• August Wilhelm von Schlegel an Preußen. Ministerium der Geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten

  • Absendeort: Bonn · Empfangsort: Berlin · Datum: 09.04.1825
Editionsstatus: Neu transkribiert und ausgezeichnet; zweimal kollationiert
    Briefkopfdaten
  • Absender: August Wilhelm von Schlegel
  • Empfänger: Preußen. Ministerium der Geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten
  • Absendeort: Bonn
  • Empfangsort: Berlin
  • Datum: 09.04.1825
  • Anmerkung: Konzept.
    Handschrift
  • Datengeber: Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
  • OAI Id: DE-611-38971
  • Signatur: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.2(1),Nr.30
  • Blatt-/Seitenzahl: 2 S., hs.
  • Format: 32,9 x 21 cm
  • Incipit: „[1] An
    das Königl. Ministerium der Geistlichen, öffentlichen Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten
    in Berlin
    Aus dem verehrten Schreiben eines hohen Königl. Ministeriums vom 11ten [...]“
    Sprache
  • Deutsch
    Editorische Bearbeitung
  • Bamberg, Claudia
  • Varwig, Olivia
[1] An
das Königl. Ministerium der Geistlichen, öffentlichen Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten
in Berlin
Aus dem verehrten Schreiben eines hohen Königl. Ministeriums vom 11ten Febr. d. J. habe ich zu meiner großen Freude und mit der lebhaftesten Dankbarkeit ersehen, daß Hochdasselbe mir die ehrenvolle Auszeichnung hat angedeihen lassen, an des Königs Majestät einen Immediat-Bericht über die von mir unternommene Ausgabe des Indischen Heldengedichtes Râmâyana zu erstatten, und daß es dadurch die huldreiche Anerkennung Sr. Allergnädigsten Majestät, und den Befehl ausgewirkt hat, auf drei Exemplare für Allerhöchstdero Bibliothek zu subscribiren.
Dieß ist mehr als ich zu wünschen oder zu hoffen wagte. Ich bescheide mich gern, daß ein Unternehmen dieser Art welches zwar auf Erweiterung des Gebietes der Gelehrsamkeit abzweckt jedoch nicht zu den unmittelbaren Bedürfnissen des öffentlichen Unterrichts gehört, billiger Weise gegen nothwendigere Ausgaben zurückstehen muß. Auch betrachte habe ich die meinem Schüler und Gehülfen zu einer gelehrten Reise gnädigst bewilligte Unterstützung als einen mir für die Ausführung jenes Unternehmens gemachten Vorschuß zu betrachten. Ich werde sobald wie möglich dazu schreiten, u keine Mühe u Sorgfalt sparen, damit es den Erwartungen der Gelehrten, und den [2] mir zu Theil gewordenen Begünstigungen meiner hohen verehrten Gönner entsprechen möge. Sollten in der Folge meine Mittel nicht aus ganz ausreichen, so würde ich deren die Lage der Sachen vertrauensvoll einem Hohen Königl. Ministerium vorlegen, und da mehrere Jahre zur Vollendung des Werkes erfoderlich seyn werden, so könnte dann alsdann vielleicht der Zukunft Zeitpunkt für die Ermittelung einer Beihülfe günstiger seyn.
Ich ermangle nicht bei dieser Gelegenheit gehorsamst zu berichten, daß der Stud. Christian Lassen sich fortwährend der ihm gnädigst bewilligten Unterstützung sich würdig zu machen bemüht ist, indem er mir Proben seines anhaltenden Fleißes im Collatio Vergleichen und Abschreiben der Handschriften giebt, und daß der erste Kenner des Faches, Hr. Colebrooke, seinem wissenschaftlichen Eifer u Talent ein sehr vortheilhaftes Zeugniß ausgestellt hat.
Bonn d. 9ten April 1825
[1] An
das Königl. Ministerium der Geistlichen, öffentlichen Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten
in Berlin
Aus dem verehrten Schreiben eines hohen Königl. Ministeriums vom 11ten Febr. d. J. habe ich zu meiner großen Freude und mit der lebhaftesten Dankbarkeit ersehen, daß Hochdasselbe mir die ehrenvolle Auszeichnung hat angedeihen lassen, an des Königs Majestät einen Immediat-Bericht über die von mir unternommene Ausgabe des Indischen Heldengedichtes Râmâyana zu erstatten, und daß es dadurch die huldreiche Anerkennung Sr. Allergnädigsten Majestät, und den Befehl ausgewirkt hat, auf drei Exemplare für Allerhöchstdero Bibliothek zu subscribiren.
Dieß ist mehr als ich zu wünschen oder zu hoffen wagte. Ich bescheide mich gern, daß ein Unternehmen dieser Art welches zwar auf Erweiterung des Gebietes der Gelehrsamkeit abzweckt jedoch nicht zu den unmittelbaren Bedürfnissen des öffentlichen Unterrichts gehört, billiger Weise gegen nothwendigere Ausgaben zurückstehen muß. Auch betrachte habe ich die meinem Schüler und Gehülfen zu einer gelehrten Reise gnädigst bewilligte Unterstützung als einen mir für die Ausführung jenes Unternehmens gemachten Vorschuß zu betrachten. Ich werde sobald wie möglich dazu schreiten, u keine Mühe u Sorgfalt sparen, damit es den Erwartungen der Gelehrten, und den [2] mir zu Theil gewordenen Begünstigungen meiner hohen verehrten Gönner entsprechen möge. Sollten in der Folge meine Mittel nicht aus ganz ausreichen, so würde ich deren die Lage der Sachen vertrauensvoll einem Hohen Königl. Ministerium vorlegen, und da mehrere Jahre zur Vollendung des Werkes erfoderlich seyn werden, so könnte dann alsdann vielleicht der Zukunft Zeitpunkt für die Ermittelung einer Beihülfe günstiger seyn.
Ich ermangle nicht bei dieser Gelegenheit gehorsamst zu berichten, daß der Stud. Christian Lassen sich fortwährend der ihm gnädigst bewilligten Unterstützung sich würdig zu machen bemüht ist, indem er mir Proben seines anhaltenden Fleißes im Collatio Vergleichen und Abschreiben der Handschriften giebt, und daß der erste Kenner des Faches, Hr. Colebrooke, seinem wissenschaftlichen Eifer u Talent ein sehr vortheilhaftes Zeugniß ausgestellt hat.
Bonn d. 9ten April 1825
· Beiliegender Brief von/an A.W. Schlegel , 09.04.1825
· Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
· Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.2(1),Nr.31
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