er noch nicht aus. In s. Geschäften hat es ihn überall nicht gestöhrt [3] Die Leßen ist gestorben. Des hier verstorbenen Rectors Koppe Stelle ist schon wieder besetzt; ich glaube er heißt Rahn, u. ist Professor bey irgend einem In[2]stitute. K. Schl.
[1] 1791 den 25sten Nov
Liebster Bruder,
Carl sagt mir er habe Morgen ein Paquet mit Bücher an Dich zu schicken, und da er wahrscheinlich nicht schreiben wird, so wäre es ja wohl unrecht wenn ich es nicht thäte, ob ich gleich heute nicht recht zum schreiben aufgelegt bin. Mein Vater hat seit ich Dir letzt schrieb einen starken Husten und Schnupfen gehabt, weswegen er sich schon seit 10 Tagen in der Stube gehalten, itzt scheint es aber auf der Beßerung, der Husten läßt schon sehr nach; es ist nur fatal daß ihn solch eine Unpäßlichkeit gleich sehr angreift, und er ist wirklich etwas magerer geworden; nun der Schnupfen ist freilich in dieser Zeit etwas sehr gewöhnliches! Aus Deinem letzten Briefe schließe ich, daß es mit Dei[2]ner Gesundheit itzt recht gut steht; daß wir alle auf Deinen nächsten sehr begierig sind, kannst Du Dir leicht vorstellen! Meine Eltern sind ganz mit den Bedingungen die Du Dir gemacht zufrieden; und ich bin auch sehr mit Dir der Meinung daß Du für die Aufopferung die Du machst, etwas verlangen kannst, was Dich wenigstens einigermaßen schadlos hällt. Darauf meint aber mein Vater könnest Du wohl nicht bestehen, wenigstens dürftest doch Du es wohl nicht blos aus der Ursache ausschlagen, wenn Dir ein Besuch nach Hannover versagt würde; ich denke aber immer wenn Du dort bleibst, wirst Du die Erlaubnis, besonders wenn Du Deinen Eleven mitbringst, wohl erhalten. Sehr, sehr begierig, bin ich auf Deinen nächsten, der doch gewis etwas entscheidendes enthalten wird!
Du meinst, meinem Vater seine ver[3]mehrten Geschäfte, wären blos während der Vacanz: darinn irrst Du, und es sind ihm keine Angenehmen Geschäfte, er muß sich nun erst von neuen wieder da hineinsetzen; große Verbeßerung ist es auch nicht, höchstens 50 Thaler, und daß erst nach einem Jahr. Von Jacobi, hat er noch nichts. Mit Salfeldt ob der noch Abt wird oder nicht, daß ist noch nicht entschiden, es zieht sich in die länge, vielleicht entsteht ein Prozeß, da man dem Closter will diesesmahl, da nur 2 Conventualen da gewesen, das Recht will streitig machen, selbst einen zu wählen; nach einer Universität, ist es schon verschickt gewesen, damit sind sie aber nicht zufrieden
Du intereßirst Dich doch für Schweben, aus Göttingen; diese letzten Tage ist die ganze Stadt davon voll gewesen, er ist aus dem Gefangenhaus [4] so glücklich entwichen, und nun ist es schon so lange, daß man ihn schwerlich wiederkriegen wird, obgleich Wallmoden 100 Ducaten darauf prämie gesetzt hat. Er hat sehr viele Freiheiten genoßen war andern Gefangene voraus, und der hat er sich so zunutze gemacht; mir ist es recht lieb, daß man ihn nicht wieder gekriegt hat. Es sind so viele Verhöre deshalb, und die Herren von der Canzeley, sind auch sehr böse und aufgebrach[t] darüber.
Leß leidet itzt sehr durch seine Fr[au] deren Ende man täglich abwartet, s[ie] ist hier beinahe gleich krank gewor[den] sonst glaube ich daß er sich in seine Geschäfte recht gut paßt; mit den Gesängen ist mein Vater nun so weit fertig, daß sie abgeschrieben werden, um in der Regierung gegeben zu werden; dabey ist Leß nun eben so wenig nütze gewesen als S. Die sind beyde, wie der Vater sagt so arg prosaisch.
Der Brief ist liegen geblieben, u. unvollendet. Mein Vater befindet sich jetzt vollkommen, nur geht er noch nicht aus. In s. Geschäften hat es ihn überall nicht gestöhrt [3] Die Leßen ist gestorben. Des hier verstorbenen Rectors Koppe Stelle ist schon wieder besetzt; ich glaube er heißt Rahn, u. ist Professor bey irgend einem In[2]stitute. K. Schl.
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